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Ausgabe Nr. 27/2019 vom 02.07.2019, Fotos: picturedesk.com, ddp images
Die amerikanische Sciene-Fiction-Serie „Stranger Things“, deren 3. Staffel ab 4. Juli auf Netflix läuft, machte Millie Bobby Brown berühmt.
Die jüngste Stimme der Kinder dieser Welt
Als „Elf“, das sympathische Mädchen mit übernatürlichen Kräften, wurde sie in der Netflix-Serie „Stranger Things“ („Fremde Dinge“) berühmt. Daneben wurde die Schauspielerin Millie Bobby Brown zur Sonderbotschafterin des Kinderhilfswerkes UNICEF ernannt. Als bislang jüngste Botschafterin setzt sich die ebenso talentierte wie zielstrebige 15jährige für die Rechte von Kindern weltweit ein.
Ich werde meinen Einfluss nutzen, um die Probleme von jungen Menschen anzusprechen“, sagte Millie Bobby Brown anlässlich ihrer Ernennung zur Sonderbotschafterin des Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen UNICEF.

Die 15jährige Schauspielerin ist die bislang jüngste Vertreterin der Schwächsten in der Gesellschaft, für die sich UNICEF weltweit einsetzt. Zudem wolle sie all ihre Freunde und Anhänger mobilisieren, ebenfalls die Stimme für das Wohl der Kinder dieser Welt zu erheben, meinte sie. „Ich werde für die Millionen von Kindern und Jugendlichen, die viel zu lange nicht gehört wurden, sprechen.“ Ihr Ziel ist, diejenigen zu unterstützen, die „bisher keinen Platz am Tisch gehabt haben“.

Berühmt wurde Millie Bobby Brown, als sie im Jahr 2016 in der Netflix-Science-Fiction-Serie „Stranger Things“ („Fremde Dinge“) das Kind „Eleven“ („Elf“) spielte. Vom Fleck weg eroberte sie als mit Superkräften
ausgestattetes, kahl rasiertes Alien-Mädchen die Herzen der Zuschauer. Wie die „Elf“ gegen Monster aus einem düsteren Paralleluniversum kämpft, beeindruckt Jung und Alt. Für Millie Bobby Brown folgten Werbeverträge, zwei „Emmy“-Nominierungen (der „Emmy“ ist der bedeutendste Fernseh-Preis der USA) und weitere Staffeln von „Stranger Things“. Am 4. Juli geht die Serie in die dritte Runde.

Mit dem Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton oder dem Musiker Ed Sheeran ist Brown „auf du und du“. „Millie ist ebenso intelligent wie charmant. Für mich ich sie wie eine Sängerin, die jede Note trifft“, schwärmt Matt Duffer, der Erfinder und Produzent von „Stranger Things“. Und für David Harbour, 44, der in der Serie ihren Ersatzvater „Jim“ spielt, ist sie gar „die nächste Meryl Streep. Wenn ich einmal im Seniorenheim sitze, will ich die Filme sehen, die Millie bis dahin gedreht hat“, meint der Schauspieler.

Zu den zweifellos größten Anhängern gehören ihre Eltern. Kelly und Robert Brown taten alles, um ihre Tochter zu unterstützen. Sie zogen um den halben Erdball und nahmen viel Geld in die Hand, um deren sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Denn schon im zarten Alter von acht Jahren wollte die Kleine nichts anderes, als Schauspielerin werden. „Mama, darf ich die haben?“, war ihr erster Satz vor einer Fernsehkamera, in einer Werbesendung für Törtchen. „Ihre Tochter ist ein besonders talentiertes Mädchen“, teilte der Kameramann damals Browns Vater mit.

Geboren wurde Millie Bobby Brown am 19. Februar 2004 im spanischen Marbella, wo ihre Eltern ein Restaurant betrieben. Als Millie vier Jahre alt war, zog die Familie nach England, wo Robert Brown als Immobilienmakler arbeitete. Seine Frau kümmerte sich um die Kinder. Mit Paige, 25, Charlie, 22, und Ava, 7, hat die 15jährige drei Geschwister. Die beiden Älteren organisieren mittlerweile die Termine ihrer berühmten Schwester. Im Jahr 2011 übersiedelten die Browns mit Kind und Kegel nach Florida (USA), wo ihre quirlige Tochter in Theatergruppen ihre Leidenschaft auslebte. Als eine Talentsucherin den Eltern nahelegte, dass Millie nach Hollywood gehöre, packten sie kurzerhand alles in ihr Auto und reisten nach Kalifornien. Dort bekam Brown Rollen in den Fernseh-Serien „Modern Family“ und „Grey‘s Anatomy“.

Das Leben in Los Angeles war den Browns jedoch bald zu teuer. „Es war für uns alle hart“, erinnert sich die 15jährige. Um nicht in den finanziellen Ruin zu schlittern, zog die Familie 2015 zurück nach England. Dort musste sich Brown von einer Agentin sagen lassen, sie sei als Elfjährige zu reif für ihr Alter. „Ich war am Boden zerstört und dachte, das war‘s jetzt“, erzählt sie. Aber ihr Wille war stärker. Noch am selben Tag bewarb sie sich per Video für die Serie „Stranger Things“. In der Szenenanweisung
stand, sie solle weinen. „Ich war noch so aufgewühlt von dem Gespräch mit der Agentin, dass ich mühelos in Tränen ausbrach.“ Die Rolle der „Eleven“, die sie bald berühmt machte, hatte sie in der Tasche. Mit ihrer Bekanntheit stieg die Zahl ihrer Anhänger im Internet. Auf der Plattform Instagram folgen ihr 18 Millionen Menschen, die wissen möchten, wie sie sich schminkt oder mit wem sie zusammen ist. Vor Kurzem veröffentlichte sie einen Brief, in dem sie das Ende ihrer Beziehung zum Sänger Jacob Sartorius, 16, verkündete. „Die Entscheidung fiel in beiderseitigem Einverständnis. Wir sind glücklich und bleiben Freunde.“ Das hätte ein langjähriger Profi nicht besser formulieren können.

Wie eine langgediente Diplomatin präsentierte sich Brown auch vor den Mikrofonen des Kinderhilfswerkes UNICEF. Im schicken Blazer und mit Hornbrille sprach sie über ihr Engagement. „Ich wurde als Kind selbst gemobbt und habe deshalb sogar die Schule gewechselt. Gegen Mobbing anzukämpfen, halte ich für wichtig. Auch gegen Mobbing, das im Internet stattfindet. Das habe ich auch schon erlebt. Es tut echt weh, zu lesen, was manche Menschen über dich schreiben.“

Zielstrebig, wie sie ist, hat Millie Bobby Brown schon ihre nächste Rolle im Visier. In den „Enola Holmes“-Krimis über die Schwester des Detektivs Sherlock Holmes spielt sie die Hauptrolle.
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