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Ausgabe Nr. 41/2018 vom 09.10.2018, Foto: Carina Antl
Josh. – ist die Entdeckung der vergangenen
Monate.
Er hat Cordula Grün tanzen gesehen
Johannes Sumpich alias Josh. ist ein sympathischer 32jähriger Wiener, der bislang eher schlecht als recht von der Musik leben konnte. Bis er eine geniale Idee hatte. Sein Lied „Cordula Grün“, das von einer Liebesbegegnung im Nachtleben handelt, ist binnen kurzer Zeit nicht nur bei uns zum Hit geworden.
Macht es Spaß, plötzlich eine große Nummer im Popgeschäft zu sein? Ja, das passt super. Ich wollte das. Ein Lied wie „Cordula Grün“ gab es vorher nicht, wie ist es entstanden?
Ich saß im Studio und habe an einem anderen Lied gearbeitet. Die Musik war schon da, der Song hieß allerdings noch anders, mir gefiel er dann aber nicht mehr. Also entschloss ich mich, ganz neu an die Nummer heranzugehen, und ich wusste, warum auch immer: Ich will was über Frauen und Farben schreiben. Dann habe ich einen Namen und eine Farbe aufgeschrieben und zu meinem Produzenten gesagt: So, jetzt erzähle ich die Geschichte von Cordula Grün. Er hat mich etwas schräg angeschaut und gesagt „Okay, wenn du das machen willst …“

Warum ausgerechnet „Cordula Grün“?
Der Name hat sich für mich einfach gut angefühlt.

Haben Sie je nachgeforscht, ob es tatsächlich eine Frau mit diesem Namen gibt?
Ja, noch bevor das Lied veröffentlicht wurde. Es gibt sie. In Deutschland leben sogar zwei. Eine kommt aus dem Norden, die hat sich dann irgendwann auf der Internet-Plattform Facebook bei mir gemeldet, noch bevor das Lied in Deutschland Kreise gezogen hat. Sie hat geschrieben, dass sie den Song mag und dass sie jetzt für mich Werbung in Deutschland macht. Und die zweite Cordula Grün hat bei Facebook „Herzlichen Glückwunsch“ geschrieben, als ich bei uns in Österreich meine „Goldene Schallplatte“ bekommen habe.

„Cordula Grün“ ist eine Mischung aus Aufreiß- und Liebeslied, ein bisschen lustig, ein bisschen
melancholisch, weil sich herausstellt, dass sie verheiratet ist …

Genau. Das ist die klassische Geschichte mit einem kleinen Dreh, ich werde ja von ihr am Anfang belogen.

Entstand das Lied nach einer persönlichen Erfahrung?
Das Lied ist nicht rein autobiographisch. Es gibt diese Cordula Grün in meinem Leben nicht. Aber als Texter packst du Gedanken in Lieder, die dich beschäftigen. Natürlich sind auch Erfahrungen von mir drin.

Zum Beispiel, dass Sie beim Tanzen eine Frau ansprechen und sich daraus mehr ergibt?
Das kann ja einmal vorkommen.

Welcher Typ sind Sie, wie würden Sie sich beschreiben?
In mir steckt die Wiener Melancholie, sie ist auch in meinen Songs enthalten, teilweise bin ich aber auch jemand, der ordentlich Spaß haben kann. Im Lied „Cordula Grün“ selbst steckt ja auch beides – die Wehmut und auch der Frohsinn.

Tragen Sie privat ebenso knallig rote Anzüge wie im dazugehörenden Video?
Nein, ich trage zwar gern Anzüge, bin aber normalerweise eher der Jeanstyp. Für das Video war der Unterschied zwischen dem roten Anzug und der grünen Puppe freilich genau richtig.

Wo ist die „Cordula Grün“-Puppe jetzt eigentlich?
Sie lebt bei mir zur Untermiete.

Aber nicht im Bett?
Nein, um Gottes willen (lacht). Ich bin Musiker, kein Psychopath.

Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Ich habe Musik studiert und mache schon lange Musik, aber ich habe immer nebenbei Teilzeit gearbeitet, an Projekten mit Informations-Technologie. Während des Studiums musste ich mit irgendeiner Tätigkeit die Miete bezahlen.

Welche Musik haben Sie früher gemacht?
Wirklich verschiedenste Projekte. Ich habe viel Gitarre für andere gespielt, war auch in einem Jazzquartett, und seit vier Jahren habe ich mir mein eigenes Projekt nach und nach aufgebaut.

Wie kam es zum Namen Josh.?
So werde ich schon seit der Schule genannt. Es gab zwei Johannes in der Klasse, da musste einer irgendwie anders heißen.

Wie ist es jetzt, von der Musik leben zu können?
Es fühlt sich gut an. Denn ich reiße mir den Arsch auf und weiß, ich habe etwas davon. S. Rüth
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