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Ausgabe Nr. 5/2019 vom 29.01.2019, Fotos: ZDF/Dirk Bartling, picturedesk.com
Florian Silbereisen (37, re.) erbt die Kapitänsmütze von Sascha Hehn, 64, auf der MS Amadea.
Das „Traumschiff“ wird zum Schunkel-Dampfer
Schon seit 38 Jahren sticht „Das Traumschiff“ in See und führt die Zuschauer an die schönsten Orte der Welt, während sich an Bord alles um bittersüße Liebesgeschichten, Eifersucht und Versöhnung, Freundschaften und gefährdete Ehen dreht.
In der ersten ZDF-Folge am 22. November 1981 verkörperte Günter König († 1998) den Kapitän „Braske“. Er war zwar der erste, aber auch der unbekannteste Schiffsführer. Denn schon 1983 wurde er von Heinz Weiss († 2010) abgelöst, der den Luxusdampfer als Kapitän „Heinz Hansen“ 16 Jahre lang über die Weltmeere steuerte. Er musste 1999 weichen, weil ihm wegen einer Blutvergiftung ein Bein amputiert werden musste. Sein Serien-Nachfolger wurde Siegfried Rauch († 2018) als Kapitän „Jakob Paulsen“.

37 Folgen und 14 Jahre später durfte sich dann Sascha Hehn als „Victor Burger“ die Kapitänsmütze aufsetzen. Doch nur knapp sechs Jahre später ging auch er von Bord.

„Es gibt viele Gründe dafür, einer davon ist, dass die Serie ihren Charme verloren hat“, erklärt der 64jährige seinen Abgang.

Mit dem ARD-Moderator und Volksmusiker Florian Silbereisen (37, „Schlagerchampions“) glauben die Sendungsverantwortlichen nun die perfekte Nachbesetzung für den Helden ihres Quoten-Dampfers gefunden zu haben. Eine Entscheidung, die hohe Wellen schlägt. Denn nicht alle „Traumschiff“-Anhänger können sich mit einem singenden oder gar schunkelnden Kapitän anfreunden.

Eine von ihnen ist Heide Keller. Sie mimte 36 Jahre lang die Chefstewardess „Beatrice“ und kennt das „Traumschiff“ somit wie kaum eine andere. „Diese Entscheidung
muss jemand getroffen haben, der nie den Erfolg der Serie verstanden hat“, meint die 77jährige. Schließlich verknüpft das Publikum mit einem „Traumschiff‘-Kapitän keinen fröhlichen Buben, der mit guter Laune zur Musik auf dem Deck herumhüpft“.

Auch die Schauspielerin Barbara Wussow (ganz re.), die im „Traumschiff“ Kellers Nachfolgerin verkörpert, hätte nie mit dem Volksmusikbarden als Kapitän gerechnet.

„Ich glaube nicht, dass Florian genügend Zeit hat, monatelang auf dem Schiff herumzugondeln. Und warum sollte ein Moderator einem Schauspieler so eine Rolle wegnehmen, das wäre nicht fair“, erzählte die 57jährige in einem früheren Interview. Der Publikumsliebling Ruth Maria Kubitschek („Monaco Franze“), die ehemalige Lebensgefährtin des „Traumschiff“-Erfinders Wolfgang Rademann († 2016), ist anderer Meinung. Sie glaubt, dass sich der bekannte Fernsehproduzent („Die Schwarzwaldklinik“) im Himmel über diese Wahl freuen würde.

„Wolfgang fände das ganz bestimmt gut. Denn er mochte Florian Silbereisen wirklich gern“, sagt die 87jährige. Für den Exfreund der Schlagerkönigin Helene Fischer (34, „Atemlos“) ist diese Rolle jedenfalls eine Herzensangelegenheit.

„Das ,Traumschiff‘ hat einen Kapitän verdient, der diese Rolle auch lebt und voll hinter der Serie steht. Einen Kapitän, der das Schiff durch alle Stürme manövrieren möchte. Dafür werde ich alles geben, meine ganze Leidenschaft“, erklärt Silbereisen selbstbewusst. Und auch die harsche Kritik, er sei kein ausgebildeter Schauspieler, perlt an ihm ab.

„Etwas Besseres kann dem ‚Traumschiff‘ doch gar nicht passieren. Diese Serie ist fast 40 Jahre alt. Und plötzlich wird sie mit mir wieder zum heißen Eisen“, lacht der 37jährige, der sich extra zu Ehren seiner neuen Traumrolle ein passendes Tattoo stechen ließ. „Als Kapitän ‚Max Prager‘ darf ich nun völlig neue Ziele ansteuern, mit einem Kompass auf dem linken Arm“, berichtet der bislang jüngste „Traumschiff“-Kapitän.
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