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Ausgabe Nr. 33/2019 vom 12.08.2019, Foto: Picturedesk.com
Antoine Griezmann, Matthijs de Ligt
Meisterliche Aufrüster und Sparefrohs
Ankick für die Top-Dribbler dieser Welt. Nach dem englischen Liga-Start vor wenigen Tagen folgen am Wochenende jene in Deutschland und Spanien. Dank Real Madrid, Juventus und Barcelona steht bereits jetzt ein Rekord an Transfers fest, Bayern München und Liverpool könnten sich verpokert haben.
Das millionenschwere Spielerkarussell dreht sich schneller denn je und könnte zum Saisonbeginn der europäischen Ligen die Kräfteverhältnisse neu mischen. Beinahe 1,3 Milliarden Euro wurden vor der neuen Saison für die 15 teuersten Spieler in Europa ausgegeben, das ist Rekord. Vor zehn Jahren verschlangen die 15 teuersten Wechsel vergleichsweise „nur“ 340 Millionen.

England startete vor wenigen Tagen als erste Top-Liga in die Saison und geizte als finanziell bestgestellte Liga überraschend mit großen Schlagzeilen. Manchester United landete mit 87 Millionen Ablöse für den englischen Nationalteamverteidiger Harry Maguire den teuersten Transfer. Manchester City nimmt mit der Verstärkung von Spaniens Rodri den englischen Titelhattrick in Angriff. Interessanter ist eher, dass ausgerechnet der Champions-League-Sieger Liverpool den Rotstift regieren lässt wie auch der Finalist Tottenham. „Müssen wir in einen Kaufrausch verfallen, weil es die anderen auch tun?“, fragt sich Trainer Jügen Klopp. „Wir sind gut genug aufgestellt. Es ist wie bei einem Auto. Auch wenn das alte verlässlich ist, wollen immer alle ein neues.“

Ob das alte „Fahrwerk“ in der Champions League reichen wird, ist zumindest fraglich. Denn verglichen mit den Inselklubs waren die spanischen Vereine heuer wesentlich spendierfreudiger und wollen die an England verlorene Vormachtstellung zurückerobern. Für den im März zu Real Madrid zurückgekehrten Erfolgstrainer Zinédine Zidane wurde nach einer verkorksten Saison mit 303 Millionen Euro so tief in die Tasche gegriffen wie noch nie. Eden Hazard und Luka Jovic sollen das Offensivspiel zu alten Höhen führen. „Luka ist genial und Eden wird noch besser werden, als er ohnehin schon war“, glaubt der Trainer. „Mit dieser Mannschaft können wir national und international auf Titeljagd gehen.“

Den teuersten Einzeltransfer legte Atlético Madrid hin, das für Portugals Joao Felix 126 Millionen Euro an Ablöse zahlte, der viertteuerste Transfer der Geschichte. Doch auch Barcelona hat sich verstärkt. Mit Antoine Griezmann wurde einer der begehrtesten Spieler Europas an Land gezogen und der verpflichtete niederländische Jungheld Frenkie de Jong gilt ebenfalls als hochveranlagt. Vielleicht wird ja der launische Neymar das Zünglein an der Waage, wer in Spanien und in der Champions League die Nase vorn haben wird. Der Brasilianer verhandelte zuletzt mit Barcelona und Real.

Von all diesem Transferfieber bekommt der zögerlich agierende FC Bayern München wenig mit, der am Freitag die neue Bundesligasaison in Deutschland eröffnet. „Ein schmaler Kader ist gut für die Stimmung, zu viele Spieler auf der Ersatzbank schüren nur die Unzufriedenheit“, redet Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Sparerei schön. Doch die Bayern haben sich bislang nur mit Frankreichs Lucas Hernández verstärkt, der als Linksverteidiger unserem David Alaba das Stammleiberl streitig machen könnte. Da jedoch nach dem Abgang von Franck Ribéry und Arjen Robben der angestrebte Erwerb des Offensivspielers Leroy Sané von Manchester City immer noch in der Luft hängt und auch Timo Werner von Leipzig nicht zu kommen scheint, könnten sich die Münchener schwer verspekuliert haben, wenn sie nicht noch schnell zuschlagen. „Die Supercup-Niederlage gegen Dortmund hat unsere Probleme aufgezeigt“, mahnt Robert Lewandowski. „Es fehlen dem Verein drei gute neue Spieler, um konkurrenzfähig zu sein.“ Die Dortmunder hingegen haben bisher zehn Millionen mehr als die Bayern investiert, Julian Brandt sowie Thorgan Hazard geholt und die wackelige Defensive mit Mats Hummels von den Bayern verstärkt. „Wir sind besser aufgestellt als im Vorjahr“, meint Trainer Lucien Favre.

Mit wem in der Champions League noch zu rechnen sein wird, zeigt sich eine Woche später, wenn Juventus Turins neue Mannschaft zum Auftakt der Serie A aufläuft. Mit
150 Millionen Euro investierte der Klub kräftig und zog mit Matthijs de Ligt einen der begehrtesten Spieler an Land. „Es ist unser klares Ziel, heuer die Champions League zu gewinnen“, stellt der neue Trainer Maurizio Sarri klar.
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