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Ausgabe Nr. 9/2019 vom 26.02.2019, Fotos: picturedesk
Papst Franziskus bei der Abschiedsrede.
Proteste haben die Tagung in Rom begleitet.
Opfer-Vertreter: „Wir hätten uns mehr vom Papst erwartet“
Die Enttäuschung ist groß nach der Anti-Missbrauchskonferenz im Vatikan. „Wir sind empört, dieses Gipfeltreffen im Vatikan hätte zu einer Strategie der ‚Null Toleranz‘ gegen Kindesmissbrauch führen sollen.
Die Bischöfe haben aber keine konkreten Schritte nach vorn gemacht. Ihre Glaubwürdigkeit liegt bei null. Wir hätten uns mehr vom Papst erwartet“, sagt Francesco Zanardi, Präsident eines italienischen Netzwerkes von Missbrauchsopfern.

In seiner Abschlussansprache versprach Papst Franziskus zwar wieder das Ende der Vertuschung und ein hartes Durchgreifen gegen Täter. Doch danach wurde lediglich ein Papst-Erlass zum Kinderschutz angekündigt. Zudem soll es ein Handbuch des Vatikans mit detaillierten Anweisungen für den Kampf gegen Missbrauch geben. Und eine Einsatzgruppe mit Experten soll gezielt in jene Diözesen geschickt werden, die sich schwertun, das Problem Missbrauch anzugehen.

Bei uns zahlte die von Kardinal Christoph Schönborn beauftragte Klasnic-Kommission seit dem Jahr 2010 den Opfern fast 22 Millionen Euro an Entschädigungen. Dazu kommen rund 60.000 Therapiestunden im Wert von 5,5 Millionen Euro. Insgesamt handelt es sich um 1.974 Fälle, pro Person wurden im Schnitt rund 14.000 Euro ausgegeben. Die Opfer sind zu zwei Dritteln Männer, die meisten Fälle betreffen die 60er und 70er Jahre.
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