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Ausgabe Nr. 37/2018 vom 11.09.2018, Fotos: Getty Images, Hämmerle
„Zurcaroh“ aus Vorarlberg tanzen im Finale der weltgrößten Talentesendung.
Zurcaroh-Gründer Peterson da Cruz Hora und seine Artisten verzauberten im Halbfinale ein Millionenpublikum
Begnadete Körper voll
Anmut und Harmonie
Die Akrobatengruppe „Zurcaroh“ aus der 11.500-Seelen-Gemeinde Götzis (V) löst in den Vereinigten Staaten derzeit wahre Begeisterungsstürme aus. Im Halbfinale der US-Talentesendung „America‘s Got Talent“ des Senders NBC überzeugte sie nicht nur die Jury, sondern auch die Zuseher. Diese wählten sie in das Finale, das am 18. September in Los Angeles stattfinden wird. Dort winken eine Million Dollar Preisgeld und eine eigene Show in Las Vegas.
Rund elf Millionen Zuschauer in den Vereinigten Staaten (USA) hielten den Atem an, als die Vorarlberger Artisten von „Zurcaroh“ vor einer Woche das Halbfinale der Talenteshow „America‘s Got Talent“ bestritten.

Mit doppelten Salti und menschlichen Pyramiden begeisterten sie die mit Heidi Klum und der englischen Sängerin Melanie Brown („Spice Girls“) prominent besetzte Jury und das Publikum. Die 48 Tänzer und Akrobaten aus dem Ländle wurden ins Finale gewählt, das am 18. September in Los Angeles (Kalifornien) stattfinden wird.

„Ich habe noch gar nicht realisiert, was da passiert ist“, sagt der Artist Christoph Hämmerle. Denn immerhin hatten sich rund 70.000 Künstler im Vorfeld für die beliebte Talentesendung beworben.

Der 40jährige Direktor der Mittelschule Dornbirn-Markt ist das älteste Mitglied von „Zurcaroh“, sein Sohn Lukas mit sieben Jahren der Jüngste der Artistengruppe. Derzeit sind sie wieder daheim und trainieren fleißig. „Vier bis sechs Mal pro Woche und zwischen zweieinhalb und sechs Stunden geben wir unser Bestes. Immerhin treten wir in der größten Talenteshow der Welt auf“, sagt Hämmerle begeistert.

In der Tanzgruppe hat der ausgebildete Sportlehrer eine besondere Rolle. Bei akrobatischen Einlagen stehen oft mehrere Personen auf ihm, „was viel Kraft und Ausdauer abverlangt“, meint Hämmerle.

Er erklärt, dass jeder in der Gruppe eine Aufgabe hat. Wenn während Akrobatik-Einlagen Kinder oder Erwachsene durch die Luft gewirbelt werden, haben die Tänzer ein Auge darauf, dass nichts passiert. „Es ist immer jemand da, der aufpasst“, versichert der Sportlehrer.

Intensiv trainiert auch die „Zurcaroh“-Artistin Jacoba Häfele. Die 18jährige Schülerin aus Hohenems (V) kann den finalen Auftritt kaum erwarten. „Wir arbeiten hart für unseren Erfolg, denn wir wollen das Publikum in Amerika und hierzulande begeistern“, sagt sie stolz.

Das Wort „Zurcaroh“ leitet sich von seinem Gründer Peterson da Cruz Hora ab, indem sein Nachname rückwärts gelesen wird. Der brasilianische Choreograph gründete die Gruppe im Jahr 2007 in seinem Heimatland. Der Liebe wegen zog er nach Vorarlberg und verwendete ab 2009 denselben Namen für seine neue Artistengruppe.

Im Ländle ist „Zurcaroh“ schon lange ein Begriff. Auf Bällen, Festen und Firmenfeiern traten sie immer wieder auf. Obendrein wurde ihnen im Jahr 2013 in Kapstadt (Südafrika) der Weltmeistertitel im Gruppenturnen verliehen.

Die internationale Bekanntheit stellte sich aber erst jetzt mit ihren Auftritten bei „America‘s Got Talent“ ein. Mittlerweile werden die Videos ihrer Tanzeinlagen im Internet von einem Millionenpublikum angesehen.

Für das große Finale verspricht Cruz Hora, „Wir werden etwas bieten, das sich stark von den bisherigen Auftritten unterscheidet.“

Immerhin geht es um eine Million Dollar Preisgeld und um einen Showvertrag für Las Vegas. „Mit dem Geld möchten wir Kinder in Brasilien schulisch unterstützen und mit einem akrobatischen Projekt von der Straße wegbringen. Das wäre unser großes Ziel“, sagt der „Zurcaroh“-Gründer Peterson da Cruz Hora. Denn er wuchs dort selbst in ärmsten Verhältnissen auf, mithilfe des Sports gelang ihm aber schließlich der Aufstieg. rb
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