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Ausgabe Nr. 12/2019 vom 19.03.2019, Foto: Parlamentsdirektion/Simonis
Douglas Hoyos, Wendelin Mölzer
Reichen sechs Wochen Sommerferien?
Die 1,1 Millionen Schüler haben bis zur Pause in der Karwoche heuer eine längere Durststrecke. Denn Ostern wird erst am 21. April gefeiert. Dann sind es noch gut zwei Monate bis zu den neunwöchigen Sommerferien. Sie werden trotz der Einführung der einheitlichen Herbstferien ab 2020 nicht verkürzt. Lehrer, Schüler und auch Teile der Eltern sind dagegen. Europaweit liegen wir mit neun Wochen Sommerferien in der Mitte. In Lettland sind es stolze 13, in Deutschland meist sechs Wochen.
JA: Douglas Hoyos,
NEOS-Bildungssprecher

„Die Zeiten, in denen die Kinder im Sommer bei der Ernte helfen mussten, sind schon lange vorbei. Trotzdem werden sie Jahr für Jahr komplett aus dem Schulrhythmus herausgerissen, um sich später im Herbst wieder mühsam einzugewöhnen. Das ist lernpsychologisch alles andere als sinnvoll. Zugleich ist das Schuljahr selbst viel zu dicht. Abgesehen von den negativen Auswirkungen der langen Sommerferien auf die Kinder, bringen sie auch eine
finanzielle Herausforderung sowie ein Betreuungsproblem für die Eltern mit sich. Fleißig mithelfende Großeltern sind nicht selbstverständlich. Daher sind viele Eltern gezwungen, auf teure Ferienbetreuung zurückzugreifen. Auch ist es schon längst üblich, die Kinder bereits Ende August mit Nachhilfe auf den Schulbeginn vorzubereiten. Dieser Mehraufwand kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Es braucht endlich zukunftsfitte Lösungen, von denen die Kinder profitieren, sowie mehr Lebensqualität in der Familie und weniger Stress für die Eltern. Dazu sind eine
Verkürzung der Sommerferien auf sechs Wochen und dafür längere Herbst- und Osterferien nötig.“

Nein: Wendelin Mölzer,
FPÖ-Bildungssprecher

„Beim Thema Ferien können wir es nie allen recht machen, das sehen wir bei den Herbstferien. Und das gilt auch bei der Diskussion um die Länge der Sommerferien. Es wäre nicht gut, die Sommerferien zu verkürzen. Jeder kennt die Freude am Anfang der Sommerferien auf diese lange freie Zeit, wenn er sich an seine Kindheit zurückerinnert. Auch Pädagogen bestätigen, dass es gerade für kleinere Kinder wichtig ist, dass sie ausreichend Erholungsphasen haben. Und wenn man die Gesamtzeit der Ferien hernimmt, dann darf man sie sowieso nicht verkürzen, es wäre also nur eine Verschiebung. Zudem hat sich bei uns bewährt, dass die Jugendlichen in der Oberstufe die Möglichkeit haben, ein Ferienpraktikum zu machen. Das wäre mit sechs Wochen Sommerferien unmöglich. Manche Kinder sollten auch Unterrichtsstoff nachholen, Stichwort Nachprüfung. Da ist wichtig, dass sie eine Erholungsphase haben. Das Betreuungsproblem ist gesondert davon zu sehen und muss natürlich gelöst werden. Da sind wir gemeinsam mit den Bundesländern in der Ziehung, adäquate Lösungen zu finden. Es wird aber nicht gelöst, wenn wir die Ferien verschieben.“
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