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Ausgabe Nr. 29/2019 vom 16.07.2019, Foto: picturedesk.com
Das türkische Schiff „Yavuz“ bohrt nach Gas und Öl.
Die Piraten im Mittelmeer
Gewaltige Energiereserven schlummern unter dem Mittelmeer. Im Meeresboden zwischen Zypern, Ägypten, Israel und dem Libanon lagern 3,5 Billionen Kubikmeter Erdgas.
In unserem Land wurden im vergangenen Jahr 8,7 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht. Mit dem Vorrat
aus dem Mittelmeer kämen wir demnach 402 Jahre aus. Außerdem befinden sich im Meeresgrund Schätzun-
gen zufolge 1,7 Milliarden Barrel Erdöl (1 Barrel sind 159 Liter).

Sieben Länder haben sich deshalb zum „Gasforum Ost-Mittelmeer“ zusammengetan, um die Bodenschätze ans Tageslicht zu befördern. Zypern, Griechenland, Italien, Ägypten, Israel, Jordanien und Palästina bohren nach den Rohstoffen.

Die Türkei wurde nicht gefragt, weshalb die Türken nun ihre eigenen Pläne verfolgen. Das Land unter der Regentschaft von Recep Tayyip Erdogan, 65, hat die Schiffe „Fatih“ und „Yavuz“ ausgesandt, um vor der Küste von Zypern nach Öl und Gas zu bohren. Dabei besitzen sie keine Konzession und provozieren mit ihrer Haltung die EU, denn Zypern gehört als Ganzes zur EU.

„Solange die Türkei nicht an den Vorkommen beteiligt wird, suchen wir selbst nach Bodenschätzen“, verkündete die türkische Regierung. Die Türken besetzen seit 1974 den Norden Zyperns und sehen es als ihr Recht an, am Gewinn mitzunaschen.

Zudem stößt es den Türken sauer auf, dass die Bohrungen von ausländischen Konzernen durchgeführt werden. Zu ihnen gehören „Eni“ aus Italien, „Total“ aus Frankreich und „ExxonMobil“ aus den USA. „Das sind Piraten“, wetterte Erdogan.

Im Mittelmeer gibt es bereits 230 Bohrplattformen. Der zunehmende Lärm unter Wasser ist für die Organisation „Ocean Care“ das akuteste Problem, das die Industrie verursacht. Hinzu kommen die Verschmutzung mit
Plastik und die Überfischung. Die Hälfte der im Mittelmeer lebenden 41 Haifischarten ist vom Aussterben bedroht.
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