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Ausgabe Nr. 41/2019 vom 08.10.2019
„Wunderland Kalkar“: Im Kühlturm befindet sich ein 58 Meter hohes Kettenkarussell (li.). Die italienische Stadt Pitigliano thront auf einem Tuffsteinfelsen (re.).
Buch „Atlas Obscura – Kids Edition“ (Loewe Verlag, 112 Seiten, 20,60 Euro)
Orte zum Staunen
Unsere Erde hat viele wunderliche Orte zu bieten. In Island dürfen Abenteurer das Innere eines Vulkans inspizieren. In Deutschland vergnügen sich Kinder und Erwachsene in einem Atomkraftwerk und in der italienischen Stadt Pitigliano spielt sich das Leben nah am Abgrund ab. Im Salzbergwerk Wieliczka in Polen wurde eine riesige Kapelle geschaffen, während im Eiffelturm in der französischen Stadt Paris ein Geheimzimmer errichtet wurde.
Die Natur hat viele schöne Orte zu bieten. Doch auch der Mensch schuf einige Kunstwerke, die bis heute Besucher in Staunen versetzen. Dylan Thuras und Rosemary Mosco haben einige dieser faszinierenden Regionen im Buch „Atlas Obscura – Kids Edition“ (Loewe Verlag, 112 Seiten, 20,60 Euro) zusammengefasst. Das Buch richtet sich an Kinder und jung gebliebene Abenteurer. Wir stellen ein paar dieser wunderlichen Orte, die sich in Europa befinden, vor.

Geheimzimmer im Eiffelturm

Der Ingenieur Gustave Eiffel hat die französische Hauptstadt Paris mit einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt ausgestattet, dem Eiffelturm. Das Bauwerk ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Von hoch oben bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf Paris, die Stadt der Liebe.

Doch ein Stück seines Triumphes wollte Eiffel für sich alleine behalten. An der Spitze des Turmes richtete er sich eine kleine, aber feine Wohnung ein. Sein privates Refugium befindet sich auf der dritten Plattform in fast 300 Metern Höhe. Die Räume sind mit gemütlichen Holzmöbeln und einem Klavier ausgestattet. Die Wände bedecken orientalische Paisley-Tapeten, an der teure Ölgemälde hängen.

Touristen dürfen die Räumlichkeiten betreten. Dort sehen sie drei lebensgroße Wachsfiguren. Sie zeigen Eiffel im Gespräch mit Thomas Edison, der Eiffel ein von ihm erfundenes Grammophon schenkt. Dahinter steht Eiffels Tochter Claire.

Dem Abgrund so nah

Schöner wohnen lässt es sich auch in Pitigliano. Das Städtchen in der Toskana (Italien) thront auf einem gewaltigen Felsplateau aus Tuffstein. „Die würfelförmigen Häuser sind bis an den Rand des Plateaus gebaut. Sie sehen fast so aus, als wären sie aus dem Fels gehauen“, erzählt die Autorin Rosemary Mosco.

Im Stadtzentrum schlendern Besucher durch enge Gassen. Pitigliano ist von zahlreichen Hohlwegen umgeben, die in den Tuffstein geschlagen wurden. Der spektakulärste ist die Via Cava di Fratenuti. Die viertausend Einwohner leben überwiegend vom Gemüse- und Obstanbau sowie der Olivenöl- und Weinherstellung. Eine Spezialität aus Pitigliano ist der „Sfratto“, ein Gebäck mit einer Füllung aus Nüssen, Zimt, Orangenschale und Honig.

Hinein in den Vulkan

Helm auf, Klettergurt anlegen und hinein in den Stahlkorb. So beginnt die Fahrt ins Innere des isländischen Vulkans Þríhnúkagígur, auch Thríhnúkagígur genannt. Die Abenteurer werden in eine riesige Kammer hinuntergelassen, die einmal mit Magma gefüllt war, aber heute leer ist. Mit einer Tiefe von 120 Metern passt die Hallgrímskirche, das Wahrzeichen der isländischen Hauptstadt Reykjavik, höhenmäßig problemlos in das Vulkaninnere.

An den Wänden glitzern Mineralien in unterschiedlichen Farben. „Im Licht der Stirnlampe werden die Besucher Lilatöne sehen, die in leuchtende Orange- und Gelbtöne übergehen. An den Wänden hängt abgekühltes, erstarrtes Magma“, sagt Mosco. Angst, dass der Vulkan während des Besuches ausbricht, müssen die Ausflügler nicht haben. „Das geschah zuletzt vor 4.000 Jahren.“

Salzige Sensation

Ein atemberaubender Ort unter Tage ist auch das Salzbergwerk Wieliczka in Polen. Das Aushängeschild ist die Kinga-Kapelle. Sie ist 54 Meter lang und befindet sich 110 Meter unterhalb der Erdoberfläche. Von der Decke hängen Kronleuchter aus Salzkristallen herab, die den Raum in ein warmes Licht tauchen. Skulpturen verschönern das Gotteshaus. „Jeder Gegenstand, vom kleinsten Kristallglas bis hin zur größten Säule, besteht aus Salz“, weiß die Autorin.

Generationen von Bergmännern haben 70 Jahre an der Fertigstellung der Kapelle gearbeitet. Beim Ausflug in die Salzmine werden zwanzig Kammern und unterirdische Salzseen besichtigt. Auf der Strecke sind 800 Stufen zu bewältigen.

Spielen im Atomkraftwerk

In der deutschen Stadt Kalkar sollte ein Atomkraftwerk entstehen. Es wurde zwar gebaut, ging aber nie in Betrieb, weil die Anwohner dagegen protestierten. Als der niederländische Unternehmer Hennie van der Most davon hörte, kam ihm die Idee, einen Vergnügungspark auf dem Gelände zu bauen.

Er errichtete das „Wunderland Kalkar“. Hauptaugenmerk ist der riesige Kühlturm, in dessen Inneren ein Kettenkarussell aufgebaut ist. Außen wurde der graue Koloss mit einer gemalten Berglandschaft und einer Kletterwand verschönert. Im Freizeitpark können Besucher zwischen 40 Attraktionen wählen, von einer Achterbahn bis hin zum Riesenrad. widlak
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