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Ausgabe Nr. 34/2019 vom 20.08.2019, Fotos: picturedesk.com, Sony Pictures
Brad Pitt, 55, derzeit in unseren Kinos zu sehen, will sich bessern.
Mit DiCaprio im neuen Film
„Ich baue schlechtes Verhalten ab“
Seine Karriere ist beachtenswert. Im Privatleben lief es dagegen für Brad Pitt nicht rund. Doch für seine Kinder will er sich nun ändern.
Es war einmal … eine Traumfabrik in Hollywood. Der Meister-Regisseurs Quentin Tarantino, 56, zeigt sie in seinem neuen Film „Once Upon a Time in Hollywood“ (derzeit in unseren Kinos) und ging dabei in die 60er Jahre zurück. Ein Werk, das von den Kritikern, sogar aus Russland und China, hoch gelobt wird.

Dass der Streifen großen Anklang findet, ist zweifellos auch den prominenten Darstellern geschuldet. Neben Margot Robbie, 29, sind Leonardo DiCaprio, 44, und Brad Pitt, 55, in den Hauptrollen eines Filmes zu sehen, der drei Tage einer Handvoll Menschen im Los Angeles des Jahres 1969 folgt, als die fanatische Manson-Sekte die schwangere Schauspielerin Sharon Tate und vier andere Mitglieder ermordete.

Es ist das erste Mal seit dem vor zehn Jahren in Berlin (D) gedrehten Kriegsfilm „Inglourious Basterds“, dass Pitt
wieder mit Tarantino gearbeitet hat. Der Filmemacher erhielt für den brutalen Film den „Oscar“ für die „beste Regie“. Für sein neues Werk stehen die Chancen auch gut, mit der höchsten Auszeichnung der Filmbranche geehrt zu werden. Pitt schrammte bisher drei Mal an einer Auszeichnung vorbei. Den „Oscar“ holte er sich aber 2014 in der Kategorie „bester Film“ für „12 Years a Slave“.

Bis dahin war es eine lange Reise für den am 18. Dezember 1963 in Shawnee im US-Staat Oklahoma geborenen Darsteller. Aufgewachsen sind er und seine beiden Schwestern in Springfield (US-Staat Missouri). Die Eltern erzogen die Kinder streng religiös und steckten den Sohn in den Kirchenchor. „Kein Wunder, dass ich schon als Teenager ausflippte und im Keller den Whisky meines Vaters stahl“, lacht Pitt. „Ich hatte mit der Religion nicht viel am Hut.“ Dem Alkohol sprach er schon eher zu, er wurde für den Darsteller zum Problem.

Anfangs war der gutaussehende junge Mann allerdings noch hoffnungsfroh. Er gab das Studium der Publizistik und der Betriebswirtschaftslehre mit 22 Jahren auf, um im fernen Los Angeles, an der Westküste Amerikas, Karriere zu machen. Er wollte in die Fußstapfen seiner Film-Idole Cary Grant und James Dean treten. Mehr als ein paar schlecht bezahlte Werbefilmchen für Blue Jeans zog er anfangs nicht an Land. Deshalb hielt er sich als Fahrer für Stripperinnen über Wasser. Doch er gab nicht auf. Mit unbedeutenden Rollen, die nicht einmal im Film-Vorspann erwähnt wurden, arbeitete sich Pitt mühsam nach oben.

Bis er im Jahr 1991 erste Aufmerksamkeit in der Filmwelt als Liebhaber von Geena Davis in „Thelma und Louise“ errang. Ein Jahr später engagierte ihn Robert Redford für seinen Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“. Ebenfalls 1992 verkörperte Pitt im Thriller „Kalifornia“ einen Serienkiller. International bekannt wurde er 1994 neben Tom Cruise in „Interview mit einem Vampir“.

