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Ausgabe Nr. 43/2019 vom 22.10.2019, Fotos: ÖGEG, T-Man
Die kleine „Schmankerlroas“

Zugfahrt mit der Steyrtalbahn:
Abfahrt in Steyr vom Lokalbahnhof um 10.30 Uhr, Rückfahrt von Grünburg um
16 Uhr, Hin- und Rückfahrt 16 Euro p. Erwachsenem,
8 Euro pro Kind (6-15 Jahre), Tel.: 0676/53 68 717, www.oegeg.at.
An jeder Ecke werden kulinarische Versuchungen angeboten. Most ebenso bis hin zu Speck, Käse und Steckerlfisch.
Eine kulinarische Spazierfahrt
Am Nationalfeiertag verwandelt sich Steinbach an der Steyr (OÖ) in ein kulinarisches Dorf. Bei der „Schmankerlroas“ spazieren die Gäste von einem Gang zum nächsten. Unterwegs gibt es an Ständen weitere Köstlichkeiten sowie Handwerksprodukte zu kaufen. Die Steyrtal-Museumsbahn bringt die Besucher von Steyr direkt zu der Veranstaltung. Das Fest beginnt um elf Uhr.
Einmal im Jahr wird in Steinbach an der Steyr (OÖ) scharf geschossen. Immer dann, wenn die Mollner Pranger Schützen pünktlich um elf Uhr die alljährliche „Schmankerlroas“ am 26. Oktober offiziell eröffnen. Sie formieren sich am Steyrsteg, um Salut-Schüsse abzufeuern.

„Danach fahren in diesem Jahr erstmals historische Steyr-Puch Haflinger über die Brücke und können anschließend besichtigt werden. Die Geländewagen sind so schmal, dass sie auf die Brücke passen, die sonst nur Fußgänger benützen dürfen. Am Nationalfeiertag machen wir eine Ausnahme“, erzählt Christine Dörfel vom Kulturausschuss der Gemeinde.

Das Fest ist ein kulinarischer Spaziergang entlang der Hochgasse. Geboten werden vier Gänge an vier verschiedenen Schauplätzen. Die Vorspeise nehmen die Besucher in der „Galerie am Färberbach“ von Christine Dörfel ein. „Bei mir gibt es Chili vom Bio-Rind“, verrät die Oberösterreicherin.

Beim Eintritt in ihre Galerie wird klar, dass es sich in Steinbach bei der „Schmankerlroas“ nicht nur um Kulinarik dreht. Die Steinbacher zeigen an diesem Tag auch ihr künstlerisches Talent.

Während Dörfel in ihrer Galerie eigene Gemälde ausstellt, zeigen auch Vereine und Handwerker ihr Können. „Die Gäste können die Werkstatt unserer ortsansässigen Goldschmiedin sowie Manuelas Filzwerkstatt besuchen. Es haben auch mehrere Geschäfte sowie der Raritätenladen geöffnet. Empfehlenswert ist ein Besuch des Messerermuseums. Nicht nur, weil dort der zweite Gang, eine Kürbissuppe serviert wird, sondern auch, weil es Einblick in die Geschichte des Ortes gibt“, informiert Dörfel.

Im Messerermuseum wird aus jener Zeit erzählt, als sich Messerer und Klingenschmiede in Steinbach ansiedelten. „Im Mittelalter brachte der Messer-Handel mit Venedig (Italien) dem Ort Wohlstand. Damals wurde unsere Gemeinde ,Goldenes Steinbach‘ genannt. Es wird erzählt, dass die Steinbacher so reich waren, dass sie goldene Schuhbänder hatten. Vielleicht war es aber auch nur der Sonnenuntergang, der Steinbach in ein goldenes Licht setzte“, schmunzelt Dörfel.

Die Gemeinde liegt idyllisch am Fluss Steyr und beeindruckt mit hängenden Gärten, herrlichen Bürgerhäusern und schmalen, steilen Gassen. Von der Schönheit des historischen Ortskernes überzeugen sich die Besucher, wenn sie sich gestärkt von der Suppe auf zur Hauptspeise machen. Die wird in der Pils-Halle serviert. Dort gibt es zwei verschiedene Wildgerichte zur Auswahl.

Unterwegs wird es jedoch nicht jedem Besucher gelingen, sich ausnahmslos auf die vier Gänge zu konzentrieren. An jeder Ecke werden kulinarische Versuchungen angeboten. Most ebenso bis hin zu Speck, Käse und Steckerlfisch.

Die Besucher dürfen während der Veranstaltung auch den Glockenturm besichtigen, beim Armbrustschießen versuchen, ins Schwarze zu treffen, und sich von Musikern unterhalten lassen.

Wer noch Platz für den abschließenden Gang hat, findet sich im Ratzenböckhof ein. Er war eine Fleischerei und wurde zum Kulturquartier umfunktioniert. „Im Innenhof backen Bäuerinnen Haschee-Pofesen“, erzählt Dörfel.

Das Auto können die Besucher an diesem Tag getrost stehen lassen. Denn die Steyrtal-Museumsbahn lädt an diesem Tag zur Sonderfahrt ein. Für die „Schmankerlroas“ holen sie sogar ein historisches Dampfross aus der Remise.

„Die Ausfahrt erfolgt mit der ältesten 760-Millimeter-Schmalspurlok unseres Landes“, erzählt Harald Süß von der Steyrtal-Museumsbahn. Die Lok mit der Bezeichnung „298.102“ wurde im Jahr 1888 gebaut und erhält bei der Fahrt Rückendeckung.

Ihr wird die Steyrtalbahn-Lokomotive „Klaus“, Baujahr 1914, hinten angehängt. In der Fachsprache nennt sich dies Doppeltraktion. „Für die Hin- und Rückfahrt verbraucht jede Lok zwischen 700 und 800 Kilo Kohle sowie 2,5 Kubikmeter Wasser“, erklärt Süß.

Die Steyrtalbahn bringt die Besucher zum Fest und wieder zurück. Die Abfahrt erfolgt um 10.30 Uhr vom Lokalbahnhof in Steyr. „Der Zug fährt durch Wiesen, unberührte Aulandschaften und Wälder. Die 17 Kilometer lange Strecke folgt dem Lauf der Steyr und führt vorbei an der Wallfahrtskirche Christkindl.“

Der Zug bietet Platz für 320 Passagiere und rollt mit einer Maximalgeschwindigkeit von 35 Kilometern pro Stunde Richtung Endbahnhof in Grünburg. Von dort ist es nur ein fünfminütiger Fußmarsch zum gegenüberliegenden Ort Steinbach“, erzählt Süß. widlak
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