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Ausgabe Nr. 37/2019 vom 10.09.2019, Fotos: AdobeStock
Die Brücke „Ponte Vecchio“
Unterwegs in Florenz
Anreise: mit dem Flugzeug oder der Bahn. Wer mit dem Auto anreist, sollte keinesfalls in das historische Zentrum innerhalb der Ringstraße fahren. Das dürfen nur Fahrzeuge mit Sondergenehmigung.

Information: beim Tourismusverein
www.firenzeturismo.it oder
www.destinationflorence.com
Die Stadt der schönen Künste
Die Hauptstadt der Toskana (Italien) ist eine Welthauptstadt der Kultur. Urlauber zieht es in die Uffizien, wo Werke bekannter Künstler ausgestellt sind. Das alles überragende Gebäude ist der Dom. Neben imposanten Bauwerken punktet Florenz auch mit gutem Essen und dem historischen Boboli-Garten.
Jeden Tag schiebt Beatrice Trambusti einen mobilen Verkaufsstand zur großen Markthalle in der italienischen Renaissance-Stadt Florenz. Um vier Uhr in der Früh steht sie auf, um fünf Uhr schwingt sie bereits den Kochlöffel. Sie bereitet eine Spezialität zu, die nur in Florenz zu finden ist. „Selbst in anderen Teilen Italiens ist diese Speise unbekannt. Ich mache ,Lampredotto‘. Das ist ein gekochter Kuhmagen“, erzählt Trambusti.

Früher wurde der Kuhmagen nur auf einem Stück Papier serviert. Die Italienerin wertet das Produkt aber auf. Sie schneidet den Kuhmagen in kleine Streifen, packt ihn in ein Panini, eine Art Semmel, und verfeinert ihn mit Chili-Sauce.

Wer noch weitere köstliche Speisen schlemmen möchte, stattet der zweistöckigen Markthalle einen Besuch ab. Im „Bauch von Florenz“ werden an 120 Ständen Lebensmittel und warme Speisen angeboten. Der Herbst hält das interessanteste Gemüse der toskanischen Küche bereit. Gelbe Kürbisse, Schwammerl, Maroni, Trüffel und Granatäpfel werden feilgeboten.

Gutes Essen gehört zur Hauptstadt der Toskana genauso wie die Kunst. Die Medici machten Florenz ein großes Geschenk. Die einflussreiche Familie, zu denen bedeutende Kunstmäzene und skrupellose Politiker gehörten, überließ Florenz ihre Kunstsammlung. Die Stadt erhielt sie aber nur unter einer Bedingung. Die Kunstwerke dürfen Florenz nie verlassen. Sie sind in den Uffizien ausgestellt. In das Museum zieht es viele Urlauber, um die Werke von Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci und Michelangelo zu sehen. „Das Museum ist gigantisch groß. Es lohnt sich daher, sich vorab zu überlegen, auf welche Künstler oder Säle sich jeder konzentrieren will. Wer sich vorab eine Eintrittskarte im Internet kauft, kann die Warteschlange umgehen“, hat Teresa Santoro vom Tourismusverein in Florenz ein paar Tipps parat.

Sehenswert sind Botticellis Gemälde „Frühling“ und „Die Geburt der Venus“ sowie Giottos lächelnde „Ognissanti-Madonna“, die als einzige Maria der Kunstgeschichte die Zähne zeigt.

Einige Meisterwerke stehen auch auf öffentlichen Plätzen. Etwa die Statue des Perseus, der den bluttriefenden Kopf der Medusa zur Schau stellt. Die Bronzeplastik wurde von Benvenuto Cellini geschaffen. Sie irritiert Besucher aus Nahost genauso wie die Kopie von Michel-
angelos „David“, weil beide Figuren nackt zur Schau gestellt werden.

Die Florentiner stört das nicht. Ihre Stadt, die vom Fluss Arno durchzogen wird, war für drei Jahrhunderte das kulturelle Zentrum Europas. Das Selbstbewusstsein und der Kunstsinn der Bewohner sind groß. So groß, dass sie sogar eine Filiale des amerikanischen Schnellrestaurants „McDonald‘s“ verhinderten. Im Schatten des Domes wollte das Unternehmen Besucher verköstigen. Doch die Bewohner hielten das für unvereinbar.

Zu kostbar ist ihnen ihre Stadt, allen voran der Dom. Das Gotteshaus überragt bis heute jedes Gebäude und ist doch harmonisch mit der Stadt verbunden. „Wer die 463 Stufen erklimmt, bekommt einen grandiosen Blick auf das historische Zentrum und spannende Einblicke in die Kuppelkonstruktion“, erzählt Santoro.

Neben dem Dom steht der Campanile, ein kunstvoller Glockenturm. „Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenlos. Nur wer sich das Baptisterium ansehen, die Kuppel und den Glockenturm besteigen will, muss eine Eintrittskarte erwerben“, sagt die Italienerin.

Das Baptisterium San Giovanni ist die Taufkirche, die dem Stadtheiligen Johannes geweiht ist. Sehenswert sind die Mosaike in der achteckigen Kuppel. Gut einen halben Kilometer entfernt befindet sich die „Ponte Vecchio“, die älteste Brücke, die sich über den Arno spannt.

Am leichtesten sind all die Sehenswürdigkeiten mit den Innenstadtbussen der Linien „C“ zu erreichen. Ansonsten lässt es sich auch wunderbar durch die Stadt schlendern. Das angesagteste Viertel ist San Frediano. Hier wird auf der Straße noch Fußball gespielt. Beim Spaziergang durch das Dante-Viertel kommen Besucher mit dem berühmten Dichter Dante in Berührung.

In den mittelalterlichen Gassen rund um die Via Dante Alighieri stechen die Turmhäuser hervor. In der Kirche Santa Margherita de‘ Cerchi hat der Dichter geheiratet. „Verliebte pilgern bis heute hin und hinterlassen Kärtchen mit Gedichten und heimlichen Wünschen“, verrät Santoro. Der Garten Bardini ist ein herrlicher Aussichtspunkt. Er bietet einen traumhaften Panoramablick über den historischen Boboli-Garten.

Unterwegs kommen Besucher immer wieder an Bäckereien vorbei, in denen „Cantuccini“ angeboten werden. Das ist ein Mandelgebäck, das die Florentiner am liebsten in den süßen Dessertwein „Vin Santo“ eintauchen und dann verspeisen. Es ist ein hübsches Mitbringsel, das es möglicherweise aber nicht bis nach Hause schafft. widlak
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