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Ausgabe Nr. 40/2018 vom 02.10.2018, Foto: wollfieber.de
Armstulpen für kalte Frauenhände
Material: 1 Knäuel „The Wool“, 100% Wolle aus Peru, Koral, 200gr, 80m, super bulky; Stricknadeln in Größe 15mm.

Anleitung: 10 Maschen auf den großen Stricknadeln anschlagen. Das reicht bei der dicken Wolle, um die Hand komplett zu bedecken. (Mit mehr Maschen werden die Armstulpen länger.) Zirka 20 Reihen kraus rechts stricken. Am besten an der eigenen Hand orientieren.

Tipp: Werden die Reihen nachher etwas auseinander gezogen, sieht das Muster noch schöner aus. Nach den 20 Reihen (oder der gewünschten Länge) alle Maschen locker abketten. Die erste Armstulpe sieht jetzt fast aus wie ein Topflappen. Danach die beiden Enden miteinander vernähen, aber auf Daumenhöhe noch ein Loch (für den Daumen) offen lassen.

Wiederholen Sie die Stickanleitung nun noch einmal für die zweite wärmende Armstulpe.
Große Maschen sind groß im Kommen
Dicke Schals, Hauben und kuschelige Pullover spenden uns an kalten Herbst- und Wintertagen viel Wärme. Diesem Bedürfnis kommt ein Stricktrend besonders entgegen. Der Grobstrick zaubert viel Volumen und ermöglicht dank XXL-Maschen sogar ein schnelles Ergebnis auf den Nadeln.
Die kommenden Wochen und Monate werden ausgesprochen flauschig, zumindest wenn es um die Mode zum Selberstricken geht. Große Maschen, dicke Pullis und weiche Garne machen es möglich.

Zu den Favoriten in der neuen Herbst/-Wintersaison gehört ein auffälliger Grobstrick mit großen Maschen, der unter Strickfreunden als „Chunky Knitting“ bezeichnet wird, was übersetzt so viel wie „klobiges Stricken“ heißt.

Alles begann mit einem Zufall
Große Maschen, dicke Wolle und Nadeln in ungewöhnlicher Stärke sind die Markenzeichen dieses Stricktrends. Und er steht für ein unkompliziertes, schnelles Strickvergnügen. Ins Leben gerufen wurde er von der Amerikanerin Anna Marinenko, Gründerin der Stricktextilien-Marke Ohhio, rein zufällig, wie sie sagt. „Ich habe eines Tages einen riesigen Strang Merinowolle gesehen. Ich habe ihn gekauft und rein intuitiv begonnen, ihn mit meinen Armen zu verstricken, ohne Nadeln. Nur aus Neugier. Ein Foto des Ergebnisses, eine Decke mit riesigen Maschen, habe ich ins Internet gestellt. Daraufhin habe ich unglaublich viele positive Rückmeldungen und Anfragen bekommen“, erzählt Marinenko vom Anfang des XXL-Maschentrends, der es aus dem Internet immerhin auf die internationalen Laufstege der Modewelt geschafft hat.

Eine Decke in zwei Tagen
Ohne Nadeln zu stricken, ist freilich nicht notwendig. Wollfachgeschäfte liefern Wolle und Nadeln in entsprechender Stärke, bis zu vier Zentimeter Durchmesser oder mehr. „Unsere ‚Weekend‘ Garne etwa sind fast fingerdick und werden mit Nadeln verstrickt, die so dick wie Kochlöffelstiele sind. Damit sind die Strickstücke schnell fertig und der Kleiderschrank ganz schnell mit ganzen Kollektionen gefüllt“, bestätigt Helgrid van Impelen vom Wolle-Hersteller Lana Grossa.

Tatsächlich werden aufgrund der Maschengröße sogar größere Strickstücke schnell fertig. Eine Kuscheldecke für das Sofa ist an einem Wochenende fertig gestrickt; für Anfänger ist das ein idealer Einstieg in das Strickvergnügen. Dank der dicken Garne, die viel Luft einschließen, hält das Ganze auch schön warm.

Garne mit Pelzeffekt
Die großen, dicken Maschen auf Schals, Hauben und Pullovern sind aber aufgrund ihrer zusätzlichen Fülle nicht für jede Frau attraktiv. Daher sind Wohntextilien wie Kuscheldecken für die Sitzecke, Kissen- oder Hocker-Überzüge oder kleine Teppiche in XXL-Maschen ebenfalls beliebte Strickstücke.

Auf komplizierte Muster wird dabei weitgehend verzichtet, aber besondere Garne sorgen auch so für schöne Effekte. Edle Wintergarne wie Mohair, Alpaka, Cashmere und Merino sind Klassiker. Hinzu kommt kuschelige Wolle in fedriger Optik oder mit Pelz-Effekten. Und natürlich die dickeren Garnstärken mit viel Volumen. „Neu ist, dass sie häufig in einem Garn kombiniert werden. So entstehen neue Optiken und zugleich ergänzen sich die Garne mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften zu einer optimalen Mischung“, verrät Angela Probst-Bajak von der Initiative Handarbeit, einem Verband, in dem die führenden Anbieter der Handarbeitsbranche in Deutschland, der Schweiz und in unserem Land zusammengeschlossen sind.

Bei der Silhouette zeichnet sich die neue Strickmode mit den großen Maschen durch lässige Übergrößen und gerade Linien aus, ergänzt für die Profis unter den Strickerinnen durch Details wie ungewöhnliche Ärmelformen oder eingestrickte Falten.
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