Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 31/2019 vom 30.07.2019, Foto: API
David Hasselhoff, 67, im Ehe-Glück mit der 27 Jahre jüngeren Hayley Roberts
David Hasselhoff, 67, im Ehe-Glück mit der 27 Jahre jüngeren Hayley Roberts: „Ich habe nicht geglaubt, dass sie ‚ja‘ sagt“
Es war ein Bild für die Ewigkeit, als der Hollywood-Schauspieler David Hasselhoff, 67, mit muskelbepacktem Oberkörper am Strand entlanglief, in der Hand eine rote Rettungsboje. Jahre nach der Erfolgs-Fernseh-Serie „Baywatch“ bröckelte das Image des Strahlemannes. Jahrelang kämpfte er mit Alkoholproblemen. Heute ist er längst wieder oben auf, hat 2018 das 27 Jahre jüngere, walisische Modell Hayley Roberts geehelicht und wird von seinen Bewunderern bei Konzerten frenetisch gefeiert. Im Herbst gastiert der 67jährige Amerikaner für drei Konzerte in unserem Land. Am 8. Oktober in der Dogana Congress Messe Innsbruck (T), am 10. Oktober in der Wiener Stadthalle und zwei Tage später in der Stadthalle Graz (Stmk.). Im Interview erzählt er entspannt von seinem Leben als gereifter Entertainer und Ehemann.
Herr Hasselhoff, seit einem Jahr sind Sie verheiratet – Ihr dritter Versuch.
Sind Sie nun glücklicher?

Ich bin genauso glücklich wie vorher, denn Hayley und ich kennen uns ja schon seit sieben Jahren. Ich habe beschlossen, wieder zu heiraten, weil es unserer Beziehung etwas Sakrales verleiht. Die Ehe bedeutet mir etwas. Und das Gefühl für Hayley stimmt einfach.

Und Sie waren sich sicher, dass sie „ja“ sagen würde?
Nein. Ich dachte, sie würde ablehnen, weil ich so viel älter bin als sie. Aber sie meinte, sie hätte sich unsterblich in mich verliebt. Und ich fühle, dass sie das immer noch ist. Aber selbst wenn sie „nein“ gesagt hätte, wäre es okay für mich gewesen, weil ich diesmal wirklich aufrichtig fragen konnte: „Ich liebe dich. Willst du mich heiraten?“ Es fühlte sich an wie das erste Mal im Leben, also machte ich es.

Sie haben Hayley als Ihre Bewunderin kennengelernt. Wussten Sie gleich, dass sie die Richtige ist?
Ja, schon. Als ich sie traf, wollte ich nicht mit ihr ins Bett, obwohl ich gleich spürte, dass sie mich körperlich wahnsinnig anzieht. Ich wollte einfach nur ein Treffen mit ihr. Ich sagte: „Hey, ich habe eine fantastische Suite mit ganz viel Wasser und ganz für mich alleine. Wollt ihr mit hinaufkommen?“ Sie hatte ihre bereits verheiratete Schwester dabei. Also nahm ich beide mit auf mein Zimmer. Und alle dachten: Oh, David Hasselhoff nimmt zwei Mädels mit – der schlimme Finger.

Aber das war Ihnen egal?
Ja, denn ich bin ein Gentleman. Ich bin von der alten Schule. Ich halte einer Frau die Tür auf und führe sie zum Essen aus. Bei unserem ersten richtigen Treffen wollte ich nicht protzen und Hayley nicht gleich mit der Limousine abholen. Denn sie ist eine typische Waliserin, sparsam und bodenständig. Also lieh ich mir ein Auto und hielt damit vor ihrem Elternhaus (lacht).

Hält Hayley Sie jung?
Ja, definitiv. Sie ist jedoch viel zerstreuter als ich und verliert ständig Sachen. Aber anders als ich, wacht sie in der Früh auf, ist hellwach und singt vor sich hin. Und ich denke: Was ist ihr Problem? Wie kann sie in der Früh schon so fröhlich sein? Ich rolle aus dem Bett, muss mich strecken und brauche erst einmal einen Kaffee, um ich selbst zu sein.

Sind denn noch kleine Hasselhoffs zu erwarten?
Nein (lacht). Ich habe ja schon zwei Töchter. Mit der Nachwuchsplanung bin ich durch. Aber das Gute ist, Hayley will auch keine Kinder. Außerdem sagte sie mir, wenn sie ein Kind hätte, wäre ich bestimmt ein großartiger Vater dafür, aber dann würde ich sie verlieren. Denn sie wäre die ganze Zeit mit dem Baby beschäftigt. Das will ich nicht.

