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Ausgabe Nr. 42/2019 vom 15.10.2019, Fotos: www.sandicca.com/Kroisleitner
Sanddorn gedeiht bei Tanja (Bild) und Gabriel Kroisleitner im Joglland (Stmk.) prächtig.
Hier werden die Beeren von Blättern und Dornen getrennt.
Die Zitrone des Nordens
Er mag‘s gern sonnig, ist anspruchslos und konkurrenzstark. Der Sanddorn gehört zu den gesündesten heimischen Wildobstarten. Die Ernte der leuchtend orangefarbenen Beeren ist allerdings ein recht aufwändiges Unterfangen.
Der Name verrät es schon – Sanddorn gedeiht bevorzugt auf trockenen, sandigen oder steinigen Böden, also da, wo sonst nicht viel wächst. Seine ursprüngliche Heimat ist Nepal in Asien. Doch auch in unserem Land fühlt sich das Ölweidengewächs wohl.

Genauer gesagt in Wenigzell im steirischen Joglland auf 840 Meter Seehöhe. Dort in unberührter Natur – nicht weit von Peter Roseggers Waldheimat entfernt – haben Tanja und Gabriel Kroisleitner Pionierarbeit geleistet und die landesweit erste Sanddornplantage angelegt.

Begonnen haben sie vor sieben Jahren, als die beiden die Landwirtschaft ihrer Eltern übernahmen und auf ganz neue Beine stellen wollten.

„Ich habe Sanddorn damals in der Schwangerschaft verwendet, um mein Immunsystem zu stärken. Daraus entstand dann die Idee, es mit dem kommerziellen Anbau zu versuchen“, erzählt Tanja Kroisleitner. Mit duchschlagendem Erfolg.

Zur Zeit wachsen auf einer Fläche von vier Fußballfeldern (rund drei Hektar) mehr als 6.000 Sanddornpflanzen, die bis zu vier Meter hoch werden können und aus weiblichen und männlichen Sträuchern bestehen. „Damit sich die erbsengroßen Beeren bilden können, muss der Wind die Pollen von den männlichen zu den weiblichen Sträuchern tragen. Sonst gibt‘s keine Früchte“, erklärt Gabriel Kroisleitner.

Pflückreif ist der Sanddorn, der wegen seines hohen Vitamin-C-Gehaltes auch „Zitrone des Nordens“ genannt wird, in der Regel zwischen September und Oktober. Die Ernte gehört jedoch nicht zu den einfachsten Arbeiten, da die Beeren von den namensgebenden Dornen beschützt werden.

„Wer schon einmal mit den langen Dornen, die gut unter den grünen Blättern versteckt sind, in Berührung gekommen ist, weiß, dass beim Absammeln feste Handschuhe angesagt sind“, schmunzelt der 40jährige.

Einfach mit den Fingern abreißen, wie einen Apfel, lassen sich die Beeren aber ohnehin nicht. „Dazu hängen die Früchte viel zu fest am Strauch. Sie würden zerplatzen und der wertvolle Saft würde uns zwischen den Fingern zerrinnen“, erklären die Sanddorn-Bauern. Weshalb auf ihrer Plantage mit einer Heckenschere gleich ganze Zweige gekappt werden. „Es darf nicht zu viel abgeschnitten werden, damit das Wildobst im nächsten Frühjahr wieder austreiben kann“, weiß das Ehepaar. Etwa zwei Drittel eines jeden Strauches werden bei der Schnitternte entfernt. Der Rest bleibt stehen und kann weiterwachsen. Danach benötigt der Sanddorn allerdings eine einjährige Vegetationsphase. „Wir haben die Sträucher zeitlich versetzt angelegt, sodass wir jedes Jahr ernten können“, sagt Tanja Kroisleitner.

In einer Transportkiste werden die fruchttragenden Äste dann in ein Tiefkühlhaus gebracht und bei Temperaturen von minus 18 Grad Celsius für eine Woche gefrostet. „Die Beeren lassen sich dadurch leichter von den Ästen abschütteln und bis zur Weiterverarbeitung einlagern“, sagt die Firmenchefin. Zwischen fünf bis acht Tonnen lassen sich im Joglland pro Hektar an den vitaminreichen Beeren ernten. Roh gegessen schmecken die orangen Früchte aber viel zu sauer. Um in den Genuss des gesunden Vitamins zu gelangen, werden sie daher meist zu fruchtigen Säften oder Ölen gepresst. Doch nicht nur die Beeren werden von den findigen Landwirten über ihr eigenes Verkaufsportal (www.sandicca.com) vermarktet, sondern auch die Blätter und die Pressrückstände. „Daraus machen wir Tees oder Seifen. Besonders nachgefragt ist in der kalten Jahreszeit aber unser Bio-Frische-Elixier für mehr Widerstandskraft“, freuen sich die Sanddorn-Pioniere.Am Strauch hängend ist das Wildobst hingegen für die Tiere äußerst wertvoll. Hühnervögel wie Fasan und Rebhuhn lieben die Beeren und decken im Winter einen Teil ihres Nahrungsbedarfes durch sie ab. Hwie
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