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Ausgabe Nr. 36/2018 vom 04.09.2018, Foto: Trölß
Alfons Haider
Alfons Haider, 60, spielte einen dicken Fiesling. „Ich musste zehn Kilo zulegen, jetzt habe ich 13 Kilo abgespeckt und kann mich wieder bewegen“
Die neue Filmromanze „The Salzburg Story“ („Die Salzburg Geschichte“) hat mit Alfons Haider in der Hauptrolle gerade den ersten Platz beim 21. Film-Festival in San Francisco (USA) gewonnen. Der Schauspieler und langjährige Moderator von Sendungen wie „Dancing Stars“, „Starnacht“ und dem Wiener Opernball tritt dabei in der Figur eines strengen Familienvaters auf. Und dafür hat der „Handküsser-König“ sogar in Kauf genommen, sich zehn Kilo anzufuttern.
Herr Haider, Gratulation zum Filmpreis. Worum geht‘s in „The Salzbug Story“ eigentlich?
Vielen Dank. Im Mittelpunkt steht ein junger heimischer Komponist, der sich in der Salzburger Stadt- und Berglandschaft in eine Amerikanerin verliebt. Ich spiele den Vater, der dem Buben deshalb das Leben schwer macht. Der Film, den wir 2017 gedreht haben, ist ein modernes Märchen für Erwachsene, das nach einer gewissen Zeit ins Gegenteil umkippt.

Weil Sie den Vater als ekligen Familienpatriarchen darstellen?
Genau. Ich wollte schon immer einmal den Bösewicht spielen, weil sich die Zuseher stets an die negativen Rollen zuerst erinnern. Mein Filmsohn hatte in der Produktion ja auch die größere Rolle, aber nach der Uraufführung in Amerika haben alle nur über mich als fiesen Vater geredet.

Was ist das Aggressive, das Böse an Ihnen, woher haben Sie das genommen?
Ich habe schon vor mehr als 40 Jahren in Amerika Schauspiel studiert und bin ja auch kein Mörder, nur weil ich den Hamlet gespielt habe.

Aber den Bösen zu spielen hat Ihnen Spaß gemacht?
Natürlich. Ich habe ja schon so viele Prinzen in meinem Leben gespielt, war zwanzig Jahre als Handküsser-König und Traum-Schwiegersohn der Nation bekannt. Da kam mir diese Rolle gerade recht. Einen „James Bond“-Bösewicht darzustellen, wäre aber mein größter Traum.

Zu Ihrer Rolle – stimmt es, dass Sie dafür massiv an Gewicht zulegen mussten?
Ja, schon beim zweiten Treffen hat der Regisseur Alexander Peter Lercher zu mir gesagt, „Sie sind viel zu attraktiv.“ Darauf musste ich mich in nur fünf Wochen von 82 auf 92 Kilo hinauffuttern. Mir wurde schlecht, als ich mich auf der Leinwand in der Figur des dicken Fieslings sah.

Und wie haben Sie die Gewichtszunahme in so kurzer Zeit geschafft?
In der ersten Woche habe ich jeden Tag eine Cremeschnitte verputzt, doch die ist mir schon nach kurzer Zeit bei den Ohren herausgekommen. Also habe ich angefangen, viel Weißbrot und Marmeladesemmerln zum Frühstück zu essen. Dafür musste ich beim Alkohol nicht aufpassen und habe täglich mindestens zwei Bier getrunken. Kann ich nur empfehlen, schmeckt gut. Meine Schneiderin war allerdings total verzweifelt, weil sie all meine Kostüme umnähen musste (lacht).

Sie mussten damals also auch auf Ihr geliebtes Fitnessstudio verzichten?
Ja, normalerweise trainiere ich vier Mal in der Woche. Für meine Rolle als fieser, fetter Vater wurde ich zum Stubenhocker. Als der Film abgedreht war, habe ich mich nicht oft in der Öffentlichkeit gezeigt.

Haben Sie sich nicht mehr gefallen?
Vom vielen Salzkonsum war mein Körper aufgedunsen. Normalerweise koche ich zuhause überhaupt nie mit Salz. Es tut mir nicht gut und meiner Mutter auch nicht.

Ihre Mutter war gerade fünf Wochen im Spital …
Ja. Es war die große Hitze, die ihr zu schaffen gemacht hat. Und dann hat sie auch noch einen schweren Grippeinfekt bekommen. Doch jetzt geht‘s ihr wieder gut.

Können Sie sich vorstellen, nach Ihrem Filmerfolg in Amerika nun wieder verstärkt als Schauspieler zu arbeiten?
Ja, ich sehe das jetzt als Chance, zu meinen Wurzeln als Schauspieler zurückzukehren. Ich kann mit 60 nun ein zweites Mal durchstarten.

Heißt das Fuß in Hollywood fassen?
Fest steht, dass ich im Frühjahr nächsten Jahres bereits einen weiteren Film mache. Wo genau die Dreharbeiten stattfinden, steht aber noch nicht fest. Aber es gibt schon ein Buch, es gibt eine Geschichte.

Worum wird‘s gehen?
Das darf ich leider noch nicht sagen. Es geht nur zu 100 Prozent in eine andere Richtung als im Film „Die Salzburg Geschichte“.

Und wann wird „Die Salzburg Geschichte“ bei uns zu sehen sein?
Im nächsten Jahr. Ob er ins Kino oder ins Fernsehen kommt, kann ich nicht sagen. Am 10. Oktober feiere ich im Wiener Museumsquartier aber bereits Premiere mit dem Musical „Heidi“, in dem ich den Vater von Klara spiele. Abgespeckt, ich bin um 13 Kilo leichter und kann mich wieder bewegen.
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