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Ausgabe Nr. 3/2019 vom 15.01.2019, Foto: picturedesk.com
Da war das Paar noch glücklich. Bezos mit Frau.
Die teuerste Scheidung der Welt
Einst war es Liebe auf den ersten Blick. Nur drei Monate nach dem Kennenlernen traten Jeff Bezos und MacKenzie Tuttle vor den Traualtar. Die Ehe hielt sechsundzwanzig Jahre. Eine vollbusige Fernseh-Moderatorin machte dem vierfachen Familienvater schöne Augen. Jetzt steht eine Milliarden-Euro-Scheidung bevor.
Das dürfte teuer werden. Jeff Bezos, 55, der Chef des Internet-Händlers Amazon und der reichste Mann der Welt lässt sich scheiden. Er verlässt die Mutter seiner drei Kinder sowie einer Adoptivtochter, weil er sich eine Zukunft mit einer üppig gebauten Fernseh-Moderatorin erhofft.

Damit endet eine 26 Jahre dauernde Beziehung, deren Ursprung in einem Bewerbungsgespräch lag. MacKenzie Tuttle, 48, hatte sich Ende 1992 beim studierten Computer-Fachmann Bezos als Assistentin beworben und sich dabei in ihn verliebt. Ihm erging es ebenso. Bezos arbeitete damals in New York (USA) als Wirtschafts-Manager und suchte nach der richtigen Frau. „Es musste eine kluge Person sein“, meinte er einmal. Der 23jährigen Tuttle gefiel sein dröhnendes Lachen. Sie übernahm die Initiative und lud ihn zum Mittagessen ein. Drei Monate später folgte die Hochzeit.

Die 48jährige hat Höhen und Tiefen ihres Mannes beim Aufbau seines Imperiums miterlebt. Oft versuchte sie, seine überschäumende Phantasie zu bändigen. Doch als er ein Jahr nach der Hochzeit mit der Idee eines digitalen Buchhandels zur ihr kam, fand sie diese Idee gut. Auf der 4.500 Kilometer langen Autofahrt nach Seattle im Staat Washington entwarf er den Plan für das, was heute Amazon.com ist. An der Westküste Amerikas hoffte Bezos, genügend in der Handhabung von Computern trainierte junge Mitarbeiter zu finden.

Im Jahr 1997 hatte er die erste Million auf dem Konto. Während er an der Vergrößerung seines Imperiums arbeitete, entdeckte seine Frau ihre Liebe am Schreiben. Inzwischen hat sie zwei von Kritikern gelobte Romane veröffentlicht.

Heute ist das Imperium von Jeff Bezos 122 Milliarden Euro wert. Scheidungs-Anwälte sagen voraus, dass die Trennung des Bezos-Besitzes äußerst kompliziert sein werde. Neben der fast unvorstellbaren Summe an Barem und Milliarden Dollar an Amazon-Anteilen gehören dem Ehepaar unter anderem 1.619 Quadratkilometer Land, fünf Multi-Millionen-Euro-Villen in Washington, Medina bei Seattle, Beverley Hills, Van Horn (Texas) und Manhattan, außerdem die Zeitung „Washington Post“ und die Weltraumfirma „Blue Origin“, mit der Bezos Planeten bevölkern will.

Dass seine Affäre mit der Moderatorin Lauren Sanchez, 49, öffentlich wurde, geht auf das Konto des Verlegers David Pecker. Er verbreitet das Blatt „National Examiner“ und ist ein erklärter Feind von Bezos, weil der mit seiner „Washington Post“ ständig Präsident Donald Trump kritisiert. Pecker dagegen ist ein Trump-Anhänger.

Er setzte im August 2018 mehrere Reporter auf Bezos an, nachdem er einen Tipp erhalten hatte, dass der Multi-Milliardär seine Frau betrügen würde. Die Schnüffler wurden fündig. Durch fünf Staaten und mehr als 40.000 Kilometer hätten sie das betrügerische Paar verfolgt, heißt es, als die beiden in Privat-Jets, Helikoptern und Limousinen luxuriöse Verstecke aufsuchten. Bezos habe seine 65-Millionen-Dollar-Yacht benutzt, um Sanchez zu romantischen Plätzen zu bringen. Auch die Moderatorin befindet sich gerade in Scheidung.

Einem Bericht zufolge haben sich Bezos und Sanchez bereits im Jahr 2016 auf einer Hollywood-Feier mit dem Schauspieler Matt Damon kennengelernt. Der Milliardär habe dort die leidenschaftliche Pilotin angeheuert, um Luftaufnahmen für seine Weltraumfirma zu machen. Eines Tages habe es zwischen ihnen gefunkt. Sogar Text-Nachrichten wurden veröffentlicht, die der Unternehmer seiner Geliebten geschickt haben soll. Zum Beispiel: „Ich will dich riechen. Ich will dich einatmen. Ich will dich eng halten. Ich will deine Lippen küssen. Ich liebe dich.“

MacKenzie Bezos äußerte sich dazu nicht. Dass ihre Scheidung zur teuersten der Welt wird, liegt am Wohnort im Staat Washington. Nach dort geltenden Gesetzen teilen sich scheidende Partner den nach der Eheschließung angehäuften Besitz je zur Hälfte. Es sei denn, das Paar hat einen Gütertrennungsvertrag unterzeichnet. Doch der existiert nicht. Deshalb hoffen nun Amazon-Aktionäre und die 566.000 Mitarbeiter des weltweit operierenden Unternehmens, dass MacKenzie Bezos nicht auf einer Zer-
splitterung der Firma besteht. Es gibt Hinweise, dass sie als neue Teil-Eignerin im Management des Multis mitreden will. Um die Wogen so gut wie möglich zu glätten, ließ das Ehepaar verlauten, sie würden als Freunde scheiden. „Als verheiratetes Paar hatten wir eine großartige Zeit zusammen, und wir sehen auch eine wundervolle Zukunft als Eltern, Freunde und Partner in Unternehmungen und Abenteuer.“
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