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Ausgabe Nr. 10/2019 vom 05.03.2019, Fotos: AdobeStock, Schapowalow
Der „Spanische Platz“ wird von einem Kanal
eingefasst.
Unterwegs zur „Feria de Abril“

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In der Heimat des Flamencos
In bunte Kleider schlüpfen die Frauen der spanischen Stadt Sevilla, wenn sie abends Flamenco tanzen gehen. Diese Form des Ausdruckes hat ihre Wiege in Sevilla. Die viertgrößte Stadt Spaniens war auch Ausgangspunkt der ersten Weltumsegelung, beeindruckt mit maurischen Bauwerken und bringt Hollywood-Regisseure ins Schwärmen.
Mit fünf Schiffen machte er sich auf den Weg, als Erster die Welt zu umsegeln. Der Portugiese Fernando Magellan stach vor genau 500 Jahren mit seiner Flotte in See, um sein wagemutiges Vorhaben in die Tat umzusetzen. Die Anker hat er in der spanischen Stadt Sevilla gelichtet, obwohl sie gar nicht am Meer liegt.

Die Wasserader der Hauptstadt Andalusiens ist der Guadalquivir, der in den Atlantik mündet. Im Auftrag der spanischen Krone setzte Magellan die Segel, um den Seeweg nach Indien und zu den Gewürzinseln zu finden. Drei Jahre später schaffte es eines der fünf Schiffe zurück. Magellan war nicht an Bord, er kam bei einem Gefecht in Südostasien ums Leben. Dafür brachten die wenigen überlebenden Seefahrer tonnenweise Gewürze heim.

Sie wurden im „Torre del Oro“, zu Deutsch „Goldturm“, gelagert. „Der Turm diente als Depot für Edelmetalle, die aus den Kolonien in Übersee herbeigeschifft wurden. Heute beherbergt der zwölfeckige Turm das Schifffahrtsmuseum“, erzählt Antonio Jiménez, der in Sevilla wohnt und den örtlichen Tourismusverband leitet.

Auch wenn es Magellan nicht lebend zurückgeschafft hat, werden anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums Konzerte, Ausstellungen und Tanzaufführungen geboten. „Weil die Spanier gerne feiern, wird es bis ins Jahr 2022 Aufführungen geben.“

Ein Fest, an dem niemand in Sevilla vorbeikommt, ist die „Feria de Abril“. Während der sogenannten Aprilmesse, die jedes Jahr zwei Wochen nach Ostern stattfindet, verwandelt sich die Stadt in ein buntes Volksfest. Gefeiert wird eine Woche lang im Viertel Los Remedios, im Südwesten der Stadt.
Am Sonntag, um Mitternacht, beginnt das Fest mit dem Entzünden der Lichter. 22.000 Glühbirnen bringen das Eingangstor zum Leuchten.

An kleinen Ständen gibt es die traditionellen „pescaito frito“, kleine frittierte Fische, und Manzanilla-Wein zu kaufen. Der Boden wird mit gelber Erde bedeckt, ein riesiger Vergnügungsmarkt mit Fahrgeschäften wird aufgebaut und die Besucher können sich an 1.000 Ständen satt sehen.

„Wichtig ist die Kleidung, vor allem bei den Bewohnern. Die Frauen tragen ein typisches Flamenco-Kleid, die Männer erscheinen in einem kurzen Anzug mit Hut“, erklärt der Spanier.

Der Flamenco spielt in Sevilla eine große Rolle. Die Stadt gilt als Wiege dieser traditionellen spanischen Musik. Der dazugehörende Tanz strotzt vor Lebensfreude, Leidenschaft und einem Hauch Dramatik. In Sevilla gibt es Flamenco-Lokale, sogenannte „tablaos“, in denen jeden Abend Interessierte bei einer Flamenco-Darbietung zuschauen können.

Die wichtigste Flamenco-Vorführung ist das Flamenco-Festival in Jerez de la Frontera, eine Autostunde von Sevilla entfernt. Zwei Wochen lang treffen sich Amateure und professionelle Flamenco-Künstler. Das diesjährige Fest dauert bis 9. März. In den Geschäften der Stadt werden während der Feierlichkeiten die aktuellen Flamenco-Kleider verkauft. Die Mode ändert sich jedes Jahr, weshalb sich die Frauen immer neu einkleiden.

Im Flamenco-Museum in Sevilla dreht sich alles um diese Kunstform. In der Nähe befindet sich die Altstadt. Die prächtigste Sehenswürdigkeit ist der Königspalast „Real Alcázar“. „Seit dem 14. Jahrhundert wurde diese Festung von jedem Herrscher erweitert. Dadurch entstand ein Stilmix aus Vorlieben des jeweiligen Königs. Auch heute bewohnt der spanische König, sofern er zu Besuch ist, mit seiner Familie in diesem Anwesen.“

Zum Palast gehört auch eine Gartenanlage mit Innenhöfen, Springbrunnen und Pavillons. „Der Park sowie der Palast können besichtigt werden.“ Im März sprießen bereits die ersten Blumen und der Duft von Orangen liegt in der Luft. „Dann hat es angenehme 20 Grad. Es ist eine ideale Zeit, um die Stadt zu entdecken“, sagt Jiménez.

Die herausragendste Sehenswürdigkeit ist die gotische Kathedrale Santa María de la Sede, die größte Kirche Spaniens. Daneben befindet sich der 97 Meter hohe Glockenturm Giralda, das Wahrzeichen der Stadt, das ursprünglich ein maurisches Minarett war.

Lohnenswert ist auch ein Spaziergang über den „Spanischen Platz“, den „Plaza de España“. Der Platz wird von einem halbrunden Gebäudekomplex sowie von einem Kanal umsäumt, über den sich vier Brücken spannen. Sie symbolisieren die vier ehemaligen Königreiche Spaniens.

Durch den Säulengang des Bauwerkes wandelten bereits Jedi-Ritter für den Film „Star Wars – Episode II“. Die Stadt war Schauplatz mehrerer Hollywood-Filme. „Lawrence von Arabien“ wurde hier gedreht und die Erfolgsserie „Game of Thrones“ verwandelte den Real Alcázar in das Königreich von Dorne. widlak
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