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Ausgabe Nr. 44/2018 vom 29.10.2018, Foto: zVg
Dr. Birgit Weiss behandelt mit dem „Erbium:Yag Laser“ Patientinnen mit Blasenschwäche.
Mit dem Laser die Blase stärken
Rund achthunderttausend Frauen leiden an Blasenschwäche, viele verlieren Harn. Geburten, Hormonveränderungen oder ein schwacher Beckenboden können schuld sein. Eine neue Therapie ist die Laserbehandlung. Eine Salzburger Ärztin erklärt, wie sie funktioniert.
Die Behandlung ist schmerzlos, dauert zwanzig Minuten und lindert ein besonders lästiges „Frauenleiden“ in nur einer, höchstens zwei Sitzungen. Es ist eine neue Methode für ein Problem, das Ärzte bisher nur mit Medikamenten, Beckenbodentraining oder einer Operation behandeln konnten. Die Behandlung weiblicher Blasenschwäche mit Hilfe von Laser, unblutig und ohne unerwünschte Nebenwirkungen.

Dr. Birgit Weiss (www.weissundweiss.at), eine Salzburger Ärztin, die auf Lasermedizin spezialisiert ist, hat bereits Frauen mit Blasenschwäche behandelt und erklärt das Prinzip der neuen Therapie.

„Diese Laserbehandlung ist nicht-operativ. Es gibt keinen Schnitt, kein Blut, keinen Schmerz, kein Infektionsrisiko und keine Nähte. Das Herzstück ist der ‚Erbium:Yag-Laser‘. Er ist in einer kurzen vaginalen Sonde eingebaut und gibt während der rund zwanzigminütigen Behandlungszeit eine abgestimmte Laserenergie an die Schleimhaut der Scheidenwand, des Scheideneinganges und der Blasenwand ab. Dies geschieht schmerzlos, vielleicht am Scheideneingang kann die Frau ein leichtes Pieksen spüren. Die Wirkung der Laserenergie strafft den Vaginalkanal, stärkt den Beckenboden mit, führt zu einer Verjüngung des Schleimhautgewebes und stärkt das Gewebe von Blasenhals und Blasenhinterwand, sodass es sich hebt. Diese erste Verbesserung der Blasenschwäche merken manche Frauen schon nach wenigen Tagen, innerhalb der ersten drei bis sechs Monate kommt diese Wirkung zur vollen Ausbreitung.“ Je nach Ausprägung der Blasenschwäche kann eine zweite Sitzung notwendig sein, meint die Expertin.

Hinter der Wirkung stecke, so Dr. Weiss, der durch die Laserenergie angeregte Aufbau von straffenden und aufpolsternden Kollagen- und elastischen Bindegewebsfasern in der Schleimhaut. „Der Laser wirkt nur auf diese Fasern im überdehnten oder erschlafften Gewebe. Umliegende Zellen, Blutbahnen oder Nerven bleiben verschont. Die Patientinnen haben nach der Behandlung keinen Ausfluss oder Abgang von Gewebe. Zwei Wochen lang sollten sie allerdings auf Geschlechtsverkehr und das Tragen von Tampons verzichten“, sagt Dr. Weiss und zählt andere positive Wirkungen der Laser-Behandlung auf. Die Verbesserung der Scheidentrockenheit bei Frauen in der Post-Menopause, die häufig mit Jucken, Brennen oder gar Schmerzen einhergeht. „Das bedeutet, für diese Frauen verbessern sich die Lebensqualität und das Sexualempfinden.“

Eine Altersgrenze für die Behandlung gibt es nicht, nur ein Attest über die gynäkologische Gesundheit durch den Frauenarzt ist erforderlich.

„Beim ersten Beratungsgespräch führe ich einen Test mit den Frauen durch, der die Schwere der Blasenschwäche beurteilt. Das Ergebnis verrät, ob eine Behandlung mit dem Laser sinnvoll ist oder ob doch eine medikamentöse Therapie besser wäre.“

Die Wirkung der Laser-Behandlung selbst sei durch wissenschaftliche Studien erwiesen, versichert die Laser-Spezialistin. Erfahrungen zu Langzeitergebnissen gibt es jedoch noch nicht. Sollte die Wirkung nachlassen, ist eine Auffrischung nach einem Jahr aus medizinischer Sicht möglich. Die Kosten dieser neuen Lasertherapie trägt derzeit noch keine Krankenkasse. Den Preis von rund 900,– Euro müssen die Patientinnen aus eigener Tasche bezahlen.
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