Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 4/2019 vom 22.01.2019, Foto: Getty Images
„Am Anfang reicht oft eine geordnete Schublade“
Wer aufräumt, wird glücklicher
Richtiges Aufräumen verändert das Leben im positiven Sinn. Das sagt die „Aufräumkönigin“ Marie Kondo. Aus gutem Grund. Denn an der Unordnung der Menschen und mit ihrer speziellen Aufräumtechnik verdient die 34jährige Japanerin viel Geld. Die WOCHE stellt die Grundregeln der „KonMari“-Methode vor.
Nach dem Tod ihrer Mutter musste Sabine die elterliche Wohnung auflösen. Kleidung, Bettwäsche, Geschirr, Schmuck und Bücher landeten zunächst einmal im Keller ihres Hauses. Verstaut in etlichen Kisten „warteten“ sie dort unangetastet auf ihre Bestimmung. Immer, wenn Sabine die Kisten sah, empfand sie Ärger über das ihr im Weg stehende „Zeugs“. Zum anderen waren da auch liebevolle Erinnerungen an ihre Eltern. Drei Jahre lang schaffte sie es nicht, den Inhalt auszuräumen. Das Buch „Magic Cleaning“ („Die Magie des Aufräumens“), empfohlen von einer Freundin, motivierte sie. Nach Anleitung der Autorin Marie Kondo behielt sie nur die Gegenstände, bei deren Berührung sie ein Glücksgefühl empfand, den Ledermantel der Mutter, ein Fotoalbum, die Uhr des Vaters und ein Kaffeeservice. Den Rest entsorgte sie.

Genau darauf beruht die Aufräum-Lösung von Marie Kondo. „Weg mit dem Ballast, der uns nicht glücklich macht. Der Mensch soll nur mit den Dingen leben, die er liebt“, sagt die Autorin. Mit dem einfachen Grundprinzip wurde die 141 Zentimeter kleine Japanerin zur größten Aufräumerin der Welt. Schon als 19jährige sammelte Kondo Zeitungsausschnitte über häusliche Tätigkeiten wie Kochen, Putzen und Aufräumen. Begeistert von der Theorie und Praxis des Aufräumens, entwickelte sie die „KonMari-Methode“. Darauf beruhen ihre in 27 Sprachen übersetzten Bücher, die sich mehr als sieben Millionen Mal verkauften. Mit dem Alltagschaos der anderen ist die mittlerweile 34jährige zur Millionärin geworden.

Jetzt hat die zweifache Mutter (die Töchter Satsuki und Miko sind drei und zwei Jahre alt) sogar ihre eigene „Netflix“-Serie bekommen. In „Aufräumen mit Marie Kondo“ mistet die Ordnungshüterin unordentliche Wohnungen aus und zeigt den Familien, wie sie Besteckteile sortieren und Socken akkurat falten sollen.

Das Zusammenlegen von Kleidungsstücken ist eine von Kondos Parade-Disziplinen. Für alle Gewandteile, die nicht auf Kleiderbügeln aufgehängt werden, entwickelte sie eine eigene Falttechnik. Ob Kurzarm- oder Langarm-Leiberln, Pullover, Unterhemden, Strümpfe oder Unterhosen, alle Stücke werden so zusammengelegt, dass Päckchen entstehen. Auf diese Weise können sie im Kasten oder in der Schublade „stehen“ und werden nicht, wie in den meisten Haushalten üblich, übereinander gestapelt. „Die rechteckigen Päckchen sind übersichtlicher. Auf den ersten Blick ist erkennbar, welche Kleidungsstücke im Schrank sind“, erklärt die Aufräum-Expertin den Vorteil ihrer Falttechnik.

Nicht Raum für Raum, sondern nach Kategorien vorzugehen, ist eine weitere Grundregel. Und das in einer bestimmten Reihenfolge. Zuerst die Kleidung, dann Bücher, Dokumente, Erinnerungsstücke und zum Schluss Krimskrams. Die Kleider aus allen Schränken, der Garderobe und sonstigen Orten werden zusammengesammelt und auf einen Haufen geworfen. Genauso wird bei den anderen Kategorien vorgegangen. Nun wird jedes einzelne Stück in die Hand genommen und die Frage gestellt: „Macht mich dieser Gegenstand glücklich?“ Ist die Antwort „ja“, wird er behalten. Bei „nein“ wird der Gegenstand entsorgt. Damit der Abschied leichterfällt, soll allen aussortierten Dingen „ein Dankeschön für die gemeinsame Zeit“ gesagt
werden.

Das Ziel der „KonMari“-Methode ist folglich nicht nur eine aufgeräumte Wohnung. Vielmehr soll die Aufräumtechnik zu einem glücklicheren Leben verhelfen.

Nach Marie Kondo braucht es dafür den Entscheidungsprozess und den Willen, sich von Dingen und Gegenständen, die einen nicht (mehr) glücklich machen, zu verabschieden.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung