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Ausgabe Nr. 44/2019 vom 28.10.2019, Fotos: picturedesk, BMC/Warner
Zehn neue Lieder
präsentiert Mick Hucknall
auf „Blue Eyed Soul“ von
seiner Band „Simply Red“.
Die Musik ist echt, das Haar rot gefärbt
Gut, bei den Haaren hat er ein bisschen geschummelt. Von Natur aus wären sie auf dem Kopf des 59jährigen Mick Hucknall nicht mehr von jenem knalligen Rot, das seinem Gegenüber entgegenleuchtet. Die zehn Lieder des neuen Albums „Blue Eyed Soul“ (ab 8. November im Handel) seiner Band „Simply Red“ sind hingegen original Hucknall. War er zwischen Mitte der 80er und Mitte der 90er Jahre in erster Linie mit Schmuse-Liedern wie „If You Don‘t Know Me By Now“, „Holding Back The Years“ oder „Stars“ erfolgreich, widmet er sich nun seinen großen alten Funk- und Soul-Vorbildern James Brown und Nat King Cole. Der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat mit ihm darüber gesprochen. Zuerst wird‘s aber haarig.
Herr Hucknall, Ihre Haare sind ungemein rot …
Danke, das müssen sie auch sein.Ich bin ziemlich glücklich mit meinen Haaren.

Aber Sie schummeln schon ein bisschen, oder?
Ich unterstütze den natürlichen Farbton ein wenig. Noch näher ins Detail werde ich jetzt nicht gehen. Töte das Bild nicht (lacht). Das ist das Showgeschäft, Baby. Ich heiße „Simply Red“ und nicht etwa „Simply Gray“. Was soll ich mit grauen Haaren – schrecklich.

Ihre Tochter Romy ist zwölf Jahre alt. Hat sie Ihre Haare geerbt?
Meine Tochter ist die perfekte Mischung zwischen meiner Frau und mir. Sie hat das gute Aussehen von Gabriella, und ja, sie hat meine roten Haare. Ich bin froh, dass es nicht umgekehrt ist.

Sind die beiden Ihre bevorzugten Musen?
Oh ja, beim Schreiben verschmelzen sie für mich regelrecht zu einer Einheit. „Thinking Of You“ beispielsweise ist unmittelbar von den beiden inspiriert. Der Song war der Startschuss für das gesamte Album.

Wie kam Ihnen die Idee zu dieser funky Nummer?
Einfach so. Ich bin kein großer Planer. Ich saß daheim herum und genoss das ruhige Leben mit Tochter, Frau und unserem Hund. Plötzlich schoss mir diese Melodie in den Kopf. Ich habe sie schnell ins Mobiltelefon gesungen, ein paar Textzeilen dazugedichtet, und nach zwanzig Minuten war das Lied fertig. Ich komponierte dann noch ein paar weitere Lieder und spürte, wie ich mich zu Bläsern, Gitarre und Bass hingezogen fühlte. Im Studio hatte ich das klare Bild dieser Platte vor Augen und konnte den Musikern sagen, wie ich es haben wollte. Aber wir hatten über Romy gesprochen, oder.

Hatten wir. Welche Musik hört Ihre Tochter gern?
Derzeit ist sie besessen von Pink. Abend für Abend geht sie in ihr Zimmer und dreht laut auf. Aber von mir aus gerne, Pink ist super und ein gutes Vorbild für Mädchen. Außerdem zeichnet meine Tochter ziemlich gut und macht ihre eigenen Puppen.

Sie macht sich ihre eigenen Puppen?
So ist es. Sie nimmt alte Puppen, nimmt sie auseinander, dann ersetzt sie die Haare oder einzelne Körperteile und schraubt sie wieder zusammen. Dieses Hobby hat sie von ihrer Großmutter. Auch meine Frau ist begabt, wenn es ums Designen geht. Ich kann dagegen ganz gut malen. Und ich bin der offizielle Chefkoch daheim.

Mit welchen Schwerpunkten?
Meine Spezialität ist die indische Küche, denn ich wuchs als Teenager in einem indischen Viertel daheim in Manchester (England) auf. Indisches Essen war das erste, was ich lernte. Meine Mutter ließ uns ja im Stich, als ich drei Jahre alt war. Ich habe früh gelernt, mich zu versorgen. Auch französische, italienische, chinesische, deutsche und ungarische Speisen bekomme ich ganz gut hin.

Was meinen Sie mit deutscher Küche?
Ich liebe Blaukraut. Und dazu ein anständiges Schnitzel. Der Vater meiner Frau ist Deutscher, ihre Mutter Ungarin. Sie ist in Wien geboren und in Frankfurt am Main (D) aufgewachsen.

Haben Sie noch Ihr Weingut auf Sizilien (Italien)?
Nein. Das habe ich verkauft, nachdem Romy zur Welt kam. Sie sollte mit der englischen Sprache aufwachsen. Ich sammle und trinke allerdings gerne Wein. Ich liebe deutschen Riesling.

Wenn wir schon beim Lieben sind – auf Ihrem neuen Album gibt es mit „Complete Love“ ein hübsches Liebeslied. Wem haben Sie es gewidmet?
Ein Mal dürfen Sie raten. Meiner Frau und meiner Tochter. Der Text ist inspiriert von Nat King Coles Song „Nature Boy“, er singt darin „the greatest thing you‘ll ever learn. Is just to love and to be loved in return.“ Seit ich ein Kind habe und verheiratet bin, kann ich sagen, dass ich, wenn ich sterbe, geliebt wurde und geliebt habe. Das ist doch mit Abstand die wichtigste Sache im ganzen Leben.
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