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Ausgabe Nr. 23/2019 vom 04.06.2019, Foto: Universal Music
Sarah Connor, 38, wird von ihrer Familie inspiriert
Eine Warnung an die Frauen
Sie hat stets auf Englisch gesungen. Mit Erfolg. Im Jahr 2015 versuchte sich die in der norddeutschen Stadt Hamburg geborene Sängerin Sarah Connor dann mit deutschen Liedern – und auch das funktionierte. Nach einer Baby- und Kreativpause legt die 38jährige nun mit „Herz Kraft Werke“ (seit Freitag im Handel) deutschsprachig nach. Und das recht deftig. Was dahintersteckt, hat Connor dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth erzählt.
Frau Connor, die erste Zeile Ihres Liedes „Vincent“ lautet: „Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt.“ Wie reagieren Ihre Kinder auf solche Texte?
Wir hören uns neue Lieder meist im Auto an, wenn ich die Kinder von der Schule abhole. Zuerst hatten sie den Anfang verpasst, weil sie gequatscht haben. Ich habe dann vorsichtig nachgefragt, ob sie den Anfang auch mitbekommen hätten und ihn noch einmal gespielt. Dann gab‘s natürlich Gekicher und auch ein wenig Empörung. Ich habe ihnen erklärt, dass dieses Lied für einen Freund von ihnen ist, der sich wenige Tage zuvor vor seiner Mutter, einer Freundin von mir, geoutet hatte. Ich wollte einen Song machen, der ihm Mut gibt und ihn bestärkt, zu sich zu stehen. Das haben meine beiden älteren Kinder, sie sind 15 und 13 Jahre alt, verstanden.

Musikalisch hat die Nummer ein bisschen was von Beyoncés „Crazy In Love“ …
Ich liebe Beyoncé. Auch sie ist eine Frau, die in ihren Texten kein Blatt vor den Mund nimmt und aus ihrem Leben erzählt. Der Zuhörer kommt ihr durch ihre Lieder nah, und das fehlt mir in der deutschsprachigen Musik oft. Viele deutsche Lieder sind mir zu belanglos, da geht es um nichts. Mich macht Musik neugierig, wenn der Künstler ein Anliegen hat, wenn es um etwas Persönliches geht.

„Du bist mein Fels, mein Licht und mein Frieden“ singen Sie in „Unendlich“. Wen sprechen Sie da an?
Meine kleine Tochter Phini, 7. Ich saß in meinem Büro am Laptop, als sie hereinkam und sagte: „Heute schreibst du ein deutsches Lied für mich.“ Alle anderen in der Familie hätten schließlich schon eines. Also habe ich geschrieben, wie sie auf mich wirkt. Und zwar so, als würde die Sonne aufgehen, sobald sie ins Zimmer kommt. Der Refrain fiel mir dann tatsächlich in der Kirche ein. Mit der Kirche habe ich nichts am Hut, aber zu Weihnachten gehen wir zum Krippenspiel und da sprach der Pfarrer über das Licht, die Liebe und den Frieden – und ich hatte meine Zeile (lacht).

Sie erzählen in Ihren Liedern gern von Ihrer Familie, nicht wahr?
Alles dreht sich um meine Kinder. Sie sind meine größte Inspiration. Bei vier Kindern passiert auch viel. Ich liege abends neben meinem Teenagersohn im Bett, sehe die Haare an seinen Beinen und denke: „Der war doch gerade noch mein kleiner Bub.“

Leiden Sie unter Verlustängsten?
Ich bin in Gedanken immer darauf vorbereitet, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Das liegt wohl an meiner turbulenten Kindheit.

Was heißt turbulent?
Sagen wir so, meine Eltern führten in den ersten 20 Jahren eine explosive Ehe, meine sieben Geschwister und ich haben alle unsere seelischen Narben.

Wie waren Sie im Alter von 13, 14 Jahren drauf?
Nach außen hin immer selbstbewusst und vor allem stur. Ich war nicht angepasst, auch nicht beliebt. Ich hatte zwei, drei enge Freundinnen, aber war weder die Schönheitskönigin noch die Klassenbeste. Und ich stand immer auf ältere Burschen (lacht). Ich hatte immer einen ganz schlimmen Ruf, dabei war ich recht harmlos.

In Ihrem Lied „Keiner pisst in mein Revier“ singen Sie von Ihrem Lebensgefährten und Manager Florian
Fischer und warnen andere Frauen davor, sich an ihn heranzumachen …

Nun ja, er ist ein schöner und interessanter Mann. Das Lied ist eine Ansage an die Frauen, die meinen, sie könnten mit ihrem Hintern in seine Richtung wackeln (lacht).
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