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Ausgabe Nr. 13/2019 vom 26.03.2019, Foto: akg-images
Schauspiellegende Terence Hill wird 80 Jahre alt
„Ich bin kein Mann vieler Worte und genieße die Ruhe der Natur“
Die Rolle des starken und stets siegreichen Helden, der sich für die Schwachen einsetzt, ist ihm auf den Leib geschrieben. Mit seinen Fäusten und einem schnellen Revolver hat sich Terence Hill in seinen Filmen immer durchgesetzt. Privat hielt sich der in Deutschland und Italien aufgewachsene Schauspieler dagegen zurück. Bis auf ein Mal. Am Freitag, dem 29. März, wird Hill nun 80 Jahre alt. In Pension gehen will er allerdings nicht.
Ich hasse die Glitzerwelt, diese Kino-Festivals. Um Werbung für einen Film zu machen, werde ich niemals zur Verfügung stehen. Ich besitze nicht einmal einen Smoking“, meint Terence Hill, der die Abgeschiedenheit vorzieht. „Ich bin kein Mann vieler Worte und genieße die Ruhe der Natur.“ Da kamen ihm die Dreharbeiten zur später erfolgreichen italienischen Serie „Die Bergpolizei“ gerade recht. „Ich konnte sechs Monate lang in einem Haus
mitten im Wald leben. Das gefiel mir gut. Bei Sonnenaufgang bin ich laufen, danach, gegen halb acht, bin ich zur Arbeit gegangen.“ Mitten in den Bergen, im Südtiroler Hochpustertal.

Ein Arbeitsplatz nach dem Geschmack des Schauspielers, der am Freitag, dem 29. März, 80 Jahre alt wird, doch von Ruhestand nichts wissen will. „Ich werde niemals in Pension gehen, ich weiß nicht einmal, was das ist.“

Dabei ist Terence Hill lang genug im Geschäft. Der in der italienischen Lagunenstadt Venedig geborene Darsteller, als mittlerer von drei Söhnen, stand bereits mit zwölf Jahren das erste Mal vor der Kamera. „Aber nicht, weil ich Schauspieler werden wollte, sondern des Geldes wegen. Mein Wunsch war, Pilot zu werden.“ Aber das war nicht einfach, schließlich wurde seine Familie hin- und hergerissen – zwischen Deutschland und Italien. „Meine Eltern haben sich zufällig Anfang der Dreißigerjahre während einer Zugfahrt in der Schweiz kennengelernt“, berichtet Hill, der unter dem bürgerlichen Namen Mario Girotti aufgewachsen ist. „Meine deutsche Mutter war damals unterwegs, um eine Stelle als Au-pair-Mädchen anzutreten, mein Vater saß im selben Abteil. Als ein italienischer Landsmann von ihm meine Mutter belästigte, stand er ihr bei. Im Jahr 1933 haben sie geheiratet, sie lebten in Venedig, wo mein Vater als studierter Chemiker eine Stelle in der Pharmaziebranche hatte.“ Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges zog die Familie dann nach Deutschland, ins kleine Städtchen Lommatzsch, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Dresden. Es war die Heimatstadt der Mutter, deren Eltern lebten noch dort und gaben den Girottis Unterkunft. Der kleine Mario fand sich gut zurecht, denn er wurde von der Mutter Deutsch erzogen. Dem Krieg konnte die Familie jedoch nicht entkommen. Mit Schrecken erinnert sich der Schauspieler daran zurück. „Während des Bombenangriffes auf Dresden haben wir uns im Keller versteckt. Wir konnten sehen, der Himmel über Dresden war blutrot. 1947 bekam mein Papa ein Arbeitsangebot in Italien und wir sind nach Italien gegangen. Zu Fuß, mit allem, was wir hatten, in den Händen tragend.“

Dort hat er sich das erste und einzige Mal in seinem Leben privat geschlagen. „Weil mich ein Bub in der Schule verspottet hat. Ihm gefiel mein schlechtes Italienisch nicht, er beschimpfte mich als Deutscher. Der Bursch hatte dann Nasenbluten.“ Ansonsten schlug Girotti nur im Film zu. Unter dem Pseudonym Terence Hill, „ich durfte mir aus 20 Namen einen aussuchen und der gefiel mir am besten, weil er leicht auszusprechen war.“ Im Jahr 1967 durfte er sich im Streifen „Gott vergibt … Django nie“ zum ersten Mal mit seinem kongenialen Partner Bud Spencer hauen. „Wir trafen uns in der Wüste Spaniens bei Almeria. Er fragte mich: ,Hast du Angst, Kleiner?‘ Und ich sagte: ,Pass auf, Dicker, ich bin ganz schnell.‘ Das waren unsere ersten Worte, dann sind wir beste Freunde geworden, wie Brüder. Wir haben nie gestritten, aber hatten viel Spaß.“ Bis zum Tod von Spencer im Juni 2016.

Heute ist ihm seine Frau Lori eine wichtige Stütze. Die beiden sind seit mehr als 50 Jahren verheiratet. „Wir haben uns 1967 in Rom (Italien) kennengelernt und zwei Monate nach dem Ende der Dreharbeiten in Almeria geheiratet.“ Das Paar lebt auf einem Gut nördlich von Rom. Ein, zwei Mal fliegt Hill im Jahr nach Amerika, aber seinen Lebensmittelpunkt hat er in Italien. „Ich treibe viel Sport, aber hauptsächlich arbeite ich“, meint er mit einem Schmunzeln.
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