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Ausgabe Nr. 31/2018 vom 31.07.2018, Foto: dpa
In diesem Jahr flüchteten schon 21.500 Menschen nach Spanien.
Von Afrika in die EU: Spanien ist das neue Ziel der Flüchtlinge
Seit Italien die Häfen für Flüchtlingsboote geschlossen hat, ist Spanien das neue Einwanderungsziel. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen nach Angaben der Internationalen Migrationsorganisation 21.500 Flüchtlinge in Spanien an, in Italien waren es 18.000.
Um von Afrika nach Europa zu gelangen, machen sich die Flüchtlinge zunächst auf in die spanische Exklave Ceuta. Sie befindet sich in Nordafrika an der Meerenge von Gibraltar, am nördlichsten Zipfel Marokkos. Zwei sechs Meter hohe Grenzzäune schützen Ceuta.

Doch die Barriere wurde erst vor ein paar Tagen von 600 Migranten überwunden. Sie schnitten den Grenzzaun mithilfe von Bolzenschneidern auf oder kletterten darüber. Die Flüchtlinge, mehrheitlich junge Männer, attackierten die sich in der Unterzahl befindlichen Polizisten mit selbstgebauten Flammenwerfern und Branntkalk, der beim Kontakt mit der Haut gefährliche Verätzungen verursacht. Vier Grenzbeamte und elf Migranten mussten ins Spital eingeliefert werden. Nach Angabe des Roten Kreuzes wurden 132 Personen verletzt.

In Ceuta angelangt, ist es nicht mehr weit nach Spanien. Nur 14 Kilometer trennen das spanische Festland von Afrika. Mit Schlauchbooten setzen die Flüchtlinge über. „Wir sind das neue Lampedusa“, sagte José Ignacio Landaluce, Bürgermeister der Hafenstadt Algeciras.

Flüchtlinge, die aufgegriffen werden, kommen vorerst in Auffanglager in der Region Andalusien, zu der auch die Stadt Algeciras gehört. Doch die Lager sind alle überfüllt. „Wir haben in den vergangenen Tagen bereits drei neue Zentren in Andalusien aufgemacht, um alle Migranten unterzubringen“, erzählt der Rot-Kreuz-Sprecher Miguel Domingo. Spanien hofft nun auf Hilfe von der EU.
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