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Ausgabe Nr. 30/2018 vom 24.07.2018, Foto: afp
Im Mai ließ sich der damalige deutsche Teamspieler Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan fotografieren. Jetzt trat er zurück.
Deutsche Integrationsdebatte nach Rücktritt von Mesut Özil
Der Rücktritt eines deutschen Fußball-Nationalspielers sorgt für Polit-Aufregung. Mesut Özil, 29, zieht sich nach dem glanzlosen WM-Auftritt der deutschen Mannschaft zurück.
Verantwortlich für den Schritt macht er die Reaktionen nach seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan. Er werde nicht mehr für Deutschland spielen, „so lange ich dieses Gefühl von Rassismus und Respektlosigkeit verspüre“, schrieb er in einer Botschaft. „Meine Freunde
Lukas Podolski und Miroslav Klose werden nie als Deutsch-
Polen bezeichnet, also warum bin ich Deutsch-Türke? Ist es so, weil es die Türkei ist? Ist es so, weil ich ein Muslim bin?“ Außerdem fragt Özil: „Ich wurde in Deutschland geboren und ausgebildet, warum akzeptieren die Leute nicht, dass ich Deutscher bin?“

Die SPD-Justizministerin Katarina Barley meinte dazu: „Es ist ein Alarmzeichen, wenn sich ein großer, deutscher Fußballer wie Mesut Özil in seinem Land wegen Rassismus nicht mehr gewollt fühlt.“ Die Integrationsbeauftragte der deutschen Regierung erklärte hingegen: „Bei allem Verständnis für die familiären Wurzeln müssen sich Nationalspieler Kritik gefallen lassen, wenn sie sich für Wahlkampfzwecke hergeben.“

In der Türkei gibt es jedenfalls Verständnis für den Schritt. Etwa vom türkischen Sportminister: „Wir unterstützen die ehrenhafte Haltung unseres Bruders Mesut Özil von Herzen.“
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