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Ausgabe Nr. 8/2019 vom 19.02.2019, Foto: PVÖ/Beck, Parlamentsdirektion Simonis
Peter Kostelka, Gerald Loacker
Reicht die staatliche Pension?
Laut einer jüngsten Umfrage glaubt nur jeder Zweite, dass es die staatliche Pension in der heutigen Form beim eigenen Ruhestands-Antritt noch geben wird. ÖVP-Finanzmi-nister Hartwig Löger will jetzt die betriebliche und private Vorsorge fördern. Theoretisch steht unser Pensionssystem auf drei Säulen, der gesetzlichen Pension, der Betriebspension und der privaten Vorsorge. Alle Arbeitnehmer und -geber zahlen für die staatliche Rente ein. Rund eine Million hat zudem Anspruch auf eine betriebliche Zusatzpension.
JA: Peter Kostelka,
Pensionistenverbands-Präsident

„Ja, wenn auch viel zu oft nur knapp. Sie muss ausreichend hoch sein, um davon angemessen leben zu können. Mindestens so viel muss die ältere Generation dem Staat und der Gesellschaft wert sein. Selbstverständlich hängt die Pension auch davon ab, wie viel man in seinem Erwerbsleben in diese Versicherung eingezahlt hat. Aber neben dem Versicherungsprinzip gilt auch das Solidaritätsprinzip. Wenn jemand nicht so lange oder nicht so viel eingezahlt hat, muss es trotzdem eine Mindestpension geben. Die staatliche Pension ist das Fundament für das Leben im Alter. Wer in jungen Jahren Geld zur Verfügung hat, um für das Alter zusätzlich vorzusorgen, soll das gerne tun. Aber, die Erfahrungen mit den unter ÖVP und FPÖ 2003 eingeführten und sogar staatlich geförderten privaten Pensionspolizzen zeigen, dass der Kapitalmarkt nicht für eine sichere Pension geeignet ist. Viele Pensionisten haben draufgezahlt. Deshalb gilt es, in erster Linie die staatliche Pension zu fördern und nicht schlechtzureden. Sie ist die sichere Basis unserer Altersversorgung. Seit dem Inkrafttreten des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) 1956 wurden die Pensionen immer pünktlich und regelmäßig erhöht ausbezahlt.“

Nein: Gerald Loacker,
NEOS-Sozialsprecher

„Die staatlichen Pensionen aus der ersten Säule des Pensionssystems verlieren schleichend an Wert. Das zeigt sich an sinkenden Ersatzraten. ,Sinkende Ersatzrate‘ heißt, gemessen am Aktiveinkommen gehen die Pensionen zurück. Schon unter Rudi Hundstorfer musste das Sozialministerium Zahlen veröffentlichen, wonach die Pensionen um ein Viertel niedriger sein werden. Oder
anders ausgedrückt: Wären die Pensionen jetzt schon so schlecht, wie sie es in ein paar Jahren sein werden, nämlich ein Viertel niedriger, läge die Durchschnittspension bei 900 Euro statt bei 1.200 Euro. Die
Regierung schaut dieser schleichenden Verarmung tatenlos zu. Die Gegenmaßnahmen wären einfach. Wenn wir so wie die Schweizer, die Niederländer und die Schweden betriebliche Pensionen für alle Erwerbstätigen einführen, können wir eine zweite Säule im Pensionssystem aufbauen. Diese zweite Säule kann etwas von dem ausgleichen, was im staatlichen System weniger wird. Mit einer zweiten Pensionssäule für alle stellen wir sicher, dass auch alle, die in 20 oder mehr Jahren in Pension gehen, ihren Ruhestand in Würde genießen können.“
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