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Ausgabe Nr. 42/2019 vom 15.10.2019, Foto: Roland Schuller
Kälte greift nur Fettzellen an
Kälte lässt das Doppelkinn „schmelzen“
Ein Doppelkinn zum Verschwinden zu bringen, ist nicht einfach. Ist Übergewicht die Ursache für einen „dicken“ Hals, kann sogenanntes Coolsculpting, also das „Wegfrieren“ überschüssiger Fettzellen an Kinn und Hals, helfen. Der Effekt der schmerzlosen Behandlung tritt nach drei Monaten ein und soll dann aber ein Leben lang halten.
Innerhalb von acht Monaten habe ich dreizehn Kilo abgenommen. Mein Bauch wurde schlanker, auch bei der Brust verschwand das Fett großteils. Nur mein Doppelkinn war trotz Sport und Ernährungsumstellung noch immer nicht verschwunden“, erzählt Hermann Piechl aus Klagenfurt (K).

Ein Problem, das Dr. Stefan Horwath, Allgemeinmediziner und Gründer von OmniMed, einer ärztlichen Praxis für nicht-operative Schönheitsbehandlungen, von einigen Patienten kennt. „Manche Fettpolster sind gegenüber Diäten und Training einfach resistent. In diesen Fällen hilft Coolsculpting“, sagt der 37jährige Mediziner.

Kälte greift nur Fettzellen an

Coolscultping ist ein medizinisches Verfahren, das an der Universität Harvard in den USA entwickelt wurde. Es ist eine junge und vor allem schonende Methode, um lokale Fettdepots dauerhaft zu entfernen, ohne Operation. „Zur Behandlung wird je nach Körperstelle ein passender Aufsatz gewählt und an die zu behandelnde Zone angelegt. In diesem Fall das Doppelkinn. Der Aufsatz, auch Applikator genannt, erzeugt ein Vakuum und saugt die zu behandelnde Zone an. Danach folgt eine intensive Kühlung, die jedoch nur die Fettzellen im gewünschten Areal zu spüren bekommen. Das übrige Gewebe bleibt unversehrt. Fettpolster an Hüfte und Bauch, an den Oberschenkeln, ‚Reiterhosen‘ sowie an Oberarmen und Doppelkinn lassen sich durch diese Methode dauerhaft verkleinern. Pro Sitzung verschwinden ungefähr dreißig Prozent des behandelten Fettvolumens. Das Ergebnis ist dauerhaft. Das heißt, das Fett kommt in dieser Zone nicht wieder“, erklärt Dr. Horwath, der mit seiner Frau Dr. Martina Reichhart, 34, Coolsculpting-Praxen in Eisenstadt (B), Klagenfurt (K) und Linz (OÖ) betreibt (Infos unter Tel.: 0676/4777829).

„Uns ist die medizinische Zulassung unserer angebotenen Verfahren wichtig, weil es viele ,Nachahmergeräte‘ gibt. Einige der Fettwegfrier-Apparate besitzen keine Zulassung und abgesehen von der wahrscheinlichen Wirkungslosigkeit können sie gefährlich sein. Jedes unserer Geräte wurde von der amerikanischen „Food and Drug Administration“, kurz FDA, geprüft. Sie geht mit ästhetischen Behandlungen äußerst kritisch um. Jeder unserer Patienten hat die Sicherheit, dass er durch ein geprüftes, sicheres Verfahren behandelt wird, das nachgewiesen wirkt“, verspricht Horwath.

Das Fett wird abgebaut, die Haut straff

Zurück am Behandlungsbett, wird der angesaugte lokale Problembereich zwischen 35 und 75 Minuten, je nach Areal, bis auf vier Grad gekühlt. „Im ersten Moment, als das Kinnfett von der Vakuumglocke angesaugt wurde, hat das leicht gezogen. Dieses Gefühl war aber nach ein paar Minuten wieder weg. Sobald die Vereisung einsetzte, war die Stelle praktisch betäubt. Außer dem leisen Summen der Maschine habe ich nichts mitbekommen. Nach einer Dreiviertelstunde wurde der Aufsatz wieder entfernt. Die Haut war nur leicht gerötet. Anschließend massierte eine Assistentin die Zone zwei Minuten lang. Das war auszuhalten“, erinnert sich Piechl.

Es ist ein Vorgehen, das wir empfehlen, verrät Dr. Martina Reichhart. „Durch die Massage werden die ‚gefrorenen‘ Fettzellen zusätzlich geschädigt. Das Behandlungsergebnis kann so um bis zu sechzig Prozent verbessert werden.“ Hermann Piechl konnte nach der Behandlung arbeiten gehen. „Für ein paar Tage war ich am Kinn berührungsempfindlich, vergleichbar wie bei einem blauen Fleck, aber weder gerötet noch blau“, erzählt der Computerfachmann. Das Ergebnis der Fettschmelze war nach ein paar Wochen zu sehen. „Der Körper erkennt die zerstörten Fettzellen, baut sie ab transportiert sie aus dem Gewebe. Nach zwei bis drei Monaten verringert sich die Fettschicht merklich und die Haut strafft sich“, erklärt Dr. Reichhart, die pro Jahr zweihundert solcher Behandlungen durchführt.

Hermann Piechls Doppelkinn hat sich gut zurückgebildet und ist kaum noch vorhanden. „Meist reicht eine Sitzung (ca. 750,– Euro). Bei stark ausgeprägtem Doppelkinn kann eine weitere notwendig sein. Nur bei zwei von 200 Patienten hat die Methode nicht funktioniert. In diesen Fällen sind die Fettzellen gegen Kälte immun.“ Coolsculpting ist für Jung und Alt geeignet. Wichtig ist eine vorausgehende Beratung, denn nicht jeder sei geeignet, weiß Dr. Horwath. „Bei einem Doppelkinn, das aufgrund eines Hautüberschusses besteht, wäre eine Operation vorzuziehen.“ Morri
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