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Ausgabe Nr. 8/2019 vom 19.02.2019, Foto: picturedesk
Ireen Sheer (bürgerlich Wooldridge) wurde am 25. Februar 1949 in Romford (England) geboren. Ihr Vater Ronald († 96) war Engländer, ihre deutsche Mutter Erika († 84, Krankenschwester aus Düsseldorf) starb im November 2009 an Krebs. Die Künstlerin heiratete im Jahr 1976 den Architekten und Sänger Gavin du Porter, von dem sie sich im Jahr 2000 scheiden ließ. Seit 2001 ist sie mit Klaus-Jürgen Kahl (Ex-Geschäftsführer eines Baustoffunternehmens, heute ihr Manager) liiert, seit 12. August 2010 mit ihm verheiratet.
„Ich habe noch Träume“
Als der deutsche Schlager in den 70er und 80er Jahren seinen Höhepunkt erreichte, war Ireen Sheer mittendrin. Auch heute noch gehört die Sängerin zu den Aushängeschildern der Branche. Für ehemalige Nachwuchskünstler wie Helene Fischer oder Semino Rossi war sie das Sprungbrett zur eigenen Karriere. Am Montag, 25. Februar,
feiert Sheer nun ihren 70. Geburtstag.
Frau Sheer, die deutsche Schlagerbranche wäre ohne Sie nicht denkbar. Sie feiern bald das 50. Bühnenjubiläum und haben viel erreicht. Sind Wünsche offen geblieben?
Oh ja, dass ich einen Nummer-eins-Albumhit habe. Das fände ich schön, weil mir das noch nicht gelungen ist. Ich hatte mehrere Hits, aber einen Nummer-eins-Albumhit hatte ich noch nicht.

Sie haben viele Duette gesungen, unter anderem mit dem französischen Chansonnier Gilbert Bécaud …
… der war ganz schön hinter mir her (lacht).

Wie haben Sie auf seine Annäherungsversuche reagiert?
Ich habe sie leicht genommen, denn er war charmant und kein Grabscher. Aber er hat alle Register gezogen, um mich zu kriegen. Er war ein wundervoller Mann, ich fand ihn nett, aber er war natürlich alt, er war gut 20 Jahre älter als ich. Davon abgesehen war ich verheiratet und damals verliebt in meinen Mann. Ich bin eine treue Seele, da kam mir nie in den Sinn, meinen Mann zu betrügen.

Was heißt denn, er hat alle Register gezogen?
Er war romantisch, hat Blumen gebracht und Wein, hat mich zum Essen eingeladen, solche Dinge eben. Aber ich habe meine Sekretärin mitgenommen, die auch meine Freundin war. Er hat immer versucht, sie loszuwerden. Wenn er dachte, ach, jetzt geht die Ireen in ihr Zimmer, jetzt kann ich da hin, dann hat er tatsächlich an der Tür meines Hotelzimmers geklopft, aber meine Sekretärin machte ihm auf, denn wir beide teilten uns ein Zimmer. Da war er natürlich verblüfft. Aber er war wirklich süß, äußerst charmant. Als ich 31 Jahre alt wurde, standen wir gemeinsam in Frankreich auf der Bühne, und am Ende rannte er schnell von der Bühne und kam mit einem Riesenblumenstrauß und einem Geburtstagskuchen mit Kerzen drauf wieder. Dann sang er mir mit dem Publikum ein Ständchen. Das war unglaublich. Mein Mann saß im Publikum, aber ich denke, er war dennoch nicht eifersüchtig, weil er einfach keinen Grund dazu hatte.

Haben Sie mit Ihrem damaligen Mann Gavin du Porter, von dem Sie sich im Jahr 2000 trennten, noch Kontakt?
Nein. Das hat er auch nicht verdient. Nicht, wenn jemand solche Lügen erzählt, wie er es damals tat. Da habe ich kein Interesse mehr an einem Kontakt.

Eine Frage noch zu Gavin du Porter, er hat Sie ja auch geschlagen – haben Sie ihm das verziehen?
Ich denke nicht mehr daran. Das ist für mich Historie. Das Thema ist abgehakt. Es ist das Beste, es so zu machen. Ich habe jetzt einen wunderbaren Mann, mit dem ich glücklich bin – das ist, was zählt. Dass ich eine zweite Chance bekommen habe, ist schön.

Mit Ihrem zweiten Mann Klaus-Jürgen Kahl, er ist auch Ihr Manager, sind Sie mittlerweile auch schon seit 17 Jahren zusammen …
Und glücklich wie am Anfang. Wir machen auch viel zusammen, wir reisen und spielen Golf. Und er verwöhnt mich, mein Mann ist ein guter Koch. Ein sauberer, die Küche sieht danach nicht wüst aus. Ich muss nur noch wenig sauber machen.

Sie haben ein neues Lied „Was du nicht weißt“ – da geht es um Eifersucht. Sind Sie ein eifersüchtiger Mensch?
Wenn ich einen Grund dazu hätte, dann schon. Ich könnte es nicht ertragen, wenn mein Schatz mich betrügen würde, und mein Mann könnte das andersherum auch nicht ertragen, er wäre dann auch eifersüchtig. Aber wir geben uns ja keinen Grund zur Eifersucht. Klar flirtet jeder einmal, das ist in Ordnung, aber nicht mehr. Ein Seitensprung käme für uns nicht in Frage.

Sie waren in den vergangenen Jahren immer wieder auf Tour. Ein Mal sogar mit Helene Fischer im Schlepptau. Niemand kannte sie, nach Ihrer gemeinsamen Tour war Fischer berühmt …
Ja, ich kokettiere ein bisschen damit, denn gleich, mit wem ich auf Tournee gehe, der wird berühmt. Auch Semino Rossi war damals ein Neueinsteiger, und nach unserer Tour wurde er zur Schlagergröße. Bei Helene war das auch so. Nach unserer Tour wurde sie zum Publikumsliebling. Bei Andrea Berg war das übrigens auch der Fall. Also, ich kann sagen, wer mit mir auf Tour geht, wird zum „Star“ (lacht).

Beneiden Sie Fischer heute um deren Erfolg?
Nein, warum sollte ich da neidisch sein? Ich gönne jedem seinen Erfolg. Ich bin heuer seit 50 Jahren auf der Bühne und habe eine schöne Karriere. 2019 ist mein Jubiläumsjahr, es gibt ein neues Album und eine DVD, beides kommt am 22. Februar heraus. Ich habe dafür vor wenigen Wochen noch zwei Titel eingesungen, unter anderem „Amazing Grace“ a cappella. Mit dem Titel bin ich seit Jahrzehnten erfolgreich. Am 25. Februar habe ich Geburtstag, werde 70 und im Herbst bin ich wieder auf Tour.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern?
Gar nicht, mein Mann und ich sind unterwegs. Irgendwo im Hotel werden wir wohl anstoßen, es ja auch noch ein Montag, ein blöder Tag also.

Erschreckt Sie die Zahl?
Nein. Ich bin ja reingewachsen. Mit 70 hat man noch Träume (sie singt).

Das Lied heißt doch „Mit 17 hat man noch Träume“ …?
Ja, aber mit 70 hat man auch noch Träume. Ich habe noch Träume. Gemeinsam mit meinem Mann möchte ich mir noch einige Länder anschauen, also viel reisen. Das werden wir aber erst im nächsten Jahr machen, wenn ich beruflich kürzertrete.
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