Ab Oktober gehen Sie auf Tournee und spielen drei Konzerte in unserem Land. Ihr Publikum zieht sich für die Shows ja gerne an wie Sie …
Ja, es trägt bei meinen Konzerten die Haare wie ich und ein Brusttoupet. Viele von ihnen haben Rettungswesten oder Schwimmbretter dabei und leuchtend rote Shorts an. In diesem Jahr will ich das Zeug selbst bei meinen Konzerten verkaufen, damit es noch mehr davon im Publikum zu sehen gibt.

Wie fühlt sich das an, wenn Sie auf der Bühne sind, vor Ihnen Menschen, in blinkenden Lederjacken auf den Sesseln stehen, Bier trinken, jedes Ihrer Lieder mitsingen können und irgendwann dann sogar Polonaise durch die Halle machen?
Es gibt mir eine unglaubliche Energie. Wenn mich Menschen fragen, wo ich meine Energie mit 67 Jahren hernehme, antworte ich: „Ich gehe einfach nur raus auf die Bühne und blicke ins Publikum.“ Aber auch schon vor den Konzerten oder auf diversen Veranstaltungen treffe ich meine Bewunderer.

Was passiert da?
So viele Menschen sagen mir dann, wie sehr ich ihre Leben verändert habe. Manche zittern und weinen dabei. Auf den Treffen tauen die Menschen plötzlich auf und zeigen pure Freude. Sie kommen näher zusammen und wollen einfach eine gute Zeit haben.

Sie wollen also Menschen näher zusammenbringen. Wie nehmen Sie derzeit das gesellschaftliche Klima wahr?
Es sind traurige Zeiten. Ich verstehe einfach nicht, was gerade vor sich geht in der Welt, in Amerika, in Europa. Es ist nicht mehr dasselbe wie damals, als ich aufwuchs. Alle liebten einander. Wir wollten die Tour erst „Reunification Tour“ nennen und den Tourstart auf den 3. Oktober legen. Dann überlegte ich mir, sie besser „Freedom! The Journey continues“ zu betiteln. Denn jeder sucht nach der eigenen Freiheit und einem Weg aus dem Hass und der Dunkelheit. Es gibt zu viele Menschen, die nicht glücklich sind und nicht wissen, warum. Es ist wichtig, dass wir mehr miteinander reden.

Und das machen Sie?
Klar. Einfach den fremden Nachbarn fragen: „Hallo, wer bist du? Warum trägst du Burka?“ Ich habe so viele Menschen mit Burkas getroffen, von Kuwait bis Katar, und alle sagten mir: „Wir lieben dich.“ Oder: „Ich hatte ein Poster von dir in meinem Zimmer.“ Und alles, was ich in dem Moment von ihnen sah, waren ihre Augen. Dann sage ich schon einmal: „Das ist lustig, denn jetzt, wo wir reden, kann ich nicht einmal dein Gesicht wegen der Burka sehen. Aber es ist okay. Du kennst mich, du bist meine Bewunderin. Willkommen, gib mir eine Umarmung. Wen kümmert‘s.“ Das tut gut.

Im vergangenen Jahr sangen Sie sich selbst das Udo-Jürgens-Ständchen „Mit 66 Jahren fängt das Leben an“. Am 17. Juli sind Sie 67 geworden. Sind Sie auf dem Zenit?
Absolut. Gerade, was meine Karriere betrifft. Ich gebe Konzerte vor 60.000 Zusehern. Da weiß ich oft gar nicht, was ich empfinden soll, einerseits Demut, andererseits bin ich überwältigt. Aber auf jeden Fall ist es großartig, das alles erleben zu dürfen.

Was planen Sie nach der Tour?
Ich spiele die Hauptrolle in dem Musical „Scrooge“ in London (England). Es basiert auf dem Klassiker von Charles Dickens († 1870) und es wurden extra Lieder dafür geschrieben. Danach verbringe ich Weihnachten mit Hayleys Familie in Großbritannien. Und anschließend gehe ich zurück in die Vereinigten Staaten und filme vermutlich eine neue Fernsehserie, einen „Knight Rider“-Film und einen „Kung Fury“-Film. Denn jeder fragt mich nach „Kung Fury“, weil es darin das Lied „True Survivor“ gibt, das auf der Internetplattform „Youtube“ 37 Millionen Mal angesehen wurde. Jemand hat mich auch gefragt, ob ich ein Schauspieler oder ein Sänger bin. Die Antwort ist ganz
einfach: Ich bin ein Entertainer. Hauptsache, es ist ordentlich was los, und es ist eine Herausforderung. Dann mach‘ ich es. Das ist letztlich auch der Grund, warum ich geheiratet habe (lacht).
Katja Schwemmers
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung