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Ausgabe Nr. 28/2019 vom 09.07.2019, Foto: Alan Kosmac
Die Soca ist Sloweniens schönster Fluss
Urlaub am Fluss

Veranstaltungen:
Metaldays von 21. bis 27. Juli in Tolmin, Erdäpfelfest in Bovec am 10. August, Wanderfestival von 20. September bis 6. Oktober in der Region um Bovec, Jestival – Essen & Kunstfestival in Kobarid am 5. Oktober

Informationen: Tel.: 00386 530 29 647,

www.soca-valley.com, www.slovenia.info
Das smaragdgrüne Tal
Im Herzen der Julischen Alpen entspringt die Soca, Sloweniens schönster Fluss. Durch ein enges Tal bahnt er sich seinen Weg bis zum Mittelmeer. Das saubere Wasser hat die Farbe eines Smaragds. Urlauber können entlang des Flusses wandern, radfahren oder sich in einem Kajak in die Fluten stürzen.
Gut festhalten“, ruft Janko Humar, als er sich an einem Felsen hinunterhangelt. Seine Warnung gilt den Menschen, die sich hinter ihm an einen Felsen schmiegen. Vorsichtig setzen sie einen Fuß vor den anderen, das Stahlseil immer in der Hand. Ein paar Meter geht es nach unten, bevor sie an ihrem Ziel ankommen.

Die Ausflügler stehen vor einer der schönsten Karstquellen der Julischen Alpen in Slowenien. In einer Höhle schimmert farbintensiv reinstes Quellwasser. Hier, nahe der Stadt Bovec, entspringt die Soca, Sloweniens schönster Fluss.

Um zur Quelle zu gelangen, fahren die Besucher bis zur „Hütte an der Soca-Quelle“. „Danach sind es nur 15 Minuten zu Fuß zur Quelle. Anfangs ist der Weg breit und leicht zu begehen. Im oberen Teil ist er mit Keilen und Stahlseilen gesichert. Hier ist Trittsicherheit gefragt“, sagt Janko Humar vom Tourismusverband des Soca-Tales.

Wer es zu Fuß nicht zur Quelle schafft, muss sich nicht grämen. Denn Urlauber können den Fluss auf seiner 138 Kilometer langen Reise von den Julischen Alpen bis ins Mittelmeer begleiten. Die Soca zwängt sich durch ein enges Tal, erzeugt Wasserfälle und Stromschnellen. „Ihr Wasser hat die Farbe eines Smaragds. Es schimmert grün und blau“, erzählt der Slowene.

Die Landschaft ist derart schön, dass entlang des Gewässers auch die Dreharbeiten zum Film „Die Chroniken von Narnia“ stattfanden. Gedreht wurde hauptsächlich in Bovec, der ersten großen Ortschaft an der Soca.

In Bovec befindet sich der 144 Meter hohe Wasserfall Boka. Es handelt sich dabei um den wasserreichsten des Landes. „Bovec ist auch das Zentrum für sportliche Aktivitäten. Kajakfahrer stürzen sich hier in die Fluten, Rafting-Boote lassen sich von der Kraft des Wasser mitreißen und Wanderer spazieren auf den Wanderwegen neben dem Fluss“, erzählt Humar.

Den schönsten Ausblick gibt es im „Adrenalin Park“ in Bovec. Wagemutige klinken sich in ein Stahlseil ein und sausen von 1.300 Metern Höhe in die Tiefe. Hoch über dem Boden genießen sie auf einer 3,2 Kilometer langen Fahrt den Ausblick auf das Soca-Tal.

Kurz nach Bovec macht die Soca eine Biegung und fließt weiter nach Kobarid. In dem 1.000-Seelen-Dorf ist Ana Roš aufgewachsen. Die 46jährige wurde vor zwei Jahren zur besten Köchin der Welt gekürt. Nachdem aus einer Karriere als Schifahrerin nichts wurde, übernahm sie das Restaurant ihres Schwiegervaters.

Im „Hiša Franko“, auf Deutsch „Franks Haus“, serviert sie Ravioli mit wildem Hopfen, frittierten Spinat mit Lamm oder marmorierte Forelle, die auch als Marmorataforelle bekannt ist. „Sie ist die größte aller Forellen und war fast ausgestorben“, erzählt die Köchin.

Der Fischereiverein Tolmin hat vor einigen Jahren begonnen, die Marmorata wieder zu züchten. Jährlich werden 200.000 Forellen ausgewildert. Die Fische werden bis zu 1,20 Meter groß und 30 Kilo schwer. Für Angler ist die Soca ein Eldorado. Die meisten lassen die Tiere nach dem Fang aber wieder frei.

Tolmin, der größte Ort im Tal, liegt 16 Kilometer flussabwärts von Kobarid. Auf den Almen wird aus Kuhmilch der Käse Tolminc hergestellt. Über der Ortschaft erhebt sich das hölzerne Heiligtum, die Heiliggeist-Gedenkkirche in Javorca. „Die Kirche ist den gefallenen österreichisch-ungarischen Verteidigern der Schlacht an der Isonzofront gewidmet“, erzählt der Slowene. Sie ist eine der Bauten am Weg des Friedens, der die Denkmäler und Überreste des Ersten Weltkrieges im Soca-Tal verbindet.

In Tolmin gibt es auch einige Festivals. Bei einem wird es ziemlich laut. Bei den „Metaldays“ wird von 21. bis 27. Juli in den Wäldern des Tales musiziert. An heißen Tagen können sich die Besucher in der 15 Grad kühlen Soca abkühlen.

Etwas wärmer ist der Fluss in Most na Soci. Hier formt sich das Gewässer zu einem kleinen See, in dem Wasserratten schwimmen können. In dem geschichtsträchtigen Gebiet dampft in den Sommermonaten auch die Wocheinerbahn. Der Zug führt von Jesenice am Ende des Karawankentunnels durch das Soca-Tal ins malerische Weinbaugebiet Goriška bis nach Triest (I), wo sich die Soca ins Mittelmeer ergießt. Den Namen ändert der Fluss bei der Überquerung der italienischen Grenze in Isonzo. widlak
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