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Ausgabe Nr. 28/2019 vom 09.07.2019, Foto: All mauritius/Axel Leschinski
Sofort Eispackungen auflegen, das lässt den blauen Fleck schneller verschwinden.
Der „blaue Fleck“ muss weg
Oft genügt ein Stoß gegen einen harten Gegenstand, schon bildet sich ein Bluterguss. Ein „blauer Fleck“ kann schmerzhaft sein, in jedem Fall stört er das Hautbild. Unbehandelt dauert es bis zu drei Wochen, bis der Körper das ausgetretene Blut im Gewebe abgebaut hat. Dieser Prozess lässt sich beschleunigen.
Der Sommer ist für viele Menschen die schönste Jahreszeit. Wir tragen kurze Hosen, Kleider ohne Ärmel und Röcke, die viel Bein zeigen. Wie ärgerlich sind gerade dann „blaue Flecken“, die das Hautbild deutlich beeinträchtigen.

Hämatome, wie Ärzte Blutergüsse nennen, sind das sichtbare und manchmal schmerzhafte Ergebnis einer Blutung in das Unterhautgewebe. Auslöser können Verletzungen von Blutgefäßen durch Operationen oder Unfälle sein, doch häufig genügt ein Moment der Unachtsamkeit, ein kurzer Stoß, ein Sturz, ein Schlag und schon nimmt das Unheil seinen Lauf. „Ein Bluterguss ist der Austritt von Blut aus einem verletzten Gefäß in das umliegende Gewebe oder in eine Körperhöhle. Im Normalfall heilt ein Bluterguss von selbst im Laufe von zwei bis drei Wochen ab. Währenddessen zeigt er verschiedene Farben, weil die Blutrückstände vom Körper abgebaut werden. Am Beginn ist der Bluterguss noch rot, denn die kleinen Gefäße platzen auf und das Blut tritt ins Gewebe. Gerinnt das Blut, wird der Fleck dunkelrot-blau. Die braun-schwarze Farbe zeigt, der Abbau des Blutfarbstoffes Hämoglobin beginnt. Er wechselt weiter zu dunkelgrün und gelb-braun, bis er verschwindet“, erklärt der Gefäßmediziner Dr. Wolfgang Mlekusch aus Wien (www.gefaessarzt.at).

Brüchige Gefäße bluten schnell

„Blaue Flecken“ nach Operationen oder schweren Unfällen werden verständlicherweise als geringstes Problem angesehen und meist nicht weiter beachtet. „Blaue Flecken“ nach banalen, kurzen Kontakten mit einem stumpfen Gegenstand wie einer Tisch- oder Bettkante sind wegen der unschönen Folgen nicht nur ärgerlich, sondern manchmal Grund zur Sorge.

„Treten Hämatome leicht auf, kann das mehrere Ursachen haben. In manchen Familien kommen sie einfach häufig vor. Sie sind eine Schwäche des Gewebes. Ohne ersichtlichen Grund treten bei diesen gesunden Menschen spontan harmlose blaue Flecken an Oberarmen, Oberschenkeln und am Gesäß auf. Vor allem Frauen sind betroffen. Hinzu kommt, mit zunehmendem Alter wird die Haut dünner, weil die Fettschicht des Unterhautgewebes dünner ist. Diese Schicht schützt die Blutgefäße der Haut vor Verletzungen. Die Blutgefäße werden brüchiger, je älter sie werden, weil die stützenden Gewebe der Gefäße schwächer werden“, erklärt der Internist. Manchmal sind die blauen Flecken auch die Nebenwirkung eines blutverdünnenden Medikamentes wie Aspirin oder Marcoumar. Nur in seltenen Fällen ist die Neigung, leicht blaue Flecken zu bekommen, Symptom eines Vitaminmangels oder einer Störung der Blutgerinnung. „Wer beunruhigt ist, weil scheinbar ohne Grund immer wieder blaue Flecken entstehen oder besonders große oder schmerzhafte ‚Exemplare‘ sichtbar werden, sucht am besten seinen Hausarzt auf. Er wird feststellen, ob ein Verdacht auf eine Blutgerinnungsstörung vorliegt. Treten gleichzeitig außergewöhnliche Blutungen an anderen Stellen auf, wie Nasen- und Zahnfleischbluten, sollte ebenfalls ärztlicher Rat eingeholt werden“, empfiehlt Dr. Mlekusch.

Hausmittel und Salben, die wirken

Blaue Flecken kommen schnell, brauchen aber lange, bis sie wieder verschwunden sind. Wer die übliche zwei- bis dreiwöchige Verweildauer eines Hämatoms verkürzen möchte (und schneller wieder schöne Haut zeigen will), kann bewährte Hausmittel einsetzen. „Durch sofortiges Kühlen der verletzten Stelle mit Hilfe von kaltem Wasser, Eispackungen, die in ein dünnes Tuch gewickelt und aufgelegt werden, oder Eissprays lassen sich der Schmerz und die Ausbreitung eindämmen, weil sich die Blutgefäße dadurch zusammenziehen und somit weniger Blut austritt. Lindernde Salben wie Arnika-, Beinwell-, Pferde-, Heparin- oder Hirudinsalbe helfen dem Körper beim Abbau des ausgetretenen Blutes. Nach ein paar Tagen unterstützt Wärme, wie Bäder oder Moorpackungen, den Heilungsprozess. Damit kann sich die Lebensdauer eines blauen Fleckes von drei Wochen auf wenige Tage reduzieren.“
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