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Ausgabe Nr. 37/2018 vom 11.09.2018, Fotos: Shutterstock, Fotolia
Ein gestrandetes Schmug glerschiff ist das Wahrzeichen der Ins el Zakynthos
Urlaub auf Zakynthos
Angebot: Flug ab Wien, 6 Nächte inkl. Frühstück im Hotel „Andreolas Beach“ in Laganas, direkter Strand-Zugang, Attraktionen der Insel sind die Blauen Grotten und Zakynthos-Stadt, gültig von 25.9.–1.10., 567 Euro p.P. im DZ,
Tel.: 0800 400 202, www.tui.at
Die berühmteste Bucht
Griechenlands
Die Bucht Navagio ist von meterhohen Klippen eingerahmt. Mittendrin ruht ein rostiger Kahn, der vor einigen Jahren an den Strand gespült wurde. Es ist das beliebteste Fotomotiv der Insel Zakynthos. Das griechische Eiland ist aber auch für seine langen Sandstrände bekannt, das auf der Insel hergestellte Olivenöl und die Meeresschildkröten, die hier ihre Eier ablegen.
Den Markusplatz gibt es nicht nur in Venedig. Ein Ebenbild des italienischen Wahrzeichens befindet sich auf der griechischen Insel Zakynthos in der gleichnamigen Hauptstadt. Das Stadtbild ist von venezianischen Häusern, gepflasterten Straßen, Palästen und freistehenden Glockentürmen geprägt.

In Zakynthos-Stadt befindet sich auch die einzige katholische Kirche der Insel. Die Markuskirche liegt direkt am Markusplatz. Die Venezianer regierten 300 Jahre auf dem Eiland, das zu den Ionischen Inseln gehört. Im Jahr 1797 war es dann vorbei mit der venezianischen Herrschaft. Was blieb, war auch die Musik.

Auf der Insel wird die „Kantate“ gesungen. Sie klingt anders als die gewohnte griechische Musik. Der operettenhafte Gesang wird von Mandoline und Gitarre begleitet.

„Gesungen wird überall, häufig in Gasthäusern“, erzählt Markus Jurasek, Reise-Experte von Tui. „Musik und auch gutes Essen gibt es in der Taverne Varkarola“, verrät der Griechenland-Experte. Das Lokal befindet sich an der Promenade in Zakynthos-Stadt mit Blick auf den Hafen.

Zum Essen wird Olivenöl kredenzt. Es ist das Lebenselixier der Griechen. Die Inselbewohner stellen es selbst her. Die Zutat dafür liefern eine Million Olivenbäume, die auf der Insel wachsen. Die Ernte beginnt im Oktober.

Die beliebteste Sorte sind die „Koroneiki“. Diese Oliven sind klein, schwarz und aromatisch. Ihr Öl schmeckt kräftig, aber dennoch mild, weil es einen geringen Säuregehalt aufweist.

Die Olive ist aber nicht die einzige Frucht, die auf der Insel gedeiht. Mehr als 7.000 verschiedene Blumen wachsen hier. Diese Artenvielfalt erstaunte sogar die Venezianer, die Zakynthos daher den Beinamen „Blume des Ostens“ verliehen.

Die Urlauber kommen aber nicht zum Blumen pflücken auf das grüne Eiland, sondern vor allem zum Schwimmen. Auf der sonnenverwöhnten Insel können die Besucher von Mai bis Oktober ein Bad im Meer nehmen. Der beliebteste Strand ist gleichzeitig das meistfotografierte Motiv der Insel.

Am Navagio-Strand wurde vor 30 Jahren ein Schiff an Land gespült. Zigarettenschmuggler warfen bei einer Verfolgungsjagd mit der Küs-
tenwache ihre heikle Fracht einfach über Bord. Sie gaben ihr Schiff auf und flüchteten in Rettungsbooten, während der Frachter führerlos auf die Küste trieb, wo er liegenblieb.

Bis heute liegt der Kahn am Navagio-Strand, der nur per Boot zu erreichen ist. „Ich werde den Moment nie vergessen, als ich das Schiff zum ersten Mal sah. Die salzige Meeresluft färbte den Stahl rostrot. Ich empfehle, das erste Ausflugsboot bei Tagesanbruch zu nehmen“, rät Jurasek. An Land befindet sich eine Aussichtsplattform, von wo aus Besucher die Bucht aus der Vogelperspektive bestaunen können.

Wer nicht seekrank wird, dem rät der Reise-Spezialist einen weiteren Ausflug auf dem Boot. Im Norden des Eilandes befinden sich die Blauen Grotten. „Kleine Boote bringen Urlauber direkt an die von Wellen und Gezeiten geformten Klippenformationen. Sie verdanken ihren Namen den Wasserspiegelungen, die alles in Blau erstrahlen lassen. Himmel, Meer und Höhlen spiegeln sich gegenseitig und schaffen auf diese Weise eine magische Atmosphäre.“

Nicht nur das Wasser ist hier blau, sondern auch alles, was sich unter Wasser befindet. Die Blauen Grotten sind daher ein Paradies für Taucher und auch den Meeresschildkröten gefällt es hier. Zakynthos ist die wichtigste Brutstätte der Unechten Karettschildkröte im Mittelmeer.

Etwa 300 Schildkrötenweibchen kommen jedes Jahr in den warmen Sommernächten an Land, um ihre Eier abzulegen. Für die bis zu 140 Kilo schweren Reptilien ist das keine leichte Aufgabe. Sie schleppen ihre wuchtigen Körper den Strand hinauf, aus dem sie selbst vor einigen Jahrzehnten aus dem Ei geschlüpft sind. Eine halbe Stunde brauchen die Tiere für ein paar Meter.

Nach der Eiablage kriechen sie wieder zurück ins Meer und überlassen den Rest des Brutgeschäftes der Sonne. Damit die Tiere dies tun können, ohne dabei Menschen in die Quere zu kommen, wurde ein Naturpark eingerichtet. „Wir müssen die Schildkröten schützen“, erklärt der Bürgermeister Pavlos Kolokotsas. Er selbst hat ein Grundstück seiner Familie an den Naturpark übertragen.

Der Grieche möchte das Eiland sauber halten, für die Bewohner und für die Urlauber. Zudem sorgt er dafür, dass die Gesetze eingehalten werden. Vor einigen Jahren wurde Zakynthos der Beiname „Blinden-Insel“ verpasst. Von den 35.000 Bewohnern kassierten 700 eine Blindenpension. Als das Gesundheitsministerium Betrug witterte und zum Sehtest bat, gab es plötzlich eine wundersame Heilung.

„Dieser Massenbetrug, von dem fast jeder auf der Insel wusste, beschämt mich zutiefst“, sagt der Bürgermeister, der froh ist, dass dies auf den Tourismus keine Auswirkung hatte. „Jeder sollte unsere Insel sehen, mit seinen eigenen Augen“, schmunzelt der Grieche. widlak
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