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Ausgabe Nr. 35/2018 vom 28.08.2018, Foto: Parlamentsdirektion/Simonis, PVÖ/Beck
August Wöginger, Peter Kostelka
Ist die Pensions-Erhöhung fair?
Die Pensionen sollen im nächsten Jahr je nach Höhe um 2,6 bis zwei Prozent steigen. Das hat die schwarz-blaue Regierung angekündigt. Wer mehr als die ASVG-Höchstpension bekommt, erhält einen Fixbetrag von 68 Euro. Für kleine Pensionen mit 1.000 Euro im Monat sind es hingegen 26 Euro mehr. Peter Kostelka, dem neuen Präsidenten des SPÖ-Pensionistenverbandes, ist das zu wenig. Der frühere Beamten-Staatssekretär und Volksanwalt will eine Erhöhung um vier Prozent.
JA: August Wöginger,
ÖVP-Klubobmann

„Wer sein ganzes Leben lang hart gearbeitet hat, hat es sich verdient, seinen Lebensabend in Würde zu verbringen.
Daher wird die Pensionserhöhung mit 1. Jänner 2019 deutlich höher ausfallen als in den vergangenen Jahren. Vor allem Bezieher kleiner und mittlerer Pensionen als Hauptbetroffene der aktuellen Preissteigerung werden profitieren. Lassen Sie mich kurz die Details erklären: Bei den kleineren Pensionen bis zu 1.115 Euro liegt
die Erhöhung bei 2,6 Prozent und damit deutlich über der Inflation. Hier profitieren rund 1,1 Millionen und somit rund die Hälfte aller Pensionistinnen und Pensionisten. Bei Pensionen zwischen 1.115 Euro und 1.500 Euro liegt die Erhöhung immer noch zwischen 2,6 Prozent und zwei Prozent und Pensionen von 1.500 bis 3.402 Euro erhalten die Inflationsanpassung. Darüber gibt es einen Fixbetrag von 68 Euro. Die Erhöhung der Pensionen ist also ausgesprochen fair. Ich als Klubobmann der Neuen Volkspartei bin stolz, dass die Regierung mit Bundeskanzler Sebastian Kurz an der Spitze diese Pensionserhöhung so rasch auf den Weg gebracht hat.“

Nein: Peter Kostelka,
Pensionistenverbands-Chef

„Ohne mit den Pensionistenvertretern auch nur ein Wort zu reden, geschweige denn zu verhandeln, hat die ÖVP-FPÖ-Regierung die Pensionsanpassung verordnet. Hätte die Regierung mit uns gesprochen, hätten wir ihr vor Augen geführt, dass die für die Pensionisten spürbare Teuerung wesentlich höher ist. Wohnen und Grundnahrungsmittel wurden um mehr als vier Prozent teurer, die Preise für den wöchentlichen Einkauf um
3,9 Prozent. Der Pensionistenverband fordert daher eine Anhebung der Pensionen um vier Prozent. Die beschlossenen zwei bis 2,6 Prozent (brutto übrigens) sind völlig unzureichend. Die Pensionisten erleiden durch die Regierung einen realen Kaufkraftverlust. Im Gegensatz dazu sollten sie von der hervorragenden Wirtschaftslage profitieren und einen gerechten Anteil davon erhalten. Denn sie haben ja auch dazu beigetragen. Geld für eine faire Pensionsanpassung, die die tatsächliche Teuerung voll abdeckt, ist vorhanden. In den vergangenen drei Jahren ersparten sich die ÖVP-Finanzminister mehr als eine Milliarde Euro, die für die Pensionen weniger ausgegeben wurden als budgetiert.“
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manerko
In meinem Fall - Nettopension grad bei 1500 Euro - ergibt die Erhöhung nach Abzug der Abgaben ca.25 Euro. Ich finde es unfair, dass die Berechnung der ominösen Warenkorb als Grundlage zugrunde liegt.
Die Miete, Lebensmittel Treibstoff - all das wird um mehr als die 2 % steigen - also von der Pensionserhöhung bleibt nichts mehr.
Die Staffelung soll bis 2500 Euro gleich sein, darüber kann sie mit der Einmalzahlung ausreichen.
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