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Ausgabe Nr. 5152/2018 vom 18.12.2018, Foto: Mark Seliger
Andrea Bocelli, 60, und sein Sohn Matteo, 21, singen und lachen gemeinsam.
Wie zwei gute alte Freunde
Es ist jedes Mal ein Erlebnis, Andrea Bocelli zu treffen. Denn der 60jährige Tenor ist stets für eine Überraschung gut. Dabei geht es nicht nur um berufliche Belange. Auf seinem neuen Album „Si“ (bereits im Handel) lässt er mit neuen Duetten aufhorchen. Ed Sheeran ist mit dabei, ebenso Dua Lipa und Josh Groban, schließlich Matteo – sein 21jähriger Sohn aus erster Ehe. Aber da ist noch jemand, der Bocelli nicht von der Seite weicht. Ein kleiner, schlanker Hund. Wer das ist, erfuhr der WOCHE-Reporter Steffen Rüth anschließend im Gespräch mit Vater und Sohn.
Herr Bocelli, wen haben Sie denn da auf Ihrem Schoß sitzen?
A. B.: Das ist „Catarina“. Sie ist ein Levriero, ein italienischer Greyhound.

Wohnt das Windhund-Mädchen bei Ihnen in Forte dei Marmi in der Toskana (I)?
A. B.: Ja, sie wohnt bei uns. „Catarina“ ist unser Sofahund für die ganze Familie. Die Kleine ist erst fünf Monate alt, verspielt und verschmust. Eigentlich hat sie immer jemand von uns im Arm. So ein süßes Tier (lächelt selig, auch Sohn Matteo streichelt den Hund).

War es ein besonderes Erlebnis, mit Ihrem Vater an dem neuen Album „Si“ mitzuwirken?
M. B.: Ehrlich gesagt ist das nichts Neues für mich. Ich singe mit meinem Vater schon, seitdem ich ein Kind war. Das ist für mich also seit Langem eine schöne Gewohnheit. Über unser Duett „Fall On Me“ bin ich natürlich froh, denn es hat zur Folge, dass wir gerade viel Zeit zusammen verbringen und gemeinsam die Welt bereisen.

Finden Sie es auch so schön, dass Matteo nun in Ihre Fußstapfen tritt?
A. B.: Nein, das ist Stress.

Das heißt, Sie sind nicht glücklich mit seiner Entscheidung?
A. B.: Die Entscheidung, die Matteo getroffen hat, macht mir Sorgen und stimmt mich nachdenklich.

Was genau macht Ihnen Sorgen?
A. B.: Der Beruf ist hart. Ich weiß, wie fordernd und anstrengend und auch frustrierend er sein kann. Und dann gibt es für Matteo noch die zusätzliche Schwierigkeit, der Sohn eines bekannten Sängers zu sein. Er wird es nicht leicht haben.

Teilen Sie die Sorgen Ihres Vaters, Matteo?
M. B.: Nein. Ich spiele auch seit meinem siebenten Lebensjahr Klavier. Derzeit studiere ich hauptsächlich Gesang am Konservatorium in Lucca. Ich bin im zweiten Jahr.

Andrea Bocelli, finden Sie, dass sich Ihr Sohn verändert hat?
A. B. (lacht): Eigentlich hat er sich in all den Jahren nicht viel verändert. Er war ein nettes und aufgeschlossenes Kind und äußerst lebhaft. Aber das, was er als Kind geliebt hat, das liebt er immer noch.

Und das wäre?
A. B.: Autos und Fußball.
M. B.: Das stimmt. Stell mir irgendetwas hin, das vier Räder hat, und ich bin glücklich.

In Ihrem gemeinsamen Lied „Fall On Me“ geht es aber nicht um Autos, oder?
M. B.: Nein, es thematisiert die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Genauer, zwischen einem Sohn, der, wie so viele andere, Schwierigkeiten hat, seinen Weg im Leben zu finden. Und einen Vater, der verspricht, er werde immer an dessen Seite sein, egal, was passiert. Ursprünglich war der Song als Liebeslied konzipiert, aber als der Produzent es hörte, schlug er vor, ein Duett der Generationen daraus zu machen.

Lässt es sich als Liebeslied zwischen dem Vater und dem Sohn bezeichnen?
A. B.: In Italien haben wir unterschiedliche Wörter für die verschiedenen Formen der Liebe. „Fall On Me“ ist also kein Liebeslied, sondern ein Zuneigungslied.

Können Sie mit allen Nöten zu Ihrem Vater kommen?
M. B.: Eindeutig ja. Er ist mein Vater, aber ich sehe ihn auch als einen engen Freund und Vertrauten.

Will Ihr älterer Bruder Amos auch einmal mitmachen?
M. B.: Das hat er bereits. Amos spielt auf zwei Stücken des Albums Klavier, außerdem hatte er die Idee, das Album „Si“ zu nennen. Amos studiert Ingenieurswissenschaften, er ist im letzten Jahr und hat nicht so viel Zeit, um mit uns Musik zu machen und zu reisen.

Und wann ist Ihre Tochter Virginia, 6, so weit, Herr Bocelli?
A. B.: In gewisser Hinsicht ist sie das schon. Virginia ist oft bei Fotoaufnahmen und Terminen mit dabei. Und sie singt. Den ganzen Tag lang.

Was singt sie denn?
A. B.: Meistens Michael Jackson.

Werden Sie das Weihnachtfest gemeinsam verbringen?
A. B.: Wie jedes Jahr, bei uns daheim. Das Wichtigste ist die Frühmesse am ersten Weihnachtstag. Dort kommt die gesamte Familie zusammen und stimmt sich ein. In dieser Messe kommt Weihnachten in seiner reinsten und ursprünglichsten Form zum Ausdruck, ich liebe das. Es macht diesen Tag zu dem besonderen Tag, der er sein sollte. Na ja, dann gibt es Essen. Anschließend singen wir.
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