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Ausgabe Nr. 21/2019 vom 21.05.2019, Foto: ORF/Thomas Ramstorfer
Barbara Karlich, geboren am 7. Jänner 1969 in Wien und aufgewachsen in Trausdorf im Burgenland, wo sie auch nun mit ihrer Tochter Gloria, 11, lebt, begann ihre Fernseh-Karriere im Jahr 1999. Die „Barbara Karlich Show“ ist die am längsten gesendete Talkshow im deutschsprachigen Raum. Seit 2015 moderiert sie mit Armin Assinger die ORF-Hauptabend-Show „9 Plätze, 9 Schätze“. Am 25. Mai präsentiert Karlich mit Norbert Oberhauser in der kulinarischen Version von „9 Plätze, 9 Schätze“ die heimischen Lieblingsspeisen.
„Was ich selber koche, esse ich am liebsten“
Die Show „9 Plätze, 9 Schätze“ (Samstag, 25. Mai, 20.15 Uhr, ORF 2) bekommt mit dem Zusatz „So gut isst Österreich“ einen kulinarischen „Ableger“. Vorgestellt werden die besten regionalen Spezialitäten unserer Bundesländer von Barbara Karlich, 50. Ein idealer Anlass, um mit der Moderatorin über die genuss- und geschmackvollen Seiten des Lebens zu plaudern.
Frau Karlich, was schmeckt Ihnen aus unserer heimatlichen Küche am besten?
Beim Essen bin ich ganz untypisch österreichisch, weil ich so gut wie kein Fleisch esse. Zwei Mal im Jahr gibt‘s ein Bio-Henderl, und wenn ich krank bin, esse ich eine gute Hühnersuppe. Fleisch schmeckt mir einfach nicht. Dafür liebe ich Fisch in allen Variationen und in Krautfleckerln könnte ich mich eingraben.

Is(s)t Ihre Gloria, 11, wie die Mama?
Gloria und ich essen viel Pasta, Risotto, Gemüse und Erdäpfel. Das Lieblingsmenü meiner Tochter ist Spinat mit Erdäpfeln, sie isst aber schon auch gern Fleisch. Diesbezüglich bin ich übervorsichtig und kaufe nur Bio-Fleisch. Das Gemüse bekommen wir von meiner Mama, die in ihrem Garten im Burgenland von Salaten über Zucchini bis zu Gurken und Kräutern alles selber anbaut. Kirschen- und Apfelkompott sowie Marillenmarmelade kochen wir miteinander ein, nicht zu vergessen unseren Hollerkoch, ein Mus aus Holunderbeeren und Birnen, einfach köstlich.

Sind Sie eine „Naschkatze“?
Ich bin halt leider wirklich eine Süße. Das ist mein Dilemma, darum bin ich nicht dünn wie ein Strich in der Landschaft. Wobei ich im vorigen Sommer dank Sport und bewusster Ernährung viel abgenommen habe. Aber für „9 Plätze, 9 Schätze“ musste ich viel durchkosten, nein, Scherz, Weihnachten ist mir dazwischengekommen (lacht).

Stören Sie ein paar Kilo mehr? Sie sind im Jänner 50 geworden und sehen blendend aus …
Ich sage immer, ab einem gewissen Alter musst du dich entscheiden. Mit ein bisserl mehr Kilos am Körper kriegen die Falten im Gesicht eine natürliche Aufpolsterung.

Abgesehen von Ihrer Lust auf Süßes ernähren Sie sich offensichtlich gesund. Wirken Sie deshalb so jugendlich?
Mag sein, jedenfalls habe ich weder an meinem Gesicht noch an meinem restlichen Körper irgendwelche Eingriffe machen lassen. Ich ernähre mich mediterran und trinke viel Wasser. Bei uns gibt‘s vor jedem Essen einen Salat als Vorspeise. Damit ist der erste Hunger gestillt. Alkohol trinke ich kaum bis gar nicht, lediglich zu Anlässen und niemals bis zur Bewusstlosigkeit.

Was tun Sie sonst noch für Ihr Wohlbefinden?
Ich achte darauf, jeden Tag an der frischen Luft zu sein, bevorzugt im Wald. Ich liebe meine Arbeit, in der ich mit vielen Menschen zu tun habe. Den Ausgleich finde ich im Alleinsein. Ganz allein bin ich im Wald aber nicht, weil ich immer meinen Hund dabei habe.

