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Ausgabe Nr. 36/2018 vom 04.09.2018, Fotos: Robert Herbst:www.pov.at
Zur Lese in Langenlois (NÖ) den Weinweg
erkunden
Den Durst in der Weingartenhütte stillen
Einblicke ins Weinland
Am Weinweg in Langenlois (NÖ) tauchen die Spaziergänger in den Alltag der Winzer ein. Auf dem sechs Kilometer langen Rundweg erfahren sie mehr über die Arbeit, die Freuden und Sorgen eines Weinbauers. Unterwegs gelangen sie zu Hütten, in denen gekühlte Weine zur Verkostung bereitstehen. Wer selbst bei der Lese mithelfen möchte, kann dies Ende September tun.
Die Weinlese hat begonnen. Die schönste und arbeitsreichste Zeit im Winzerjahr können Besucher in Langenlois (NÖ) aus nächster Nähe genießen. Ein sechs Kilometer langer Weinweg führt durch die Rieden des Städtchens im Kamptal. Der Pfad ist eine Erlebnisreise durch den Weingarten.

Entlang des Weges sind 65 verschiedene Elemente aufgestellt, die den Besuchern die Arbeit im Weingarten näherbringen. Darunter befinden sich Informationstafeln über die Kultivierung der Reben, Vorstellung der Winzer und Weine, interaktive Stationen und Aussichtsplattformen bis hin zu überdimensionalen Objekten.

Das erste steht gleich am Beginn des Weges. Ein riesengroßes Weintor in Form einer Weinflasche macht auf den ersten Blick klar, worum es geht. Um den wohlschmeckendsten Schatz des Weinviertels, den Traubensaft.

Durch dieses Tor schreiten die Gäste kurz nach dem Ausgangspunkt, dem „Ursin Haus“. Kurz darauf gelangen die Ausflügler zur Weinerlebniswelt „Loisium“. „Die Besucher spazieren nicht nur auf Feldwegen, sondern dürfen auch durch die Rebzeilen schlendern. So lernen sie die Weingärten noch besser kennen“, erzählt Claudia Brauneis vom „Ursin Haus“ in Langenlois. Sie ist die Projektleiterin des Weges und beantwortet gerne alle Fragen rund um die Wanderroute.

Der Pfad führt durch die Langenloiser Lagen Dechant, Käferberg, Steinhaus und Schenkenbichl. Hier begannen die Winzer vor gut 500 Jahren, ihren Rieden Namen zu geben. Das hatte ausschließlich praktische Gründe. Die Weingärten brauchten eine Adresse. Die steilste unter ihnen ist der Schenkenbichl. Das wird den Wanderern nicht entgehen. Die meisten Höhenmeter, von denen es gesamt angenehme 140 sind, legen sie in dieser Riede zurück.

Den Durst in der Weingartenhütte stillen

Ein Glück, dass es unterwegs Rastplätze und Orte der Stärkung gibt. „Wir haben drei sogenannte ,Weinsafes‘. In drei Weingartenhütten warten gut gekühlte Weinflaschen auf die durstigen Wanderer“, sagt Brauneis. Den Leihschlüssel zum Öffnen der Hütten erhalten die Ausflügler im „Ursin Haus“ sowie im „Loisium“ gegen eine Gebühr von 25 Euro pro Person. Inkludiert ist dabei eine Umhängetasche samt Weingläser.

In jeder Hütte gibt es je zwei Weine sowie einen Sekt zu kosten. Eingeschenkt werden Riesling, Muskateller Sekt und natürlich auch Grüner Veltliner, mit dessen Reben die Hälfte der Weinbaufläche von Langenlois bepflanzt ist. Insgesamt bewirtschaften die 25 Winzer 2.157 Hektar Weingärten. Das sind ebenso viele Fußballfelder, um sich die Größe bildlich vorstellen zu können.

Mit einem Weinglas in der Hand lässt es sich gleich leichter über die Skulpturen am Wegesrand sinnieren. Etwa über den meterlangen Regenwurm, der den Boden lockert. Oder die drei Meter hohe Rebschere, die mit der Spitze im weichen Lehm steckt.

Beim überdimensionalen Bilderrahmen können die Wanderer ein schönes Foto von sich und der Landschaft machen. Das riesige Sektrüttelpult lädt ein, Flaschen nach Belieben in runde Öffnungen zu stecken. Zudem können die Spaziergänger durch Fernrohre schauen und die Region bis ins kleinste Detail bewundern.

Die neueste Attraktion ist eine fünfeckige Steinpyramide. Die Mauern sind 85 Zentimeter dick, insgesamt wurden 88 Tonnen Stein verlegt. Farbige Glassteine in den Mauern und Fenstern sorgen für bunte Lichteffekte.

Bei der Weinlese mithelfen

Wer nicht nur durch die Weingärten spazieren will, sondern auch selbst Hand an die Trauben legen möchte, kann bei der Weinlese mithelfen. Das Weingut Nastl (Tel.: 02734/2903, www.nastl.at) veranstaltet am Samstag, 29. September, ein Weinlesefest. Treffpunkt ist um 14 Uhr beim Winzerhaus und Heurigen der Familie Nastl.

Nach der erfolgreichen Lese werden die Weintrauben gepresst. Anschließend kosten die Lesehelfer den frisch gepressten Most, stärken sich bei einer Winzerjause und degustieren die Weine der Familie Nastl. Der Preis pro Person beträgt 49 Euro. Lesescheren und Kübel werden von den Winzern zur Verfügung gestellt.

„Zusätzlich dazu findet bis Mitte Oktober jeden Freitag und Samstag die Veranstaltung ,Weinschaun‘ statt. Zu jedem Termin öffnet jeweils ein Winzer seinen Keller und lässt die Gäste seine Weine verkosten“, gibt Brauneis einen Ausflugstipp. widlak
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