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Ausgabe Nr. 44/2018 vom 29.10.2018, Foto: Pro imago
Blumenschmuck fürs Grab
Unsere ewigen Begleiter
Zu Allerheiligen und Allerseelen (1./2. November) strömen wieder zahlreiche Besucher auf die Friedhöfe, um ihrer teuren Verblichenen zu gedenken und die Gräber zu schmücken. Doch um in der Trauer „Blumen sprechen lassen“ zu können, ist es notwendig, deren Bedeutung und Symbolik zu kennen.
Efeu lässt auf Auferstehung hoffen
Wer dauerhaftes, üppiges Grün als Zier für die letzte Ruhestätte der Liebsten haben möchte, greift zu Efeu. Denn kaum eine andere Pflanze sorgt als immergrüner Bodendecker für so hübsche, üppige Blätterteppiche und ist gleichzeitig so einfach zu pflegen. In der Trauerfloristik gilt Efeu als Symbol für das ewige Leben, für Ruhe und Verbundenheit und lässt auf Auferstehung hoffen.

Aster heißt im Volksmund Allerseelenblume
Astern blühen, je nach Sorte, von Mai bis Mitte November in Violettblau, Purpurviolett, Rottönen und Weiß. Vor allem die niedrigen, oft kugelig wachsenden Kissen-Astern bieten auf dem Grab einen hübschen Anblick und sind zudem noch winterhart. Kein Wunder, dass die zur Familie der Korbblütler gehörende Pflanze hierzulande schon seit Langem im Volksmund als „Allerseelenblume“ bekannt ist.

Stechpalme, ein Zeichen des starken Glaubens
Die Stechpalme, von der manche Arten im Herbst und Winter hübsche rote Beeren tragen, ist mit ihrem Fruchtschmuck in der kalten Jahreszeit – genauso wie die Christrose – ein Zeichen der Hoffnung. Ihre stacheligen Blätter sollen die Dornenkrone Christi symbolisieren. Daher gilt die Stechpalme in der Trauerfloristik auch als ein Zeichen des starken Glaubens und ist seit jeher auf unseren Friedhöfen zu finden.

Erika steht für Heim und Familie
Das Erkennungsmerkmal jeder Erika-Art sind die kleinen, nach unten nickenden, glockenförmigen Blüten. Sie gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und gilt durch ihre monatelange Blühdauer von November bis April als eine der dankbarsten Pflanzen für die Gestaltung am Friedhof. Die umfangreiche Farbpalette reicht dabei von Weiß über Rosa und Karminrot bis Purpur. Allen Eriken wird das Symbol von Heim und Familie, Glück und Leiden zugeschrieben.

Christrose symbolisiert Reinheit und Frieden
Die Christrose, auch Schneerose genannt, blüht schon im Dezember, wenn es anderen Gewächsen noch viel zu kalt ist. Mit ihren weit geöffneten, strahlend weißen Blüten gilt sie als „Lichtblume“, die dunkle Stimmungen zur Weihnachtszeit vertreiben soll. Aber auch am Grab wird sie immer beliebter, symbolisiert sie doch Reinheit und Frieden. Und weil die zarten Pflanzen im Winter sogar dem Frost trotzen, gelten sie seit alters her als Symbol der Hoffnung.

Lilie, ein Symbol für Unschuld und Weiblichkeit
Die großblütigen Lilien gehören zu den schönsten Zwiebelblumen im Garten und sind in unserem Land auch als klassische Trauerblumen beliebt. Vor allem weiße Lilien stehen für die Reinheit des Herzens, Unschuld und Schönheit. Es ist aber vor allem der süße Duft, der die Lilie auch zu einem Symbol der Weiblichkeit macht. So wurden bereits griechische und römische Bräute mit Lilien gekrönt, in der Hoffnung auf ein reines und fruchtbares Leben.

Stiefmütterchen, ein Symbol für das Leiden Christi
Die pflegeleichten Stiefmütterchen gehören zur Gattung der Veilchen und sind hierzulande beliebte Frühblüher. Am Grab weisen sie durch ihre dreifarbigen Blüten auf das Leiden Christi und die Dreifaltigkeit hin. Veilchen im Allgemeinen sind ein Symbol für Jungfräulichkeit, Bescheidenheit und Anstand. Sie stehen aber auch für das Paradies, den Frühling und die Hoffnung sowie für ewige Treue und Liebe.

Chrysantheme steht für ein langes Leben
Mit ihren leuchtenden Blüten gehören Chrysanthemen vor allem im Herbst zu den Verkaufsschlagern. Sie werden weltweit geliebt und stehen für Glück, Treue, Ehrlichkeit und Freundschaft. In unserem Land gilt die Chrysantheme als traditionelle Totenblume und als Sinnbild für ein langes Leben. Botanisch betrachtet gehört die Friedhofsblume zur Familie der Korbblütler mit weltweit mehr als 5.000 Sorten, von denen jedoch nicht alle winterhart sind.
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