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Ausgabe Nr. 27/2019 vom 02.07.2019, Foto: Nils Schirmer
Adel Tawil und seine Mischlings-Hündin „Jackie“
„Ich habe von ,Jackie‘ alles gelernt“
Diese Beziehung dauert nun schon seit elf Jahren. Und noch immer sind die beiden ein unzertrennliches Paar. Auf der einen Seite der 40jährige Adel Tawil, auf der anderen seine Mischlings-Hündin „Jackie“, die den ehemaligen „Ich + Ich“-Sänger immer wieder inspiriert. Im Gespräch mit der WOCHE-Reporterin Katja Schwemmers verrät Tawil, wie sich „Jackie“ mit seinem einjährigen Kind verträgt, wann er Lieder über seinen Hund singt, was er von Tierfriedhöfen hält und wie sein Treffen mit dem weltbekannten Hundetrainer Cesar Millan war. In Tawils neuem Album „Alles lebt“ sind ebenfalls Spuren von „Jackie“ zu finden.
Herr Tawil, wie sind Sie auf den Hund gekommen?
Ich habe „Jackie“ vor elf Jahren von einem kleinen Mädchen übernommen. Damals war „Jackie“ noch ein Welpe und die Mutter des Mädchens war dagegen, dass es einen Hund hält. Ein Welpe ist natürlich nicht stubenrein. Sie fand das überhaupt nicht lustig, dass der Welpe auf dem Teppich sein Geschäft verrichtet hat. Der Hund musste weg. Es war also ein Notverkauf. Ich bezahlte die Tierarztrechnung und gab dem Mädchen noch etwas extra Geld. Dann nahm ich „Jackie“ mit nach Hause.

Wollten Sie unbedingt einen Hund oder hat es sich einfach so ergeben?
Ich wollte einen Hund. Zu meiner Frau sagte ich damals: „Lass uns einen Hund nehmen, dann werden wir auch ein bisschen sesshafter.“ Ich habe immer probiert, etwas Familiäres hinzuzufügen. Ein Hund ist auch eine wunderbare Übung fürs Kinderhaben. Denn wer schon gemeinsam nicht für einen Hund sorgen kann, die Beziehung sogar daran zerbricht, der sollte sich gut überlegen, ob er Kinder kriegen will. Denn das ist noch einmal ein ganz anderes Niveau der Verantwortung.

Haben Sie ein bisschen was gelernt von „Jackie“?
Ich habe alles gelernt von „Jackie“. Ein Hund bringt dich immer wieder runter. Und jetzt, wo ich ein Kind habe, ist es schön mitanzusehen, dass die beiden beste Freunde sind. In der Früh wird sofort nach „Jackie“ gerufen – da sind die Eltern erst einmal egal. Aber das ist ja das Allerschönste überhaupt, wenn es so gut funktioniert.
Ich habe auch noch einen vierzehnjährigen Kater namens „Starsky“. Bei uns leben also Kater, Hund und Kind.

Kennen Sie Cesar Millan?
Natürlich, ich habe ihn einmal in Amerika kennengelernt. Der war ein bisschen wie ein Hund unterwegs, so reviermäßig und ganz nach dem Motto: „Was willst du jetzt hier?“ Das Gefühl hatte ich zumindest. Er legte selber das dominante Verhalten an den Tag, das er oft bei den Hunden sieht. Erst als ihm gesagt wurde, dass ich ein Popsänger aus Deutschland sei, hat er ein wenig zurückgerudert und war auf einmal richtig nett.

Darf „Jackie“ mit im Bett schlafen?
Als ich sie damals geholt habe, hat sie auch bei mir im Bett geschlafen, ja. Heute würde ich das nicht mehr machen, nicht nur des Kindes wegen. Mein Hund schläft jetzt unten. Eine Hälfte der Wohnung gehört nachts Hund und Katze, da wird dann auch die Tür zugemacht. Und die anderen beiden Zimmer sind die Schlafzimmer.

„Jackie“ mischte schon früher in den „Ich + Ich“-Videos mit. Nehmen Sie sie auch mit auf Tour?
Sie war immer dabei und ist es immer noch. Ich nehme sie schon oft mit, sie fährt auch ganz entspannt im Auto mit. Wenn ich auf die Bühne gehe, mache ich meine Arbeit, und es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass sie in der Garderobe wartet. Es ist einfach fein, wenn ich die Tür aufmache, mich erschöpft hinsetze, sie dann kommt und sich an mich kuschelt. Draußen ist noch Mega-Halli- Galli – doch in der Garderobe ist es sofort wie zu Hause.

Haben Sie einmal ein Lied über „Jackie“ geschrieben?
Ich wollte tatsächlich unbedingt bei diesem Album eines schreiben. Aber ich konnte mich nicht gegenüber meinen Produzenten durchsetzen (singt „Ich und mein Hund“). Das fanden alle zu lustig und meinten: „Das machst du nicht, Adel.“ Aber es wird hundertprozentig noch passieren, dass ich einen Song für meinen Hund mache. „Jackie“ ist allerdings auch so überall dabei.

Inwiefern?
Mit dem Lied „Ist da jemand“ ist auch „Jackie“ gemeint. Ich sehe in einigen Songs „Jackies“ Einflüsse.

Wie stehen Sie zum Thema Tierfriedhof? Würden Sie für Ihre Hündin eine Grabstätte einrichten lassen?
Ich habe das bei meiner ersten Katze nicht gemacht. Ich verstreute ihre Asche im Berliner Schlosspark (D). Es war eine wirklich schöne Zeremonie.
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