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Ausgabe Nr. 19/2019 vom 07.05.2019, Foto: zvg
Semino Rossi und seine Frau Gaby
Semino Rossi: „Opa zu sein, ist die zweite schöne Chance, ein Papa zu sein“
Vor mehr als 30 Jahren verließ Semino Rossi, 56, seine Heimatstadt Rosario in Argentinien und machte sich auf nach Europa. Mit dem erklärten Ziel vor Augen, Sänger zu werden. „Es war eine lange Reise, bei der ich viele Jahre auf den Straßen in Spanien, Italien und der Schweiz gesungen habe“, erinnert sich der Schlagersänger.
Dass er sein berufliches wie privates Glück hierzulande finden würde, hätte er sich nie träumen lassen. Seit 1991 lebt der als Omar Ernesto Semino geborene Sänger in Mils in Tirol, heute mit seiner Frau Gaby, 55, und den Töchtern Laura, 28, und Vanessa, 21. Am 18. April brachte Laura einen Buben zur Welt. Die WOCHE gratuliert dem frischgebackenen Großvater, der bei seiner „Unplugged Latino-Tour“ sinnliche Rhythmen auf die Bühne bringt.

Herr Rossi, wie fühlen Sie sich als Opa?
Ich freue mich mit meiner Tochter und meinem Schwiegersohn Lukas. Opa zu sein, ist für mich ein wunderschönes Gefühl. Bisher waren Laura und Vanessa meine Prinzessinnen. Mit Leonhard wirbelt nun unser kleiner Prinz die Familie durcheinander. Ich kann jetzt gut verstehen, warum alle Omas und Opas am liebsten nur noch
über ihre Enkerl sprechen.

Wie war das Gefühl, als Sie Leonhard zum ersten Mal in Ihren Händen hielten?
Zuerst schaute ich meine Tochter an und dann erblickte ich in ihren Armen den kleinen Menschen, der auch Teil meines Blutes, meines Herzens und meiner Seele ist. Opa zu sein, ist für mich die zweite schöne Chance, ein Papa zu sein.
Ich hielt Leonhard in meinen Händen, vermutlich dachte er sich, das komme ihm jetzt Spanisch vor, weil ich mit ihm auf Spanisch gesprochen habe. So wie mit meinen Töchtern werde ich auch mit meinem Enkerl Spanisch sprechen. Leonhard wird zweisprachig aufwachsen.

Ist bei der Geburt alles gut verlaufen?
Ja, Gott sei Dank, unser kleiner Leonhard ist ein gesundes, kräftiges Kind mit einem Anfangsgewicht von 4.100 Gramm. Er hatte mit seiner Oma die beste Geburtshelferin der Welt. Meine Frau Gaby, eine äußerst erfahrene Hebamme, ist unserer Tochter Laura beigestanden.

Neuerdings tragen Sie einen Bart. Hat das etwas mit Ihrer Opa-Rolle zu tun?
Nicht unbedingt, ich wollte einfach ein bisschen anders aussehen. Auch Künstler möchten ihr Äußeres hin und wieder verändern. Neu ist auch der Ring in meinem linken Ohr. Den ließ ich mir stechen, als meine Laura mir vor sieben Monaten mitteilte, dass ich Opa werde. Da weinte ich vor Freude und wollte unbedingt etwas an mir verändern, als Erinnerung an den besonderen Tag.

Aktuell haben Sie nur wenig Zeit für Ihr Enkerl, weil Sie mit Ihrer Latino-Tour unterwegs sind.
Singen Sie darin neue Lieder?

Ich bin ein Latino und mache seit mehr als 30 Jahren lateinamerikanische Musik. Dass ich einen Platz in der Schlagerwelt gefunden habe, empfinde ich als großes Glück. Mit meiner Latino-Tour, einem Ausflug zu meinen Wurzeln, will ich den Menschen auch diese Seite von mir vorstellen. Normalerweise singe ich 80 Prozent der Lieder in deutscher und 20 Prozent in spanischer Sprache. Dieses Mal sind 70 Prozent auf Spanisch und 30 Prozent auf Deutsch wie „Aber dich gibt‘s nur einmal für mich“ oder „Das verflixte 7. Jahr“. Andreas Gabaliers Lied „Amoi seg‘ ma uns wieder“ auf Spanisch singen zu dürfen, war ein Wunsch von mir. Das Lied spricht vielen Menschen aus der Seele. Denn es geht darum, dass jeder in seinem Leben den Verlust eines geliebten Menschen zu beklagen hat.

„So ist das Leben“ heißt Ihr Album, das Anfang Juli erscheinen wird.
Wie ist denn Ihr Leben?

Ich lebe meinen Traum als Sänger. Obwohl es für mich anfangs schwierig war, in der deutschen Sprache zu singen. Ich habe fast ein Jahr gebraucht, um das zu lernen. Das „t“ am Ende eines Wortes war für mich extrem schwer auszusprechen. Dass ich mein Ziel, egal in welcher Sprache zu singen, hartnäckig verfolgte, hat sich gelohnt.

Welche Ziele haben Sie noch?
Alles, was ich erreichen wollte, habe ich erreicht. Ich wollte auf die Bühne, und eine Familie zu haben, war immer mein großer Wunsch. Alles, was jetzt noch kommt, ist ein Geschenk Gottes, wofür ich mich bedanke. Und ich sage auch danke dafür, dass ich noch eine Mutter habe.

Sie haben Ihre Mutter Esther vor wenigen Wochen in Argentinien besucht. Wie geht es ihr?
Es geht ihr gut, wir haben ihren 84. Geburtstag gefeiert. Von mir bekam sie, wie könnte es anders sein, ein Lied geschenkt. „80 Primaveras“ („80 Frühlinge“) heißt es und ist auf meinem neuen Album zu hören.

Was möchten Sie den Besuchern Ihrer Konzerte mitgeben?
Mit einer zwölfköpfigen Band mit fantastischen Künstlern aus Kuba, Spanien, Italien und Österreich entzünde ich drei Stunden lang ein Feuer in Form der Liebe zur Musik, die jeder Mensch in sich trägt. Musik kann das Leben verändern und Menschen wieder Hoffnung geben.
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