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Ausgabe Nr. 45/2018 vom 06.11.2018, Fotos: Fotolia
Urlaub auf La Palma
Anreise: Flughafen La Palma, durchschnittliche Flugzeit beträgt sechs Stunden ab Wien,
1 Zwischenstopp, mehr dazu
auf www.visitlapalma.es
Das Naturschwimmbad „Charco Azul“.
Die Insel der schwarzen Strände
Ein riesiger Vulkankrater, ein alter Lorbeerwald und schwarze Strände bestimmen das abwechslungsreiche Landschaftsbild von La Palma. Einige Besucher kommen auf die Kanarische Insel auch, um die Sterne zu beobachten
Ich bin Manolo Villalba und mit mir geht es bergab“, schmunzelt der junge Mann. Er meint damit aber nicht seinen Gesundheitszustand, sondern eine seltsame Art der Fortbewegung. Er wohnt auf der kanarischen Insel La Palma. Das zu Spanien gehörende Eiland hat neben schwarzen Sandstränden und grüner Vegetation auch ein schroffes Gebirge.

Um in den steilen Bergen schnell voranzukommen, nutzt Villalba eine Lanze, die er als Einziger auf der Insel in Handarbeit herstellt. „Die Lanze wird aus Kiefernholz gemacht. Auf einer Seite befestige ich eine Stahlspitze, mit der ich Halt im Boden finde“, erzählt Villalba, der gemeinsam mit Freunden oft in den Bergen unterwegs ist.

Mit der richtigen Technik können die Männer bis zu sieben Meter in die Tiefe gleiten. „Das Lanzenspringen wird Hirtensprung genannt, weil schon die Hirten die Lanze als Hilfsmittel einsetzten“, erzählt der Insulaner.

Wer sich selbst im Springen üben möchte, hat als Urlauber aber leider das Nachsehen. Die Lanze muss auf die Person zugeschnitten sein und wird nicht verliehen. Besucher können das Eiland aber auf tausend Kilometer ausgewiesenen Wanderwegen erkunden. Nicht wenig für eine Insel, die gerade einmal 45 Kilometer lang und keine 30 Kilometer breit ist.

Zum Pflichtprogramm gehört ein Ausflug in den Nationalpark „Caldera de Taburiente“, in dem einer der größten Vulkankrater der Welt zu sehen ist. Schroffe Felswände umschließen einen Kessel mit einem Durchmesser von acht Kilometern. Der Krater ist nur zu Fuß zu erreichen. Auf dessen Grund blüht und sprießt es. Quellen und Bäche sorgen für eine üppige Vegetation.

Wer höher hinaus möchte, steigt zum Kraterrand empor. Der Roque de los Muchachos ist mit 2.426 Metern der höchste Punkt der Insel. Am Gipfelplateau angekommen, fällt der Blick zuerst auf weiße Kugeln, die wie überdimensionale Champignons wirken. Es handelt sich dabei aber um Observatorien für Astronomen.

Kaum ein Ort ist besser geeignet, um die Sterne zu beobachten. „Auf La Palma wird es nachts stockfins-
ter. Das liegt an der abgeschiedenen Lage im Meer, dem meist wolkenlosen Himmel und an einem Gesetz. Die Inselbewohner haben den Himmel schützen lassen. Das Gesetz regelt die Entstehung potentieller Störfaktoren, wie eine helle Nachtausleuchtung der Insel“, erzählt Elsa López, ehrenamtliche Botschafterin von La Palma.

Alle Gemeinden haben auf der Insel astronomische Aussichtspunkte eingerichtet, wo nachts der Sternenhimmel und tagsüber die Landschaft bewundert werden können. Dort finden die Besucher Informationen zur Bestimmung der Himmelskörper.

Von hoch oben haben die Urlauber auch die Strände gut im Blick, die alle ausnahmslos schwarzen Sand haben. „Die Gäste können zu jeder Jahreszeit baden. Der Atlantik ist schön, aber auch ein Ozean mit ensprechendem Wellengang“, gibt López zu bedenken. Der größte Badeort ist Puerto Naos. Dort fühlen sich die Schwimmer wegen der Palmen am Strand wie in der Karibik.

„Beliebt ist auch das Naturschwimmbad ,Charco Azul‘ an der Ostküste. Es ist ein vom Meer gespeistes Schwimmbad. Besucher baden in einem Felsbecken, geschützt vom Wellengang“, gibt die Insulanerin einen Tipp.

Nicht weit vom Naturschwimmbad entfernt, befindet sich einer der letzten großen Lorbeerwälder Europas. Im „Los Tilos“ wachsen Farne, Moose und alte Lorbeerbäume.

Während der Norden üppig grün ist, prägen den Süden karge Böden. Vor fast 50 Jahren hat ein Vulkanausbruch den südlichen Teil der Insel mit Magma überschüttet. Trotzdem wächst hier viel, etwa Bananen. Der Export der Südfrucht ist die Haupteinnahmequelle der Insulaner.

Am Speiseplan stehen auch Salzerdäpfel, sogenannte „papas arrugadas“. Dazu werden grüne und rote Mojo-Saucen aus Paprika serviert. Ins Glas schenken sich die Bewohner gerne Zuckerrohrsaft. Vermischt mit Rum, Minze und braunem Zucker wird daraus das Mixgetränk „Mojito“. „Der Cocktail stammt aus Kuba, aber weil La Palma eine enge Verbindung zu Kuba hat, trinken wir den auch hier“, erzählt López.

Urlauber brauchen sich deshalb auch nicht wundern, wenn sie auf der Insel Zigarren kaufen können. Im Geschäft „Puros Artesanos“ in Breña Alta, nahe der Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma, werden sie per Hand gerollt.

La Palma ist im Vergleich zu ihren Schwesterninseln Teneriffa und Gran Canaria vom Hoteltourismus verschont geblieben. „La Palma ist eine ruhige Insel und perfekt dazu geeignet, sich auf den ersten Blick in sie zu verlieben“, sagt López. widlak
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