Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 38/2018 vom 18.09.2018, Foto: Ellen von Unwerth
David Guetta, 50
Meine Kinder sind meine Chefs“
Auch ein David Guetta, einer der reichsten und erfolgreichsten Discjockeys und Produzenten der Welt, kann noch staunen. Zum Beispiel über den Rundumblick der noblen Suite in Ibizas edlem Party-Hotel „Ushuaia“, in dem er im Sommer auflegt und wo der WOCHE-Reporter Steffen Rüth mit ihm zum Gespräch verabredet war.
„Wahnsinn“, sagt der 50jährige, der in weißen Sneakers (modische Turnschuhe), zerrissener heller Jeans und grauem T-Shirt eher an einen Teenager erinnert. Der Franzose hat mit „Seven“ ein neues Album (bereits im Handel). Darauf vermengt er Funk, Soul, Hip-Hop und Electro mit bekannten Gaststimmen (Sia, Justin Bieber) zu einem an guten Melodien und Knalleffekten reichen Werk.

Sie arbeiten, während alle anderen Menschen feiern. Wann hatten Sie zuletzt einen freien Abend?
Gestern. Ich war zu Hause und habe mir mit ein paar Freunden eine Pizza bestellt und Filme angesehen. Es war herrlich.

Wie oft kommt so etwas vor?
Ich lege meistens an fünf Abenden pro Woche auf und habe zwei Tage frei. Theoretisch zumindest.

Sie haben Häuser auf Ibiza (Spanien), in Los Angeles (USA), in London (England) und eine Wohnung in Dubai. Wie verläuft Ihr Leben?
Im Sommer wohne ich meist hier auf Ibiza, ich lege montags und donnerstags auf und spiele im Schnitt drei weitere Shows irgendwo in Europa. Auf Ibiza bin ich eigentlich am liebsten, ich mag mein Haus hier gerne, und die Shows sind grandios. Im Herbst gehe ich nach Los Angeles, von wo aus ich schnell in Las Vegas bin, wo ich regelmäßig auftrete. Außerdem schreibe ich in Los Angeles die meisten meiner Lieder und bin häufig im Studio. Von Dubai aus bearbeite ich Asien. Und in London leben meine beiden Kinder und meine Exfrau. Dort habe ich mein Familienleben.

Sie haben seit vielen Jahren einen Hit nach dem anderen. Woher wissen Sie, was die Menschen hören wollen?
Zum Teil ist es einfach Glück. Zum Teil ist es der Name – ich habe mir mit der Zeit ein gewisses Vertrauen erarbeitet. Und dazu kommt, dass ich wohl einen ziemlich universellen und allgemeingültigen Geschmack habe.

Ihr Album heißt „Seven“. Gibt es dafür Gründe, abgesehen davon, dass es Ihr siebentes Album ist?
In der Bibel hat Gott sieben Tage gebraucht, um die Welt zu erschaffen. Sieben ist eine runde, positive Zahl. Und für mich ist dieses Album der komplette David.

Ihr Sohn Elvis ist 14, Ihre Tochter Angie ist zehn Jahre alt. Was sagen die beiden zu Ihrer Musik?
Sie sind meine schonungslosesten Kritiker. Die beiden sind meine obersten Chefs, meine Manager. Ich spiele ihnen alles vor, sobald es fertig ist. Die Kinder sind die Zukunft und sie sind schlau. Sie wissen besser Bescheid als die Herrschaften in meiner Plattenfirma, so viel steht fest (lacht).

Sind die beiden ehrlich zu ihrem Vater?
Ziemlich ehrlich sogar. Manchmal zu ehrlich (lacht).

Ihre Eltern haben beide eine akademische Karriere gemacht. Sie sind Musiker. Was soll aus Ihren Kindern werden?
Irgendetwas, das sie glücklich macht. Wir verbringen so viel Zeit bei der Arbeit. Deshalb sollte unbedingt jeder das machen, was ihn interessiert. Alles andere ist Lebensverschwendung.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung