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Ausgabe Nr. 44/2018 vom 29.10.2018, Foto: picturedesk.com
In der Justizanstalt Stein in Krems (NÖ) sitzen nur Männer ein.
Moser: „Häftlinge sollen ihre Strafe im Heimatland verbüßen“
​Mehr als die Hälfte der Häftlinge in unserem Land sind Ausländer. Derzeit sind 9.100 Personen inhaftiert. Die meisten Insassen kommen aus Serbien (695), Rumänien (658), Nigeria (607) und der Slowakei (345).
Acht von zehn sind höchstens fünf Jahre hinter Gitter. Nur ein Prozent verbüßt eine Freiheitsstrafe von mehr als
20 Jahren. Die Mehrzahl sind Männer, nur sechs Prozent sind Frauen. Ein Häftling kostet den Staat 120 Euro pro Tag, das sind 44.000 Euro im Jahr.

VP-Justizminister Josef Moser will die Gefängnisse entlas-
ten. Er setzt sich für „Haft in der Heimat“ ein. Das bedeutet, das die Häftlinge ihre Strafe in ihrem Heimatland absitzen sollen. Laut Prognosen aus dem Justizministerium lassen sich durch die bereits vollzogenen Überstellungen bis zu 25 Millionen Euro einsparen.

„Durch diese Maßnahme können die Häftlinge anschließend auch besser reintegriert werden“, sagt Moser.

Und unsere Justizanstalten würden entlastet. Einige sind bereits jetzt überfüllt. „Wir haben in der Justizanstalt Josefstadt in Wien ständig etwa 1.200 Häftlinge, sie ist aber nur für 990 Personen konzipiert“, erklärt Moser. Die Überfüllung führt zu Gewaltbereitschaft. „Es gibt eine zunehmende Aggressivität. Das verlangt den Jus-
tizwachebeamten einen enormen psychischen und körperlichen Einsatz ab“, räumte der Minister ein.

Dieser Umstand führt zu einem niedrigen Pensionsantrittsalter (57,45 Jahre) und einer hohen Krankenstandsrate. Die Bediensteten leisten Überstunden, die 607 vollbeschäftigten Beamten entspricht. „Wir müssen neues Personal rekrutieren. Das ist nicht leicht, weil wir mit der Polizei und dem Bundesheer attraktive Arbeitgeber als Konkurrenten haben“, sagt Moser.
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