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Ausgabe Nr. 38/2019 vom 17.09.2019, Foto: AdobeStock
Geistig fit ins (hohe) Alter
Fünf „L“ gegen Demenz
Die Zahl der an Demenz-Erkrankten nimmt weltweit stark zu. In unserem Land gibt es aktuell rund 140.000 Betroffene, zwei Drittel davon leiden an der Alzheimer-Variante. Tendenz weiterhin steigend. Dabei ist es ein Irrglaube, dass die Krankheit allein erblich bedingt ist. Viel mehr Einfluss hat unser Lebensstil. Heute wissen Ärzte, wer rastet, der rostet, auch geistig.
Lange leben, aber erst spät „alt“ werden, auch im Kopf. Diesen Wunsch hegen viele Menschen. Wie er sich verwirklichen lässt, erklären eine Neurologin und andere Experten.

„Laufen“ stärkt Körper und Geist

Laufen steht als Überbegriff für flottes Spazierengehen, Wandern, Nordic Walking und Jogging, im weitesten Sinne für jede Form der Bewegung. Davon gönnen wir uns viel zu wenig, warnen Experten seit Jahren und ermuntern uns, den „Bewegungsapparat“ als solchen zu benützen. „Wenn wir uns bis ins hohe Alter regelmäßig bewegen, sinkt das Risiko für Gefäßkrankheiten und die Wahrscheinlichkeit, eine Demenz zu erleiden“, erklärt Bettina Metschitzer, Neurologin am Klinikum Wels-Grieskirchen (OÖ).

Herz, Hirn und die Gelenke danken es, wenn sie pro Woche zweieinhalb Stunden mit moderatem Ausdauersport in Schwung kommen.

Für Anfänger sind das in der Woche drei bis vier Jog-
gingrunden oder zwei bis drei Einheiten Nordic Walking oder einfach flottes Gehen. „Moderat heißt, so schnell,
dass Sie reden, aber nicht mehr singen können“, sagt Thomas Dorner, Präsident der österreichischen Gesellschaft für öffentliche Gesundheit. Im Idealfall ergänzen pro Woche zwei Mal muskelkräftigende Einheiten wie Kniebeugen oder Kraftübungen mit einem Theraband das Programm. Eine Studie der MedUni Graz zeigte, ältere Menschen, die besonders fit sind, haben ein Gehirn, das dem von sieben Jahre jüngeren Menschen gleicht.

„Lernen“ – Gehirn-Fitness, für die wir nie zu alt sind

Dem Lernen kommt in der Vorbeugung der Demenz ein besonderer Stellenwert zu. „Grundsätzlich ist es von Vorteil, sich ein Leben lang geistig zu fordern. Das Lesen anspruchsvoller Texte etwa ist eine gute vorbeugende Übung“, verrät Metschitzer. Es dürfen durchaus komplexere geistige Tätigkeiten sein. „Gesellschaftsspiele sind ein gutes Beispiel. Nur Kreuzworträtsel zu lösen, ist in der Demenzvorbeugung zu wenig.“

Andere Empfehlungen lauten, Telefonnummern auswendig zu lernen, Tanzen zu lernen oder Karten zu lesen anstatt sich auf das Navigationsgerät zu verlassen. Von Vorteil ist es auch, in der zweiten Lebenshälfte weiter Freude an den Hobbys zu haben, sich neue zuzulegen und sie regelmäßig auszuüben.

„Liebe“ senkt Stress und Cholesterin

Positive Gefühle beeinflussen unsere Gesundheit positiv. Daran haben Ärzte keinen Zweifel mehr und eine Studie der Wiener Uniklinik untermauert dies.

Küsse haben auch im hohen Erwachsenenalter heilende Wirkung. Ein gefühlvoller Kuss senkt den Blutdruck und die LDL-Cholesterinwerte. Sogar Heuschnupfengeplagte verspürten nach einer halben Stunde Küssen deutliche Besserungen ihrer Symptome. Ebenso positiv ist Händchenhalten. Schon zehn Minuten verringern hohen Blutdruck und Pulsanstieg und stärken somit das Herzkreislaufsystem.

„Körperliche Berührungen streicheln auch die Seele“, sagt die Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. „Durch Körperkontakt schütten wir das Bindungshormon Oxytocin aus, das beruhigt und Stress reduziert.“

„Lachen“ – Wellness fürs Herz

Zwei Sekunden und sieben schnelle HaHaHa dauert im Durchschnitt ein Lacher. Er ist jedoch nicht nur Ausdruck von Heiterkeit, sondern wirkt auf Körper und Seele. Lachen entspannt, baut Stress ab sowie Konzentration auf und stärkt das Immunsystem. Der Herzschlag beschleunigt sich zunächst, um sich bald deutlich zu verlangsamen. Der Blutdruck sinkt, die Muskulatur entspannt sich. Insgesamt kommt es zu einer besseren Durchblutung und die Verdauungsdrüsen werden angeregt.

„Leben“ heißt, unter die Leut‘ zu gehen

Unsere Sozialkontakte haben große Wirkung auf die körperliche, geistige und seelische Gesundheit. Durch Kommunikation und emotionale Anteilnahme am Leben anderer wird unser Gehirn ständig gefordert.

„Außerdem hebt das die Stimmung“, meint Dr. Met-
schitzer, die Spezialistin für Demenz. „Ein sozialer Rückzug im Alter sollte unbedingt vermieden werden. Das gilt auch für Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Hier kann es zur Verschlechterung der Krankheit kommen. Familienfeste, Treffen mit Gleichgesinnten und die Freizeit zu genießen ist äußerst wichtig.“
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almodovar
4 von 5 waren klar
lernen, lieben, lachen
und zur not auch laufen *lol*
wäre meine antwort gewesen -
und wird's auch bleiben,
weil diese 4 L's in summe ergeben ja das 5te, nämlich das leben
-
und das kann auch gut gehen mit diesen 4 L's wenn frau'mann in hohem alter keine außenkontakte mehr hat
-
1.L = das lachen,
das ist das aller wichtigste, was man sich erhalten sollte !
-
(somit war das kurz'sche "hobt's_scho'mittog'gess'n"
für einige von uns allen
wohl antidementiell und lebensverlängernd)

:)

spass,
Mag. H. Kostek
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