Ist Ihnen schon das eine oder andere Koch-Hoppala passiert?
Ja, schon mehrere, eines war besonders schlimm. Ich war 13 und es waren meine ersten Kardinalschnitten, ein Geburtstagsgeschenk für meinen Vater. Super sind sie mir gelungen, weich und flaumig, einfach perfekt. Wahrscheinlich war im Kühlschrank kein Platz, deshalb stellte ich sie ins lauwarme Backrohr zurück und ging mit dem Hund raus. Wieder zu Hause, habe ich das Blech aus dem Backrohr genommen und bin in Tränen ausgebrochen. Die Kardinalschnitten waren flach wie Palatschinken. Papa hat sie trotzdem gegessen, sie haben ihm sogar geschmeckt. Ein wahrer Held.

Lassen Sie sich gerne von einem Mann bekochen?
Nur, wenn ich weiß, dass derjenige wirklich gut kochen kann, denn Männer, die kochen können, sind unwiderstehlich. Außerdem esse ich gerne zu Hause, und was ich selber koche, esse ich am liebsten.

Gehen Sie gar nicht gerne außer Haus essen?
Doch, schon. Ich habe meine Stammlokale, wo ich gerne esse. Und wenn ein Lokal neu ist, achte ich auf die Atmosphäre. Wenn viel los ist, bleibe ich. Aber wenn ich spüre, dass die Stimmung schlecht ist, drehe ich sofort um und bin wieder weg.

Was halten Sie von den Restaurant-Bewertungen im Internet?
Gar nichts. Was einem anderen Menschen schmeckt, muss mir nicht munden. Außerdem sage ich immer gleich vor Ort, ob ich ein Gericht ausgezeichnet fand oder nicht. Dabei verstehe ich das nicht als Kritik, sondern sage es, weil ich helfen will. Bei meiner Freundin Ruba, die eines der besten Restaurants in Marrakesch (Marokko) betreibt, koste ich mich durch. Und sie ist dankbar, wenn ich meinen Senf dazugebe.

Sind Sie für verpflichtende Herkunftsangaben in den Speisekarten?
Es wäre gut, darauf hinzuweisen, von woher mittlerweile unser Essen kommt. Als ich ein Kind war, gab‘s noch keine Butter aus Irland und kein Fleisch aus Argentinien bei uns. Ich bin entschieden gegen Tiertransporte. Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, dass Tiere zehntausende Kilometer transportiert werden. Mit ein Grund, warum ich das Tierschutzvolksbegehren unterzeichne und all meine Lieben dazu bewege, das auch zu tun.

Welches kulinarische Thema regt Sie auf?
Wenn ich die vielen Fertigprodukte in den Supermarkt-
regalen sehe, bekomme ich die Krise. Ich wünschte, die Menschen würden wieder mehr selber kochen. Ich weiß, da sagen viele, sie hätten keine Zeit. Auch ich arbeite 60 Stunden pro Woche und schaufle mir die Zeit zum Kochen bewusst frei. Da verzichte ich halt darauf, mir meinen Lieblingsfilm anzuschauen.

Mit wem könnten Sie sich vorstellen, eine Nacht lang in einer Küche zu verbringen? Und was würden Sie für ihn kochen?
Was für eine romantische Vorstellung (lacht)… Im Idealfall sollte es eine Küche in einem Haus am Meer sein. Da fällt mir gleich jemand ein, mit dem ich gern eine Küchen-Nacht verbringen würde. Nur hätte derjenige keine Freude, wenn ich ihn namentlich nenne. Allerdings könnte ich mir dieses nächtliche Koch-Rendezvous auch mit dem Schauspieler Gerard Butler vorstellen. Gerard gefiele mir als fescher Küchen-Butler. Ich würde ihn mediterran bekochen, mit einem Fisch in der Salzkruste, dazu Erdäpfel und Mangold. Als süßen Höhepunkt würde ich ihm Topfennockerl oder kalte Grießnockerl mit frischen Beeren servieren und ihm einen feinfruchtigen Gelben Muskateller aus der Steiermark oder einen schweren Rotwein aus dem Mittelburgenland kredenzen. Genießer-Herz, was willst du mehr …
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