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Ausgabe Nr. 35/2018 vom 28.08.2018, Fotos: All mauritius, Gabriele Jakobi Bons Clients Arte
Romy Schneider
Romy Schneider im Gespräch mit Alice Schwarzer im Jahr 1976.
Romy Schneiders letzte Geheimnisse
Die Schauspielerin Romy Schneider wäre am 23. September 80 Jahre alt geworden. Doch ihr Leben endete bereits viel früher. Schneider, die mit ihrer Darstellung der Kaiserin Sissi berühmt geworden ist, starb im Alter von 43 Jahren in ihrer Wohnung in Paris (Frankreich). Sechs Jahre vor ihrem Tod gab sie der Journalistin Alice Schwarzer, 75, ein ausführliches Interview, in dem sie sich verletzlich, aber auch tatkräftig gab. Und offen wie nie zuvor.
Das Gespräch wurde auf Tonband aufgenommen. Ausschnitte davon werden in der Dokumentation „Ein Abend mit Romy“ am 16. September, ab 22 Uhr, auf ARTE zu sehen sein.

Die in Wien geborene Schauspielerin weinte oft während des Gesprächs und wirkte verloren. „Ich möchte keine falsche Fassade mehr aufrecht erhalten. Ich habe keine Angst mehr“, sagte Schneider.

Sie erzählte von ihrer beruflichen Krise, nachdem sie mit Alain Delon nach Frankreich gegangen war und keine Rollen bekommen hat. „Ich war neidisch auf Alain. Ich habe mich gefragt, was wohl aus mir werden wird“, gab Romy Schneider zu.

Die junge Frau war gerade einmal 19 Jahre alt, als sie dabei war, Paris zu erobern. Sie sprach kein Wort Französisch, lernte die Sprache aber schnell. Das Interview mit Schwarzer führte sie auf Französisch, das ihr eine gewisse Distanz zu sich selbst verlieh. Schneider war zerrissen zwischen Frankreich und Deutschland, zwischen Berühmtheit und dem Wunsch nach einem gewöhnlichen Leben.

Mehrere Male bat Schneider, das Tonband zu stoppen. Ihre größten Geheimnisse wollte sie nicht auf Band haben. Schneider berichtete, dass ihre Mutter Magda († 87) eine Affäre mit Adold Hitler († 56) gehabt haben soll. „Sie glaubte fest an ein sexuelles Verhältnis zwischen den beiden“, sagt Schwarzer.

Schneiders Mutter, die zusammen mit ihrer Tochter in einigen Filmen auftrat, soll sich mit der Nähe zu
Nazi-Größen gerühmt haben.

Zudem soll der zweite Mann ihrer Mutter, der Gastronom Hans Herbert Blatzheim (†62), ihr nachgestellt haben. „Er hat mehrfach versucht, mit Romy Schneider zu schlafen. Einmal musste sie vor ihm auf eine Toilette fliehen“, erzählt Schwarzer.

Schneider wollte nicht, dass diese Geständnisse publik werden. „Ich habe jahrzehntelang ihren Willen respektiert. Doch um ihre Verzweiflung verstehen zu können, muss die Welt das wissen“, erklärt Schwarzer.
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