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Ausgabe Nr. 43/2018 vom 22.10.2018, Foto: Fotolia
Kosmisches Karussell, „unterwegs“ mit 1.670km/h
Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst. Würden wir genau am Nord- oder Südpol stehen, würden wir uns nur im Kreis drehen. Anders am Äquator, der gedachten Linie, die von den beiden Polen am weitesten entfernt ist. Wer hier steht, etwa in der brasilianischen Stadt Macapá, legt pro Tag theoretisch 40.075 Kilometer zurück. Das sind 1.670 Kilometer pro Stunde. Soll die Geschwindigkeit für einen anderen Ort ausgerechnet werden, so ist der Wert für den Äquator mit der Winkelfunktion Kosinus des jeweiligen Breitengrades zu multiplizieren. Wien liegt bei 48°12‘ nördlicher Breite, das ergibt eine Umdrehungsgeschwindigkeit von 1.115 Stundenkilometern. Würden wir uns über Wien erheben und dort stehen bleiben, während sich die Erde weiterdreht, würden wir nach einer Stunde über Paris (Frankreich) schweben.
Eine Stunde in der Natur …
Am 28. Oktober endet die Sommerzeit und deshalb wird wieder einmal an der Uhr gedreht. Für Nachtschwärmer, die in der Früh den Wecker verdammen, bringt das Zurückstellen der Uhr also eine Stunde mehr Schlaf. Für uns Menschen eine relativ unbedeutende Zeitspanne. Doch in der Natur kann in 3.600 Sekunden Unglaubliches geschehen.
Weinbergschnecke, der „flinke“ Schleimer
Schon seit ewigen Zeiten gelten Schnecken als Symbol für Ruhe und Langsamkeit. Doch mit ihrer schleimigen Kriechsohle erreicht die allseits bekannte Weinbergschnecke immerhin eine Geschwindigkeit von drei Metern pro Stunde, also 0,003 km/h. „Was für einen Vertreter ihrer Tierklasse recht beachtlich ist“, wissen Zoologen. Der Schleim unterstützt das etwa zehn Zentimeter lange Tierchen auch, sich an die Oberfläche anzupassen, auf der es im Schneckentempo dahinkriecht. So kann die Weinbergschnecke gefahr- und mühelos selbst eine scharfe Rasierklinge überwinden.

Starkregen, fünf Liter Wasser pro Stunde
Die Wassermassen, die bei Starkregen innerhalb von nur einer Stunde vom Himmel prasseln können, sind beeindruckend und werden in Millimetern gemessen. Die Höhe der Regensäule gibt dabei an, wie hoch das Wasser stehen würde, wenn es nicht verdunsten oder versickern würde. Ein Millimeter Regenwasser auf einem Quadratmeter Boden macht dabei genau einen Liter Wasser aus. „Wenn in einer Stunde also vier bis fünf Liter Regen auf einen Quadratmeter Boden fallen, oder mehr als 100 Liter innerhalb eines Tages, lösen wir die Warnstufe ‚Violett‘ aus, was einem extrem starken Unwetter mit Überflutungen gleichkommt“, erklärt ein Meteorologe vom Wetterdienst „Ubimet“.

Riesenbambus, lässt sich beim Wachsen zusehen
Der in China und Indien beheimatete Riesenbambus ist mit Wuchshöhen von 25 bis 40 Meter die weltweit größte Bambusart. Die gigantische Pflanze wächst mit bis zu 70 Zentimetern pro Tag auch am schnellsten. Und das bedeutet einen unglaublichen Wachstumsschub von knapp drei Zentimetern pro Stunde. Fast beim Wachsen zusehen lassen sich aber auch unsere heimischen Brombeerranken. Sie verlängern sich innerhalb eines Tages um nicht weniger als sieben Zentimeter, also ungefähr drei Millimeter pro Stunde.

Lichtgeschwindigkeit, 3.600 Sekunden bis zum Jupiter
Nichts in unserem Universum ist schneller als das Licht. Am schnellsten saust es durch den luftleeren Raum. Und zwar mit beinahe 300.000 Kilometern pro Sekunde. Ein Lichtstrahl braucht von der Erde also nur 1,28 Sekunden, um die 400.000 Kilometer lange Strecke bis zum Mond zurückzulegen. Nach 60 Sekunden ist das Licht bereits 18 Millionen Kilometer entfernt. In acht Minuten sind es schon 144 Millionen Kilometer, was ungefähr dem mittleren Abstand zwischen Sonne und Erde entspricht. Knapp mehr als eine Milliarde Kilometer hat das Licht hingegen nach einer Stunde hinter sich gebracht. Eine für uns Menschen nahezu unvorstellbare Entfernung, die dem größtmöglichen Abstand zwischen dem Planeten Jupiter und der Erde entspricht. Das ist die siebenfache Strecke zwischen Sonne und Erde.

Blauwal, er nimmt den Mund ziemlich voll
Mit einer Körperlänge von bis zu 33 Metern und einer Körpermasse von bis zu 200 Tonnen ist der Blauwal das schwerste bekannte Tier der Erdgeschichte. Dementsprechend viel Nahrung benötigt der Gigant der Weltmeere zum Überleben. Und zwar durchschnittlich 170 Kilo Plankton, Krill und kleine Fische pro Stunde, was dem Gewicht von zwei erwachsenen Männern entspricht. Diese gigantische Futtermenge siebt der Koloss ohne große Mühe mit seinen 300 bis 400 fein gefiederten Barten aus dem Wasser.

Rothirsch, sein Kopfschmuck bricht Rekorde
Das Geweih eines Rothirsches ist nicht nur eine imposante Erscheinung, es ist auch ein Wunderwerk der Natur. Bis zu 14 Kilo Knochensubstanz werden innerhalb von 90 bis 140 Tagen gebildet. „Der Kopfschmuck wächst also in Rekordgeschwindigkeit mit mehr als zwei Zentimetern pro Tag, was einem maximalen Längenwachstum von knapp einem Millimeter pro Stunde gleichkommt“, heißt es von Seiten der Wildtier-Stiftung. Es handelt sich dabei sogar um das schnellste Organwachstum, das im Tierreich bekannt ist.
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