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Ausgabe Nr. 47/2018 vom 20.11.2018
Im Museum der Illusionen in Wien ist nichts, wie es anfangs scheint:

Museum der Illusionen:
Eintritt € 12,– Erwachsene, € 8,– Kinder
(5–18 Jahre), tägl. geöffnet, 10–21 Uhr, Wallnerstraße 4, 1010 Wien, Tel.: 01/532 2255, www.museumderillusionen.at
Täuschen Sie sich nicht
Optische Täuschungen, Hologramme und außergewöhnliche Räume gibt es im Museum der Illusionen in Wien. Besucher können zu einem Zwerg schrumpfen, durch die Luft schweben und fühlen sich betrunken, obwohl sie keinen Alkohol zu sich genommen haben. Wer vorbeischaut, sollte seinen Fotoapparat nicht vergessen. Im Museum ist Fotografieren ausdrücklich erwünscht, um die skurrilen Momente bildlich festzuhalten.
Wer sich wie ein Riese fühlen möchte, durch die Luft fliegen oder gerne eine andere Nase hätte, ist im Museum der Illusionen in Wien richtig. Denn hier ist nichts, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Sinne werden getäuscht, der Verstand unterhalten und die Besucher hinters Licht geführt. Verblüffende Ausstellungsstücke zeigen, wie leicht wir uns täuschen lassen.

Im Museum gibt es klassische Illusionen wie Striche, die zwar gerade sind, auf den Betrachter aber schief wirken. Oder einen Würfel, der auf einem Präsentierteller liegt. Jeder, der ihn berühren will, greift aber ins Leere. „Denn der Würfel ist ein Hologramm“, sagt Philip Pintaric, Verkaufsleiter des Museums.

Im Haus warten noch weitere Hologramme, also dreidimensionale Darstellungen eines Gegenstandes, auf die Besucher. „Die Höhepunkte der Ausstellung sind aber die Fotopunkte. Dabei werden die Besucher Teil der Illusion“, erzählt Pintaric und bittet, den „Ames“-Raum zu betreten.

In diesem Raum kann jeder zum Zwerg oder zum Riesen werden. Je nachdem, für welche Ecke er sich entscheidet. „Das ist aufgrund der Positionierung möglich. Für das Auge sieht er zwar wie ein gewöhnlicher Raum aus, doch eine Ecke ist weiter hinten und tiefer gelegen als die andere“, verrät der Museumsmitarbeiter.

Dieser Moment kann und soll auf einem Foto festgehalten werden. Auf dem Boden befinden sich runde, türkise Punkte, auf denen eine weiße Fotokamera zu sehen ist. Sie weisen Besucher darauf hin, wo sie stehen sollen, damit ihnen das perfekte Foto gelingt.

Ein weiterer beliebter Fotopunkt ist eine riesige Holzplatte, die durch die richtige Positionierung zu einem Sessel wird. Jeder, der sich daraufsetzt, scheint geschrumpft zu sein. Außergewöhnliche Bilder entstehen auch im umgedrehten Raum, an dem eine Zimmertür waagrecht an der Wand montiert ist.

Auf den Fotos wirkt es, als würden die Besucher durch die Luft schweben. „Der Trick ist, das Foto, nachdem es aufgenommen wurde, um 90 Grad zu drehen. Entweder direkt am Mobiltelefon oder später am Computer“, erklärt Pintaric.

Es ist ratsam, eine Kamera zur Hand zu haben. Denn eine Illusion wird nur mit deren Hilfe sichtbar. Auf einer Wand hängt ein Bild, das aus vielen kleinen Rechtecken besteht, auf denen Zahlen und Bildausschnitte zu sehen sind. Wer sich weiter wegstellt und das Mobiltelefon zur Hand nimmt, wird einen bekannten Wissenschaftler erkennen. Aber mehr wird an dieser Stelle nicht verraten.

Einige der Illusionen entstehen mithilfe von Spiegeln, Licht und Bewegung. Andere in unserem Gehirn. Gleich beim Eingang hängt ein Bild mit roten und blauen Punkten. Sie scheinen sich beim Betrachten wellenförmig zu bewegen, obwohl es ein starres Bild ist. „Ich sehe diese Illusion nicht. Es wird nicht jede optische Täuschung von jedem wahrgenommen“, sagt Pintaric, dessen Lieblings-Objekt sich auf der gegenüberliegenden Wand befindet. Darauf sind neun Reliefs von Albert Einstein so geschickt beleuchtet, dass der Betrachter meint, Einsteins Gesicht würde ihm beim Vorbeigehen folgen.

Bewegung herrscht auch im Vortex-Tunnel. Darin befindet sich eine Brücke, über die die Besucher gehen sollen. Doch kaum setzen sie den ersten Fuß darauf, beginnt sich der Tunnel zu drehen. „Er gaukelt einem vor, dass sich die Welt dreht. Für den Besucher fühlt es sich an, als wäre er betrunken, obwohl er gar keinen Alkohol zu sich genommen hat.“

Schwindelig kann es einem auch im schiefen Raum werden. Dort ist nicht nur der Boden geneigt, sondern auch Wände und Decke. „Der Gleichgewichtssinn wird hier verwirrt.“

Zwischen den Ausstellungsstücken werden die Besucher auch ermuntert, sich an kniffligen Spielen zu probieren. Sie können Holzteile zu einem Würfel zusammensetzen oder die Türme von Hanoi richtig stapeln. Einige dieser Spiele gibt es auch im Museums-Laden zu kaufen. So kann jeder eine Illusion mit nach Hause nehmen.

Das Museum ist für Besucher ab fünf Jahren geeignet. „Wir bieten auch Führungen, Rätselrallyes, Geburtstagsfeste und Auftritte unseres Hauszauberers an.“ widlak
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