Pitt war nun derart begehrt, dass seine anfängliche Gage von 6.000 Dollar auf 30 Millionen Dollar stieg. Und die Damenwelt liebte ihn. Zuerst war es seine Kollegin Gwyneth Paltrow, 46, mit der er sogar verlobt war, die aber nach einem Streit davonlief. Pitt tröstete sich mit anderen Frauen, trank zu viel Alkohol und konsumierte Haschisch.
Bis er sich im Jahr 1998 in seine Kollegin Jennifer Aniston verliebte und sie zwei Jahre später heiratete. Die beiden bildeten das Traumpaar Hollywoods. Doch auch diese Bindung hielt nicht, weil Pitt beim Drehen des Filmes „Mr. & Mrs. Smith“ seine Partnerin Angelina Jolie, 44, zu anziehend fand. Fünf Jahre nach der Hochzeit stand Aniston am Ende ihrer Ehe und war verzweifelt: „Ich verstand nicht, dass er mich für eine geschiedene, tätowierte Frau mit wilder Vergangenheit verlassen hat.“

Pitt und Jolie zogen zusammen, zunächst ohne zu heiraten. Sie brachte drei adoptierte Kinder in die Verbindung mit: Maddox Chivan (heute 18 Jahre alt) aus Kambodscha, Pax Thien (heute 16) aus Vietnam und Zahara Marley (heute 14) aus Äthiopien. Im Mai 2006 gebar sie Pitts Tochter Shilo. Im Juli 2008 folgten die gemeinsamen Zwillinge Knox Leon and Vivienne Marcheline. Bewunderer feierten die Beziehung der beiden. Doch es gab auch Kopfschütteln. Denn Jolie war offenbar schwanger geworden, bevor sie ihre Scheidung vom Schauspieler Billy Bob Thornton durchziehen konnte. Um die Entgleisung zu verbergen, flog sie mit Pitt nach Namibia, wo Shilo das Licht der Welt erblickte. Nach der Geburt der Zwillinge in Nizza (Frankreich) verkauften die Eltern die ersten Fotos um 14 Millionen Dollar an ein amerikanisches Magazin. Später sagten sie, das Geld sei der gemeinnützigen Jolie/Pitt-Stiftung überlassen worden. Erst im Jahr 2014 machten Pitt und Jolie es offiziell und heirateten. Doch es war zu spät für eine glückliche Ehe. Ihr Leben zwischen internationalen Film-Arbeiten und Kindererziehung war von Tag zu Tag hektischer geworden. Pitt versuchte, die Risse in ihrer Beziehung mit Hilfe von Alkohol und Marihuana zu vergessen. Der endgültige Bruch war unvermeidlich. Er erfolgte am 14. September 2016, als die achtköpfige Familie in einem Privat-Jet auf dem Rückflug von Nizza war. Sie hatten ein paar Tage auf Pitts Schloss „Chateau Miraval“ verbracht, wo er feine Weine produziert. Bei der Zwischenlandung in Minnesota fiel dem Bodenpersonal auf, dass der Schauspieler stark betrunken war. Vor der Ankunft in Los Angeles bestellte Jolie zwei Taxis. In einem fuhr sie mit den Kindern heim, ihr Mann ließ sich in die Wohnung eines Freundes bringen.

Es war das Ende des Traums. Drei Wochen später reichte Jolie die Scheidung ein. Sie warf Pitt vor, ihren Sohn Maddox im Flugzeug angegriffen zu haben, als dieser sie beim Streit mit dem Vater in Schutz nahm. Jolie verlangte alleiniges Sorgerecht und horrende Alimente. Der Rechtsstreit des Paares hat sich bis vor wenigen Wochen hingezogen. Nun haben die Anwälte Kompromisse ausgearbeitet, die eine friedliche Scheidung ermöglichen. Wieviel Brad Pitt zahlen muss, ist nicht bekannt. Die Kinder bleiben bei der Mutter, der Vater darf sie an den Wochenenden abholen. Er hat dafür im Garten seiner Villa in Los Angeles Rutschen und ein Baumhaus errichten lassen.

„Ich bin froh, dass sich der Hass gelegt hat“, sagt Pitt. Er versichert, er habe Trinken und Haschisch aufgegeben, sei in Psychotherapie und ein anderer Mensch geworden. „Die Zeiten sind vorbei, als ich Russen mit ihrem eigenen Vodka unter den Tisch trank. Nun gibt es für mich Beerensaft und Sprudel. Ich baue schlechtes Verhalten systematisch ab. Mir ist klar geworden: Ich hatte die Lotterie gewonnen und verschleuderte meine Zeit mit hohlen Beschäftigungen.“
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