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Ausgabe Nr. 8/2019 vom 19.02.2019, Foto: AdobeStock
Die neue Generation der Silikonkissen wartet mit einigen Neuerungen auf, die mehr Komfort, Sicherheit und Verträglichkeit bieten.
Kügelchen machen „neue
Brüste“ leichter
Tausende Frauen entscheiden sich jedes Jahr für die Wiederherstellung einer oder die Vergrößerung beider Brüste mit Hilfe von Implantaten. Die neue Generation der Silikonkissen wartet mit einigen Neuerungen auf, die mehr Komfort, Sicherheit und Verträglichkeit bieten.
Sie ist die beliebteste Schönheitsoperation unter Frauen in unserem Land, sei es, weil die eigene Brust als zu klein empfunden wird, sie nach einer Schwangerschaft an Volumen verloren hat, eine angeborene Fehlbildung oder eine Erkrankung wie Krebs die Brüste stark beeinträchtigt hat. Zur Brustvergrößerung haben sich formstabile Silikon-Implantate durchgesetzt, verrät Dr. Wolfgang Rohrbacher, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (www.rohrbacher.at, Tel.: 01/8768561).

Herr Dr. Rohrbacher, welche Brust-Implantate sind bei den Frauen am beliebtesten?
Anatomische Implantate werden derzeit am häufigsten eingesetzt. Sie haben eine Tropfenform und ahmen die Form einer natürlichen Brust nach. Im Stehen hat die Brust mehr Volumen im unteren Bereich als im oberen. Meist wünschen sich die Frauen keinen „Riesenbusen“, sondern eine natürlich aussehende und proportionierte Oberweite. Implantate mit mehr als 300 Gramm werden eher selten verwendet.

Sind Silikonimplantate heute sicher? Es gab vor wenigen Jahren einen Skandal mit gefährlichen Implantaten …
Brust-Implantate, die in unserem Land eingesetzt werden, müssen alle Zertifizierungen haben und von den heimischen Behörden zugelassen sein, die hier äußerst streng sind. Die angesprochenen PIP-Implantate, die ein nicht zugelassenes Silikon als Füllung hatten sowie eine Hülle, die leicht einreißen konnte, waren nie bei uns zugelassen. Frauen mit PIP-Implantaten ließen sie meist in Frankreich oder England implantieren.

Gibt es Neuheiten bei Brust-Implantaten?
Ja, B-Lite-Implantate, die hohle Mikro-Kügelchen im Silikon als Füllmaterial beigemengt haben. Das Implantat ist um ein Drittel leichter. Das ist vor allem für Frauen gedacht, die größere Implantate wünschen oder die eine Wiederherstellung einer Brust möchten, etwa nach Krebs. In dem Fall ist häufig kaum Eigengewebe mehr vorhanden und es bedarf eines größeren Implantates, um die operierte Brust an die gesunde Brust anzupassen.

Stimmt es, dass es Implantate mit Mikrochip gibt?
Ein Mikrochip im Implantat enthält nur Informationen wie seinen Namen, die Produktnummer, das Gewicht und ähnliches. Es sind keine Patientendaten gespeichert. So ein Implantat bekommt eine Frau nur, wenn sie es wünscht. Die Daten sind an sich auf dem Implantatepass vermerkt, der nach der Brust-OP ausgehändigt wird, aber der geht meist verloren. Sollte ein Eingriff an der operierten Brust einmal notwendig sein, sind die Daten des Implantats für den Arzt ablesbar.

Gibt der Chip den Aufenthaltsort der Frau bekannt?
Nein, das ist nicht möglich.

Welche Neuerungen gibt es noch?
Ein Modell, das einen blauen Farbindikator für mehr Sicherheit hat. Besteht ein Riss in der Hülle, färbt sie sich blau, sodass der Operateur die Intaktheit der Silikon-Ummantelung überprüfen kann. Und es gibt Implantate, die sich aufgrund einer veränderten Silikonrezeptur der Körperposition anpassen und auch in Rücken-und Seitenlage natürlich aussehen.

Wie lange halten moderne Implantate?
Die durchschnittliche Lebensdauer eines klassischen Implantates war bisher zehn bis fünfzehn Jahre. Moderne Implantate halten wahrscheinlich länger.

Welche Risiken gibt es? Was, wenn das Kissen platzt?
Moderne Implantate sind mit einem Silikon gefüllt. Es ist wie dickes Gel, das nicht aus der Hülle ausrinnen kann. Entsteht ein Riss, muss das Implantat getauscht werden. Bei wenigen Frauen bildet der Körper um das Implantat eine dicke, feste Kapsel. Die Brust fühlt sich unnatürlich hart an. Das Implantat muss gewechselt werden. Das sind seltene Fälle wie Wundheilungsstörungen und Infektionen.

Wie viel kostet ein Eingriff?
Zwischen 5.000 und 8.800 Euro, die B-Lite-Implantate kosten 1.000 Euro mehr. Bei Wiederherstellung der Brust, Asymmetrien und angeborenen Fehlbildungen zahlt die Krankenkasse. Auch Kassen-Implantate sind hochwertig und von namhaften Herstellern.
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