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Ausgabe Nr. 20/2019 vom 14.05.2019, Foto: AdobeStock, All mauritius
Die Mauerbienen sind vor allem für unsere Obstbäume nützlich, weil sie zur Bestäubung deren Blüten beitragen.
Wir sollten der Mauerbiene helfen
Bienen sind bekannt für ihren Fleiß und dass sie für die Bestäubung der Blüten zuständig sind. Vor einigen Jahren sind sie in die Schlagzeilen geraten, weil sie durch ein Massensterben stark dezimiert wurden. Der Verursacher konnte damals schnell ausfindig gemacht werden.
Es handelte sich um ein Pflanzenschutzmittel, das in der Landwirtschaft eingesetzt wurde. Dieser Wirkstoff ist mittlerweile verboten und die Bienenpopulation hat sich trotzdem nicht gut erholt, also hat das Bienensterben offensichtlich noch andere Ursachen.

Nichtsdestotrotz kann jeder einzelne von uns die Bienen fördern, indem wir sie mit Futterpflanzen verwöhnen. Bevor ich aber darauf eingehe, noch ein paar Zeilen zu den Bienen selbst. Die Honigbiene ist eine von vielen Bienenarten in Europa. Bei genauerer Kenntnis anderer Arten gerät der Mythos der fleißigen Honigbiene ein wenig ins Wanken. Denn sie haben tüchtige Konkurrenten – die Mauerbienen. Sie leben nicht in Schwärmen, sondern alleine und fliegen bereits bei kühlem Wetter ab vier Grad herum. Sogar bei stark bewölktem Himmel und bei Nieselregen. Eine Besonderheit der Mauerbienen ist, dass sie wesentlich bessere Bestäuber als ihre Verwandten, die Honigbienen sind. Das liegt in erster Linie daran, dass sie in einer Baumkrone nicht nur von Blüte zu Blüte fliegen, sondern viel häufiger von Baum zu Baum. Da die meisten Kern- und Steinobstbäume selbststeril sind, also nicht von den Pollen der eigenen Blüten bestäubt werden können, sind die Mauerbienen durch den Baumwechsel wesentlich effizienter.

Sie sammeln die Pollen mit dem Bauch und übertragen sie deshalb wesentlich besser als die Honigbienen, die die Pollen befeuchten und als Höschen an ihre Beine kleben. Mauer- und Honigbienen kommen sich auch nicht in die Quere, weil die Mauerbiene bei einem Aufeinandertreffen an einer Blüte nachgibt und weiterfliegt. Weil die Mauerbienen so nützlich sind, wurde eine Spezies, die Rostrote Mauerbiene, zum Insekt des Jahres 2019 gekürt.

Es ist sinnvoll, die Mauer- und Honigbiene in unseren Garten zu locken, um von ihnen zu profitieren, aber auch, um ihr Überleben zu sichern. Die Hauptflugzeit ist der Frühling, da finden die Bienen oft ein üppiges Nahrungsangebot in der Natur. Weiden, Schlehe, Pfaffenhütchen und Weißdorn bieten einen reichen Pollenvorrat. In unseren Gärten sind es die Obstbäume und viele Blüten der Ziersträucher, darunter Schneeball, Kirschlorbeer, Säckel- und Bartblume, Goldregen, Zierkirsche, Liguster, Weigelie und natürlich Rosen. Im Sommer wird das Nahrungsangebot in der Natur deutlich weniger und genau ab da sind Sie, liebe Gartenfreunde, gefragt.

Sommerblumen, wie Sie jetzt vom Gärtner angeboten werden, helfen den Bienen. Das sind blühende Dahlien, Verbenen, Wandelröschen, Salbei, Strohblume, Männertreu, Zauberschnee, Vanilleblume, Duftsteinrich, Zinnie und blaues Gänseblümchen. Mauerbienen halten sich gerne eher in der Nähe ihres Nistplatzes auf und haben daher einen geringeren Flugradius. Gerade sie benötigen zusätzlich diese Pflanzen, um das Überleben zu sichern.
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