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Ausgabe Nr. 33/2019 vom 12.08.2019, Fotos: Silvana Gruze, Anna Stöcher
Gernot Darmann, Volker Plass
Soll Tempo 140 ausgeweitet werden?
Auf 120 Kilometern der Westautobahn dürfen Autofahrer 140 Stundenkilometer schnell fahren. Die Teststrecken zwischen Melk und Oed (NÖ) sowie von Haid bis Sattledt (OÖ) wurden unter Ex-FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer eingeführt. Laut Gutachtern sind dort CO2 und Stickoxide um ein bis zwei Prozent gestiegen. Die steirische und Kärntner FPÖ wünschen sich jetzt eine Ausweitung von Tempo 140. Umweltschützer sehen aber eine deutlich höhere Schadstoffbelastung.
JA: Gernot Darmann,
Klubobmann FPÖ Kärnten
:
„Die Kärntner FPÖ ist für Tempo-140-Abschnitte, auch auf Kärntner Autobahnen, denn die bisherigen Tests in anderen Bundesländern haben gezeigt, dass die Umweltbelastung nicht gestiegen und die Anzahl der Unfälle sogar gesunken ist. Kärntner Pendler sollten auf gut ausgebauten und sicheren Autobahn-Teilstrecken nicht unnötig eingeschränkt werden. Eine minimale Ausweitung des Tempolimits bringt keine zusätzliche ökologische Belastung. Wer die Umwelt entlasten will, muss alles tun, damit Autofahrer auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Hier ist die Kärntner Landesregierung gefordert, Bus- und Bahn in Kärnten günstiger zu machen und die Verbindungen zu verbessern, um Pendlern einen
Umstieg schmackhaft zu machen. Andere Bundesländer haben das vorgemacht, Kärnten hinkt hinterher. Pendler dürfen nicht für die jahrelange Untätigkeit der Kärntner Landesregierung bestraft werden. Es ist Ziel der Kärntner FPÖ, die arbeitende Bevölkerung maximal zu unterstützen. Dazu gehört, das tägliche Pendeln, wo es möglich ist, zu erleichtern. Ausgewählte 140-Stundenkilometer-Autobahnabschnitte wären eine Maßnahme dafür.

NEIN: Volker Plass,
Greenpeace Programm-Manager:

„Ein schwerkranker Patient erhält den ärztlichen Rat, möglichst rasch 25 Kilo abzunehmen. Gleich danach besucht er eine Konditorei und isst dort eine fette Cremeschnitte. Als ihn der Arzt darauf anspricht meint er, die paar zusätzlichen Kalorien würden doch gar nicht ins Gewicht fallen. Genauso verantwortungslos agierte die türkis-blaue Bundesregierung bei Tempo 140. Der Verkehr stellt in unserem Land das mit Abstand größte Problem
bei den klimaschädlichen Treibhausgasen dar. Bis zum
Jahr 2030 müssen wir in diesem Bereich rund acht Millionen Tonnen CO2 reduzieren. Die Politik zeichnet sich seit Jahren durch absolute Untätigkeit aus. Und jetzt werden aufgrund des unnötigen Schnellfahrens auch noch zusätzliche Emissionen produziert. Laut Berechnungen von Greenpeace sind diese sogar mehr als doppelt so hoch wie offiziell behauptet. Wir haben die Verantwortung, unseren Kindern und Enkelkindern die Erde als lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Dazu gehört auch ein halbwegs vernünftiger Umgang mit dem Auto. Das klimaschädliche Tempo-140-Experiment sollte deshalb sofort beendet werden.
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