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Ausgabe Nr. 40/2018 vom 02.10.2018, Fotos: Villach Tourismus/Stefan Leitner
Die Kärntner Seen auf kurzen Pfaden entdecken
Weitere kurze Wanderwege gibt es am Weissensee, am Pressegger See, am Kitzelberg beim Klopeiner See (Bild) und am Zwergsee beim Millstätter See.

Information: Tel.: 0463/3000, www.kaernten.at
Wanderwege für Genießer
Wenig gehen, aber trotzdem viel sehen. In Kärnten wurden leicht begehbare Kurzwanderwege geschaffen. Sie führen entlang der Seen zu Kleinoden in der Landschaft. Die Spaziergänger sind nie länger als drei Stunden unterwegs. Sie können auf Aussichtsplattformen die Landschaft bewundern und sich auf Sitzbänken sowie in Hängematten ausruhen.
Das Wasser übt seit jeher eine Anziehungskraft auf uns Menschen aus. Es ist ein Ort der Erholung, der Frische und der Ruhe. Diese Eigenschaften machen sich die Kärntner zunutze. Im südlichsten Bundesland wurden sieben Kurzwanderwege geschaffen, die entlang von Seen oder mit Blick auf die Gewässer durch die Natur führen.

Die sogenannten „Slow Trails“, auf Deutsch „Langsame Pfade“, sind höchstens zehn Kilometer lang und es müssen nie mehr als 300 Höhenmeter bewältigt werden. Die Besucher sind höchstens drei Stunden unterwegs und können entlang der Strecke auf Bänken, Sesseln und in Hängematten entspannen.

Wasser für das Bleistätter Moor
Ins Schwitzen kommen die Spaziergänger kaum, dafür aber ins Schwärmen. Etwa bei der Wanderung durch das Bleistätter Moor in Steindorf am Ossiacher See. In den 1930er-Jahren wurde das Moor trockengelegt, damit die Fläche landwirtschaftlich genutzt werden konnte. Pumpen hielten das Wasser jahrzehntelang fern. Nun ist damit Schluss. Die Natur hat sich das Moor wieder zurückerobert.

Die Pumpen wurden im Vorjahr abgeschaltet. Der Fluss Tiebel speist das Moor nun wieder mit Wasser und erschuf einen neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Naturliebhaber können ihn auf zwei Wanderwegen erkunden. Beim Domenig Steinhaus führt ein sieben Kilometer langer Rundwanderweg durch die Moorlandschaft.

Die Wanderer können aber auch den sechs Kilometer langen Pfad Richtung Ossiach einschlagen und dann mit dem Schiff zum Ausgangspunkt Steinhaus zurückkehren. „Zwei überdachte Aussichtstürme laden dazu ein, die Artenvielfalt der Moorbewohner zu beobachten. Schwäne, Blesshühner, Biber, Fledermäuse, Enten, Schmetterlinge, aber auch Frösche und Kröten haben sich im Moor angesiedelt. Dazu kommt eine Vielzahl an Wasserpflanzen“, sagt Iris Kuchar von der Kärnten Werbung.

Durch die Schlucht mit Aussicht auf die Bucht
Der Wörthersee ist der wohl bekannteste Badesee Kärntens. Weniger prominent hingegen ist der nahegelegene Forstsee. Er liegt wild und abgeschieden mitten im Wald. Zu ihm gelangt jeder, der dem sieben Kilometer langen Weg „Römerschlucht“ folgt.

Ausgangspunkt ist die Franzosenkirche in Velden. Dieses entzückende kleine Kirchlein liegt auf einem dicht bewaldeten Hügel. Die ersten Meter wandern die Ausflügler durch die Ortschaft, ehe der Pfad in die Römerschlucht führt.

Ein kleiner Bach hat sich sein Bett durch diese grün schimmernde Schlucht gegraben. Moos überzieht bizarre Felsformationen und Farne wuchern wie im Urwald. Nach drei Kilometern erreichen die Wanderer den Forstsee. Der Pfad schlängelt sich rund um den See. „Ein Wegabschnitt führt an Felswänden vorbei und auch über kleine Stege. Die Wanderer gehen fast über das Wasser. Die Wegführung ist jedoch gut gesichert und auch für wenig geübte Wanderer gut zu begehen“, erzählt Kuchar.

Nachdem der Forstweg umrundet wurde, geht es weiter zur Veldener Aussicht. Dazu verlassen die Spaziergänger kurz den Weg, um zu einer Naturkanzel zu gelangen. „Von dort aus haben die Wanderer einen traumhaften Ausblick auf die Veldener Bucht“, gibt die Kärntnerin einen Tipp.
Danach geht es zurück nach Velden, wo sich die Ausflügler in einem der Lokale stärken können.

In den Sonnenuntergang spazieren
Einen Platz mit schöner Aussicht finden Ausflügler am Berg Mirnock beim Millstätter See. Ein 2,6 Kilometer langer Rundweg führt vom Alpengasthof Bergried in Ferndorf zu einer Aussichtsplattform an der Bergfried Hütte. Dort bietet sich den Wanderern ein schönes Panorama mit Blick auf den See.

„Der Weg ist kurz vor Sonnenuntergang ein beliebter Treffpunkt. Die Sonne taucht dann die Oberfläche des Gewässers in ein kräftiges Orange, ehe sie hinter den Bergkuppen verschwindet“, erzählt Maria Theresia Wilhelm, die Geschäftsführerin des Millstätter See Tourismus.

Um das Schauspiel kulinarisch abzurunden, füllen die Mirnock-Bauern gerne einen Picknickkorb mit Speck, Käse, Topfenaufstrich, Brot, Hollersaft und Perlwein.

Der Picknickkorb reicht für zwei Personen und kostet 49 Euro. Das Angebot gilt bis Ende Oktober, zu bestellen 48 Stunden vorab beim Millstätter See Tourismus
(Tel.: 04766/3700). widlak
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