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Ausgabe Nr. 32/2019 vom 06.08.2019, Fotos: www.draupaddelweg.com, Wolfgang Handler
Rein ins Boot
Tages-Etappe:
Das Kanu kostet 65 Euro pro Tag,
Transport pro Erwachsenem 10 Euro

3-Tages-Tour:
90 Euro pro Person bei Zweier-Belegung im Kanu inkl. Ausrüstung und Einschulung + 4 N im Hotel ab 260 Euro p. P. im DZ mit HP

Information:
Tel.: 0463/203230100,
www.draupaddelweg.com
Daniel Rebernik (l.) und Manfred Winkler
Paddeln auf der Drau
Eine Ausfahrt im Kanu ist eine erfrischende Möglichkeit, sich im Sommer fortzubewegen. In Kärnten können Abenteuerlustige die Drau mit dem Boot erkunden. Sie brauchen dazu keine Vorkenntnisse. Es stehen sieben familienfreundliche Etappen zur Auswahl.
Rein ins Kanu und raus in die Natur. Auf Kärntens längstem Fluss, der Drau, können sich Ausflügler ins Boot begeben. Auf dem „Draupaddelweg“ erleben sie durch Einsatz ihrer Muskelkraft und Unterstützung der ruhigen Fließgeschwindigkeit des Flusses die Landschaft aus einer neuen Perspektive.

Die beiden Kärntner Wassersportler Daniel Rebernik, 42, und Manfred Winkler, 44, haben den Draupaddelweg aus der Taufe gehoben. Sieben Etappen bieten einen 110 Kilometer langen Paddelgenuss zwischen Lienz (T) und Ferlach (K).

Die Ausflügler paddeln durch das Obere und Untere Drautal sowie das Rosental. „Das Schöne am Paddeln an der Drau ist die sich ständig wechselnde Landschaft. Auf dem Fluss wird die Region anders wahrgenommen. Davon sind auch Einheimische immer wieder überrascht“, erzählt Daniel Rebernik.

Die Drau bahnt sich mit einer Geschwindigkeit zwischen zehn und fünfzehn Stundenkilometern ihren Weg durch das Flussbett. „Die Etappen sind kindertauglich, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich“, sagt Rebernik. Nur die erste Etappe kann bei Hochwasser zwischen Lienz und Nikolsdorf (K) etwas wilder ausfallen. „Ab Nikolsdorf ist die Drau dann ruhig und bleibt es auch auf allen anderen Etappen.“

Der Treffpunkt bei jeder Ausfahrt ist die Ausstiegsstelle. Zu dieser fahren die Abenteurer mit dem eigenen Auto oder mit dem Zug. Dort werden sie von den Organisatoren zur Einstiegsstelle gebracht. „Auf diese Weise können die Gäste bei der Zielankunft mit dem Auto weiterfahren. Oder sie nehmen den Zug, viele Einstiegsstellen liegen nahe eines Bahnhofes.“

Die Paddler wählen, ob sie eine Tages- oder eine Mehrtagestour buchen möchten. Sie können auch entscheiden, ob sie jemand begleiten soll oder ob sie sich lieber auf eigene Faust auf das Wasser wagen. „Ins Kanu passen drei Erwachsene, zu zweit fährt es sich aber bequemer, weil mehr Platz für die Ausrüstung ist“, erzählt der Kärntner, der auch Kajaks und Stehpaddel im Angebot hat.

Die ersten fünf Etappen können in einem Stück befahren werden. Zu Beginn erforschen die Ausflügler das Obere Drautal, das für Spezialitäten wie Kärntner Nudeln, Käse, Fisch und Wildgerichte bekannt ist. Von Lienz in Tirol paddeln die Wassersportler nach wenigen Kilometern über die Kärntner Landesgrenze. Sie machen sich auf nach Oberdrauburg. Auf der zweiten Etappe wird das Ziel Greifenburg angepeilt und nach etwa zwei Stunden erreicht.

Mit der Stechpaddeltechnik kommen die Wassersportler zügig voran. Bevor sie ins Kanu steigen, zeigt ihnen Rebernik, wie sie ihr Paddel richtig einsetzen. „Wird es gerade ins Wasser getaucht, dann fährt das Boot geradeaus. Die Gäste müssen sich wegen der Bewegung aber nicht den Kopf zerbrechen. Sie machen sie instinktiv richtig, sobald sie im Kanu sitzen“, bekräftigt Rebernik.

Eine sehenswerte Etappe ist auch die Fahrt von Greifenburg nach Sachsenburg. Die Ausflügler haben hier knapp 21 Flusskilometer zu bewältigen. Unterwegs kommen sie in der Gemeinde Steinfeld vorbei, die nicht nur für das Schloss Raggnitz bekannt ist, sondern auch für die Oberdrautaler Flößertage, die ein Mal im Jahr stattfinden.

Von 15. bis 18. August gesellen sich Flößer zu den Kanuten. Früher war der Holztransport auf dem Wasser eine gefährliche Arbeit. Heute ist es ein kulturelles Brauchtum. Gäste können bei den Flößertagen beim Bau eines Floßes zuschauen und auf einem mitfahren.

Wer die Flößertage verpasst, muss sich aber nicht grämen. Denn die Drau selbst ist das Sehenswerteste beim Paddelausflug. „Die Obere Drau ist ein Naturjuwel. Hier befindet sich der größte Grauerlen-Auwald unseres Landes und 19 heimische Fischarten, darunter gefährdete Arten wie der Huchen“, erklärt Rebernik.

Die Ausflügler paddeln auch durch die Heimat des Pirols, des Eisvogels und des Weißstorchs. Um die Tiere zu schützen, sollte daher nur Rast an den Draubrücken sowie an sanften Uferzonen und seichten Sandbänken gemacht werden. Unterwegs können die Ausflügler auch in Restaurants einkehren.

Im Oberen Drautal finden sich zudem die letzten frei fließenden, also nicht aufgestauten Flussabschnitte der Drau. Zwischen Spittal bis zur Landesgrenze zu Slowenien wird die Drau zur Stromerzeugung genutzt. Der Fluss wird gestaut, weshalb die Paddler ihre muskelbetriebenen Wasserfahrzeuge durch einige Stauseen manövrieren müssen.

Eines davon ist das Kraftwerk Rosegg bei Mühlbach im Rosental, das sich zwischen der sechsten und siebenten Etappe befindet. „Im Rosental begeben sich die Paddler von Villach in die Büchsenmacherstadt Ferlach“, erzählt Rebernik.

Am Ende des Paddelausfluges werden einige ihre Arme „spüren“. „Das Kanufahren trainiert die Muskulatur des Oberkörpers und ist eine perfekte Ergänzung zum Radfahren oder Wandern“, erzählt Rebernik. widlak
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